Die Autorin ist Mutter dreier Kinder und schrieb dieses Buch aus der Alltagserfahrung heraus. Sie ermuntert Eltern dazu, eigene Wege zu gehen, anstatt sich den herrschenden Normen und Vorstellungen (die oft genug von kommerziellen Überlegungen geprägt sind) unterzuordnen.
Mit der heutigen Babybetreuung verhindern wir vielfach unbewusst eine natürlich angelegte Entwicklung. Babys können und verstehen viel mehr, als gewöhnlich angenommen wird. Das Bild, das wir als Baby von unserer Welt und unseren Mitmenschen erhalten haben, begleitet uns ein Leben lang. Jedes Mal, wenn wir gedankenlos oder impulsiv, spontan, intuitiv oder im Stress reagieren, greifen wir darauf zurück.
In einem Baby ist alles angelegt, was es zum Überleben braucht, seine Anlagen müssen nur geweckt oder stimuliert werden, damit sie sich entwickeln. Für jede Entwicklungsphase im Leben gibt es einen geeigneten Zeitpunkt, die Autorin nennt das die "sensiblen Phasen"; verpasst man diese Phasen, vollzieht das Kind den Lernschritt erst viel später und viel mühsamer.
Als eindruckvollstes Beispiel hierfür nennt Rita Messmer die Reinlichkeitserziehung: Die Babys der sogenannten Naturvölker, die traditionell meist nackt auf dem Rücken getragen werden, tragen keine Windeln. Die Mutter bemerkt, wann ihr Baby "muss" und schwenkt es dazu aus dem Tragetuch aus.
Nach diesem Vorbild probierte die Autorin das Verhalten bei ihrem drei Monate alten Sohn aus: Jedes Mal nach dem Windelöffnen hielt sie ihn über die Toilette und bemerkte, dass er nach einiger Zeit schon nahezu darauf wartete. Auch anderen Müttern empfahl sie, dies einmal auszuprobieren, und bei vielen klappte es tatsächlich. Die Bereitschaft des Babys, zu lernen, das eigene "Nest" nicht zu beschmutzen, ist also offenbar gerade in den ersten Monaten vorhanden. Nützen die Eltern diese Phase, lernt das Kind erst gar nicht, jahrelang in die Windel zu machen. Diese sensible Phase ist mit spätestens fünf Monaten vorbei.
Der Säugling verlangt nur das, was er zu seinem und unserem Besten verlangen muss. Die Autorin plädiert dafür, ihn immer eng am Körper zu tragen. Er sollte an unserem Leben teilhaben, dabei braucht er nicht ständig unsere volle Aufmerksamkeit; es reicht ein Platz an unserem Körper. An diesem sicheren und geborgenen Ort läuft er auch nicht Gefahr, einer Reizüberflutung ausgesetzt zu sein, denn bei Bedarf schläft er einfach ein. Kleinkinder, die am Körper getragen werden, erwerben offensichtlich ein viel besseres Körpergefühl als andere. Außerdem empfangen sie besonders viele Eindrücke - diese reizen die Gehirnzellen, sich entsprechend zu verdrahten. Auch kann sich durch die Schaukelbewegungen das Hirn besser entwickeln. Es ist erstaunlich und einzigartig, dass sich die Gehirnzellen je nach der wahrgenommenen Umwelt unterschiedlich teilen und wachsen.
Die Autorin befasst sich auch ausführlich mit dem Thema Gefahren und wie man mit einem Kleinkind damit umgeht. Sie meint, dass viele Unfälle in Haushalt und Garten gerade deswegen passieren, weil die Kinder in der dafür vorgesehenen sensiblen Phase (von ca. drei bis vier Monate bis zum Erlernen der ersten Schritte) gelernt haben, dass die Welt gefahrlos ist und nicht auf die Gefahren sensibilisiert wurden. Rita Messmer beschreibt ausführlich, wie Eltern ihr Kind verantwortungsvoll an die Gefahren des Alltags heranführen können.
Außerdem befasst sie sich u.a. auch mit der Körpersprache des Babys, den Themen Daumenlutschen und Schnuller.