Sieben Erzählungen, die meisten aus distanzierter Ich-Perspektive, haben eines gemein: Die Überlegenheit des weiblichen Geschlechts. Es geht um eine vierzehnjährige, die ihrer Mutter schreibt, dass sie mit ihr den Liebhaber teile, um eine gefährliche Anhalterfahrt zweier Teenagerinnen und Frauen, die mit mehreren Männern glücklich sind.
Alissa Walser erreicht in diesem Band mehr Tiefe als in ihrem Erstling "Das ist nicht meine ganze Geschichte". Sie erzählt sensibel in sehr austarierter Sprache auf absolut literarischem Niveau, vor allem aber schreibt sie sehr klug. Als Mann hätte man sicher hier und da auch etwas dazu zu sagen, aber das Niveau von Walsers Erzählungen liegt meilenweit über dem Frauengedöns, was den Büchermarkt in den letzten Jahren sozusagen penetriert hat. Manchmal schreibt sie eine Spur zu verkünstelt wie in der Titelgeschichte über die 14jährige: Das ist nicht die Sprache eines Mädchens in diesem Alter. Aber insgesamt ein bemerkenswertes Buch.