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Rankins Helden sind -- ob jung oder alt -- bereits vom Leben angefasste Menschen. Ob im Trott des Alltags gefangen, desillusioniert, ohne Selbstbewusstsein oder mit den unterschiedlichsten Defekten geschlagen, kämpfen seine Figuren um ihr Leben, kultivieren ihren Ehrgeiz, ihr Gerechtigkeitsempfinden oder ihre Rachsucht. Dies alles unter einem ewig düster verhangenen bleigrauen Himmel in einem verregneten Edinburgh.
Inspektor John Rebus sieht sich mit einem merkwürdigen Fall konfrontiert. Auf der Baustelle des künftigen schottischen Parlaments wird eine mumifizierte Leiche gefunden, die bereits Jahrzehnte versteckt an ihrem Platz liegen muss und nicht identifiziert werden kann. Echte Brisanz gewinnt der Fall, als wenig später der designierte Labour-Abgeordnete Roddy Grieve am gleichen Ort ermordet aufgefunden wird. Grieve entstammt einer der prominentesten und exzentrischsten schottischen Familien. Rebus Chef setzt dem altgedienten und ob seiner ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden berüchtigten Inspektor den ehrgeizigen und karrieresüchtigen Derek Linford vor die Nase. Doch der erfahrene, vom Leben enttäuschte und alkoholkranke Rebus ist nicht gewillt, den jungen Aufsteiger gewähren zu lassen. Bald wird deutlich, dass groß angelegtes Spekulantentum und Korruption den Hintergrund der Morde bilden.
Set in Darkness lautet der Originaltitel des Romans. Und in der der Tat nutzt Ian Rankin das Genre zu einer großartigen Schilderung enttäuschter Illusionen in einer hoffnungslos düsteren Stadt. Das Genre gerät dem Autor nicht wie vielen seiner Kollegen zum Selbstzweck, sondern als hervorragendes Mittel eindrucksvoller Milieu- und Charakterstudien. Von einem solchen Roman lässt sich lange zehren! --Ulrich Deurer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Beste, was die Insel an Krimis zu bieten hat,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der kalte Hauch der Nacht (Gebundene Ausgabe)
Nun endlich hat auch Deutschland Ian Rankin und seinen Antihelden, DI John Rebus, entdeckt. Rebus - Alkoholiker, Kettenraucher, geschieden, Nein-Sager - ist vor allem immer eins: Mensch und erinnert an die Helden von Charles Bukowski."Der kalte Hauch der Nacht", der bisher letzte Band der Rebus-Serie, spielt vor dem Hintergrund der schottischen (Teil)Unabhängigkeit und der Errichtung des ersten schottischen Parlamentes in mehr als 300 Jahren. Die Edinburgher Polizei ermittelt in drei Fällen. Die Hauptfiguren: Eine mehr als 20 Jahren alte Leiche, die eingemauert im Kamin des zukünftigen Parlamentkomplexes gefunden wird, ein Obdachloser, der von einer Brücke springt, aber 1.2 Mio DM auf seinem Konto hat und ein ermordeter schottischer Politiker. In seiner unnachahmlichen dunken, intelligenten und stets neu überraschenden Art gelingt es Rankin, alle Handlungsstränge zu einem mehr als befriedigenden Gesamtwerk zusammenzuknüpfen. Wer intelligente Krimis mag, wird John Rebus lieben! Das größte Problem: Rebus geht auf seine Pensionierung zu - hoffentlich löst er vorab noch viele Fälle! Und wer nach Schottland fährt, nach dem er Rankin gelesen hat, sieht Schottland mit ganz anderen Augen. Ein Geheimtipp, dem viele Leser zu gönnen sind. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Der kalten Hauch der Nacht,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der kalte Hauch der Nacht (Gebundene Ausgabe)
