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Die katholische Kirche und der Holocaust. Eine Untersuchung über Schuld und Sühne
 
 
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Die katholische Kirche und der Holocaust. Eine Untersuchung über Schuld und Sühne [Taschenbuch]

Daniel J. Goldhagen
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 509 Seiten
  • Verlag: Goldmann (2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442152933
  • ISBN-13: 978-3442152933
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 12,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 664.044 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Daniel Jonah Goldhagen
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Die katholische Kirche, allen voran der damalige Papst Pius XII., hat vor der Herausforderung des europäischen Faschismus im Allgemeinen und des deutschen Nationalsozialismus im Besonderen politisch wie moralisch kläglich versagt. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Denn darüber ist seit Ende des Zweiten Weltkriegs viel geforscht und geschrieben worden. Schon 1963 hat Rolf Hochhuth in seinem Stück Der Stellvertreter Pius XII. eindrucksvoll seiner Heiligkeit entkleidet. Mit der These allein, dass die katholische Kirche wegen ihrer unentschiedenen Haltung gegenüber den Nazis größte Schuld auf sich geladen hat, würde Daniel Jonah Goldhagen deshalb auf keine große Resonanz stoßen. Aber sein Buch wird großen Erfolg haben -- und zwar vor allem aufgrund der kalkulierten Provokation, die schon für den Erfolg des ersten Goldhagen-Buchs verantwortlich war.

Waren es in Hitlers willige Vollstrecker "die ganz gewöhnlichen Deutschen", die Goldhagen als die eigentlichen Schuldigen am Holocaust ausmachte, weil sie diesen nicht nur duldeten, sondern wollten, so sind es diesmal die gewöhnlichen (katholischen) Christen (nicht nur in Deutschland!), deren Glauben dem Holocaust ein theologisches Fundament lieferte -- und die sich aus religiösen Motiven auch aktiv an der Vernichtung der Juden beteiligten. Schließlich ächteten "die Christen" seit jeher "die Juden" als Mörder ihres Messias.

Die selbstgerecht vorgetragene Zweifellosigkeit, mit der Goldhagen für sein erhabenes Recht plädiert, von einer unangreifbaren Warte aus endgültig über Gut und Böse, Schuld und Verstrickung zu richten, provoziert gewiss. Dies wäre nicht weiter ärgerlich. Sie tut dies jedoch in einem Ausmaß, das eine vorurteilsfreie Lektüre des gesamten Buches vielen unmöglich machen dürfte. Denn nicht nur Christen dürfte die präventive Aggressivität aufstoßen, mit der der Autor vor allem in der 40 Seiten starken Einführung zu erwartende Kritik im Vorgriff moralisch zu diskreditieren versucht.

Dessen ungeachtet aber verdienen die These von einer theologischen Fundierung des Holocausts und die Goldhagen'sche Kritik der christlichen Dogmatik diskutiert zu werden -- auch dann, wenn man seinen Vorschlag, man solle das Neue Testament von antijüdischen Stellen reinigen, wohl eher befremdet belächeln wird. Deshalb zum Abschluss ein Hinweis: Wer sich mit dem Thema, nicht aber mit Goldhagen auseinander setzen will, dem sei die sehr viel unaufgeregtere, dafür aber besser recherchierte Studie Pius XII and the Holocaust: Understanding the Controversy von José Sánchez empfohlen. Die deutsche Übersetzung ist im Frühjahr 2003 bei Schöningh erschienen. --Andreas Vierecke -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Nach seinem Welterfolg »Hitlers willige Vollstrecker« fordert Daniel Jonah Goldhagen in seinem neuen Buch eindringlich die Auseinandersetzung mit der brisanten Frage der moralischen Schuld der katholischen Kirche im Holocaust.

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15 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen nichts neues über Pius XII., 24. Oktober 2002
Seit Rolf Hochhuth 1963 mit seinem Theaterstück "Der Stellvertreter" Papst Pius XII. der deutschen Öffentlichkeit näher gebracht hat, scheint der Fall Pius XII. klar. Der Papst und somit die ganze katholische Kirche haben schwere Schuld auf sich geladen.
Das neue Buch von Daniel Jonah Goldhagen bestätigt diese Feststellung. Goldhagen stützt sich dabei hauptsächlich auf Thesen von John Cornwell. Diese übernahm er fahrlässiger Weise- vielleicht auch beabsichtigt- ohne Prüfung. So findet man in seinem Buch Argumente und Bilder, die schon längst als falsch erkannt worden sind. Hingewiesen sei hier nur auf einen Brief von Pius als Nuntius in Deutschland der durch eine falsche Übersetzung vom Italienischen ins Englische als Beweis der rassistischen Einstellung des späteren Papstes dienen soll.
Im Unterschied zur allgemeinen Meinung wird die Person Pius XII. von der großen Mehrzahl seriöser Historiker positiver bewertet. Erwähnt seien hier nur Rudolf Lill und Michael F. Feldkamp.
Das Buch von Goldhagen eignet sich hauptsächlich zur Bestätigung eigener Vorurteile, wird aber für den Verlag sicherlich zu einem finanziellen Erfolg.
Eine Zusammenfassung der unterschiedlichen Meinungen zu Pius XII. verbunden mit einer Biographie, in der auf die religiöse Bedeutung des Papstes weitgehend verzichtet wird, findet sich in dem Buch "Pius XII. und Deutschland" von Michael F. Feldkamp.
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16 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Die Maske abgenommen, 20. Februar 2004
In diesem Buch hat Daniel Goldhagen -- nachdem er das "Tätervolk" in seiner ersten Veröffentlichung untersucht hat -- nun den überfällig gewordenen Axthieb gegen dessen artverwand-antisemitische Kirche geführt.
Es soll niemals geleugnet oder vergessen werden, daß auf dem Hintergrund schwacher Kirchenpolitik und konspirativer Elemente, auch hier dem Nationalsozialismus kein Gegner entstanden wäre, der sich den Greueltaten als Ganzes entgegengestellt hätte.

