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Analyse kognitiver und motivationaler Aspekte spezifischer Emotionen. Am Beispiel von Schuldgefühlen und Empörung nach Führerscheinentzug.
 
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Analyse kognitiver und motivationaler Aspekte spezifischer Emotionen. Am Beispiel von Schuldgefühlen und Empörung nach Führerscheinentzug. [Broschiert]

Thomas Boll


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Die Arbeit leistet einen Beitrag zur Analyse kognitiver Bedingungen und motivationaler Folgen spezifischer Emotionen. Dies erfolgt exemplarisch für Schuldgefühle und Empörung nach Führerscheinentzug. Dabei kommt eine Forschungsstrategie zum Zuge, die auch bei der Untersuchung anderer Emotionen in anderen Situationen nutzbringend ist.

Den gedanklichen Hintergrund bildet ein "intentionalitätstheoretischer" Ansatz. Danach erwachsen Emotionen aus der subjektiven Sicht von Situationen, die in den Augen des Subjekts dessen Wünsche, Ziele oder Normen erfüllen bzw. verletzen, und die einzelnen Emotionen ihrerseits haben bestimmte Wünsche und Handlungsbereitschaften zur Folge. Innerhalb dieses Rahmens wird die Struktur von "Schuldgefühlen" und von "Empörung" analysiert. Daraus werden dann in Verbindung mit Informationen über die emotionsträchtigen Situationen (Fahren unter Alkoholeinfluss, Entzug der Fahrerlaubnis) und die Emotionssubjekte (alkoholauffällige Kraftfahrer) Hypothesen über die Bedingungen und Folgen der beiden genannten Emotionen abgeleitet.

Eine Fragebogenstudie mit 182 alkoholauffälligen Kraftfahrern zeigte, dass diese um so stärkere Schuldgefühle hatten, je mehr sie ihr Fahren unter Alkoholeinfluss moralisch missbilligten. Ihre Schuldgefühle verminderten sich mit der Höhe der Sanktionen (Geldstrafe, Führerscheinsperre), sofern diese als Sühne aufgefasst wurden. Schuldgefühle ihrerseits förderten Bereitschaften zur Wiedergutmachung, zum Schadenersatz und zur Akzeptanz von Strafe. Die Empörung nahm zu, wenn der Führerscheinentzug als Ungerechtigkeit bewertet und die amtliche Entscheidung als nachlässig oder böswillig empfunden wurde. Die Empörung wurde in dem Maße gedämpft, in dem die Kraftfahrer den Führerscheinentzug als gerechtfertigt ansahen, beispielsweise zur Wahrung der Verkehrssicherheit. Die Empörung ihrerseits förderte sowohl Bereitschaften zu eigener Auflehnung gegen die amtliche Entscheidung (Einlegen von Rechtsmitteln, Aggression gegen Beamte) als auch Wünsche nach einer Auflehnung von Seiten anderer Personen.

Abschließend wird herausgearbeitet, welche Konsequenzen sich für das Verständnis von Schuldgefühlen und Empörung in anderen Situationen sowie für die Analyse weiterer Emotionen ergeben.


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