Actionfreies Ränkespiel zwischen gewieftem Taktiker und kriminellen Strategen Die Geschichte ist trotz einiger Mordfälle eine ruhige. Der Lesereiz baut sich weniger durch blutunterlaufene Beschreibungen wilder Tötungsszenerien, als durch die vielschichtigen Gedankenspiele des hauptsächlich ermittelnden Kriminalkommissars auf. Der kämpft nicht nur gegen die Zeit und die unbekannten Täter sondern auch gegen die Mobbing-Mechanismen seiner Kollegschaft. Doch auch sein eigenes Verhalten ist keineswegs ohne Tadel. So erlebt man den Roman aus ganz unterschiedlichen Empfindungsperspektiven, die zwischen der kriminalistischen Ermittlungsarbeit und den persönlichen Emotionen der unterschiedlichen Menschentypen wechseln. Das sorgt für die entsprechende Nähe zum Geschehen und hält die Spannung in akzeptabler Intensität. Hin und wieder könnte es etwas zügiger vorwärts gehen, aber diese Ungeduld ergreift einen bei fast allen Kriminalgeschichten. © Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Solider Krimi,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der kalte Hauch der Nacht: Ein Inspector-Rebus-Roman (Taschenbuch)
Schottlands Hauptstadt Edinburgh soll mit dem Umbau des Queensberry House ein neues Parlamentsgebäude erhalten. Queensberry House, ein geschichtsträchtiges viktorianisches Gemäuer, diente zuletzt als Krankenhaus, bevor es sich selbst und dem sicheren Verfall überlassen wurde. Während der Bauarbeiten an dem düsteren alten Kasten wird eine mumifizierte Leiche entdeckt. Es stellt sich sehr schnell heraus, daß es sich um einen vor 20 Jahren ermordeten Mann handelt, dessen Identität es zu klären gilt. Zu dem mysteriösen Fall gesellt sich im weiteren Verlauf der Mord an dem vielversprechenden Abgeordneten Roddy Grieve, dessen Leiche ebenfalls im Queensberry House gefunden wird, und der Selbstmord eines Penners, in dessen Nachlaß 400.000 Pfund entdeckt werden. Das ruft Detective Inspector John Rebus auf den Plan, der mit einem Team von Ermittlern, leider unter der Fuchtel des jungen Emporkömmlings und Günstlings der Polizeiobrigkeit Edingburghs, Derek, mit der Ermittlung zunächst eines Falls betreut wird. John Rebus aber ist ein alter Fuchs, ein Polizist mit einer unverwechselbaren Spürnase, und wittert sehr schnell einen Zusammenhang zwischen den drei Fällen, dem er gegen alle möglichen Anfeindungen aus eigenen Reihen nachzugehen beabsichtigt.Zunächst aber bewegt sich die Handlung in alle möglichen Richtungen, von denen manche sich wie ein roter Faden durch das Buch ziehen, manche aber auch verwirren, indem sie auf halber Strecke stecken bleiben, nicht weiterverfolgt werden und den Leser mit vielen offenen Fragen, vor allem nach dem tieferen Sinn, zurücklassen. Mir gefiel vor allem die psychologisch angehauchte Erzählweise aus Sicht der Familie Grieve, eines reichen und einflussreichen Clans aus skurrilen Mitgliedern, der mit allen Mitteln die Fassade vor einer wahrlich bedauernswerten Realität aufrechtzuerhalten sucht. Außer in diesen Passagen suchte ich in dem Roman allerdings das Element des angekündigten Briten-Krimis vergebens. Ian Rankin erzählt in eher nüchternem und knappem Stil, der jedoch Spannung bis zum überaus logisch gelungenen Ende garantiert. Die Handlung wirkt - egal aus welcher Perspektive - niemals konstruiert. Die Figuren sind charakterlich sehr gut ausgearbeitet, wobei Rankin so ziemlich jede Art der menschlichen Spezies exakt getroffen hat, sowohl im positiven wie auch negativen Sinne. Informativ und authentisch fand ich die Einschätzung der politischen Situation in Schottland sowohl 1979 als auch 1999 und vor allem die realistische Beschreibung der polizeilichen Methoden und Machtstrukturen. Meine Bewertung mit „nur" drei Sternen deshalb, weil ich mit dem Thema des Romans und der Richtung, die Rankin letztendlich seiner Handlung gab, leider zu keiner Zeit warm wurde. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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