Trotzdem wird mit diesem Buch deutlich, wie medienwirksam Herr Goldhagen seine Veröffentlichungen am gestörten Verhältnis der Deutschen zu ihrer Nation oder ihren Glaubensgemeinschaften inszeniert. Wäre es bei seiner ersten Veröffentlichung geblieben, hätte man ihm noch ernsthaftes wissenschaftliches Interesse attestieren können. Dieses Interesse war leider schon früher, wie von der Historikerin Ruth Bettina Birn durch Kenntnis der Quellen Goldhagens nachgewiesen wurde, durch Einseitigkeit gekennzeichnet.

Die Tatsache, dass die in ihrem eigenen "Priesterblock" im KZ Dachau inhaftierten katholischen und evangelischen Geistlichen nur durch das Beharren auf ihren Glaubensgrundsätzen dem Ende entgegensahen, scheint ebenfalls nicht in die geistige Welt Herrn Goldhagens zu passen.

Die wahre Hybris wird durch 450 Änderungsvorschläge an "unbequemen Bibelstellen" offensichtlich. Würde sich jemand dazu versteigen dem Islam den Koran "nachzubessern", oder gar den Hindus die unteren Kasten zu emanzipieren, könnte die Unsinnigkeit kaum größer sein. Es mutet völlig unverständlich an, wie Toleranz mit Ignoranz eingefordert werden kann. Gleichwie, hier hat der Verfasser den "Impact Factor" seines zweiten Buches auf dem Markt genau berechnet.

Herr Goldhagen gibt vor wissenschaftliche Erkenntnisse zu liefern. Dies wird durch die aggressive Geltungssucht seiner auf intuitiver Abscheu vor Grausamkeiten und Rassismus basierten Beweisführung in Frage gestellt und relativiert das Buch in meinen Augen zu einem medienwirksamen "Schocker".

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23 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Wissenschaftliche Polemik statt historischer Seriosität, 10. Januar 2003
Viele internationale und deutsche Studien belegen, dass Goldhagens moralische 'Ergebnisse'wissenschaftlich nicht haltbar sind.Es ist bedauerlich, dass durch viele pauschale und kaum verifizierte kollektive Schuldvorwürfe in unsäglichen Wiederholungen der Eindruck entsteht, die katholische Kirche solle systematisch diskreditiert und ihre Mitglieder in ein kollektives Schuldtrauma geschrieben werden. Die Bereitschaft zu ehrlicher Aufarbeitung individuellen Versagens aus weit verbreiteter Angst, Anpassung oder antisemitischer Einstellung wird dadurch eher verschüttet als gefördert. Viele Inkonsistenzen und eigene Widersprüche lassen den Anspruch wissenschaftlicher Seriosität und gedanklicher Klarheit vermissen. Dass der Autor sich zum Inquisitor der katholischen Kirche und zugleich auch noch zum Lektor der Bibel erhebt, offenbart eine Hybris, die ihm den klaren Blick auf die historischen Geschehnisse zu verstellen scheint. Dass sie Aufmerksamkeit und Auflage beschert, ist unzweifelhaft. Einer seiner Thesen ist jedoch vorbehaltlos zuzustimmen, in der er fordert "Weil Urteile auf jeden Fall gefällt werden, sollten wir gut urteilen." An diesem löblichen Anspruch scheitert er selbst kläglich. Angesichts der vernichtenden Kritik, die diesem Buch aus den deutschen Feuilletons widerfahren ist, läuft es nicht Gefahr, die ohnehin in der gegenwärtigen öffentlichen Meinung zu konstatierende Mythenbildung über das Verhältnis der katholischen Kirche zum Nationalsozialismus, die die vielen Opfer eines frühen und breiten christlichen Widerstandes ausblendet, um ein weiteres vernebelndes Kapitel anzureichern.
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