Wenngleich Henning Mankell mit seinen Kurt Wallander-Raomen der legitime Nachfolger von Maj Sjöwall & Per Wahlöö ist, setzt auch Willy Josefsson mit seinem Roman "In jenen dunklen Tagen" (rororo 22892 - "Minnet av en mördare", 1999) die Tradition der beiden weltberühmten schwedischen Autoren von sozialkritischen Kriminalromanen fort. "In jenen dunklen Tagen" wird die staatliche Doppelmoral "Vertuschung aus Staatsräson" versus "Wahrheit und Gerechtigkeit" aufgezeigt. Martin Olsson, ein aus Gesundheitsgründen frühpensionierter Polizist, findet sich plötzlich in einem Geflecht krimineller Aktivitäten, die für ihn intuitiv irgendwie zusammenhängen, ohne daß er die Hintergründe kennt: 1) Ein Mann, der vor dreißig Jahren wegen Mordes verurteilt wurde und nunmehr wieder frei ist, kontaktiert Olsson, der damals ermittelte und ihn verhaftet hat, um ihm "Neues" anzuvertrauen, wozu es allerdings nicht mehr kommt. 2) Ein Wissenschafter, der die Umtriebe der schwedischen Geheimdienste untersuchen soll, findet unter einer Stockholmer U-Bahn-Garnitur den Tod, wobei wichtige Dokumente verschwinden. Garniert wird das Ganze noch mit Alkoholschmuggel und Schwarzbrennerei, die offenbar zur Lieblingsbeschäftigung vieler Schweden gehören, und den Folgen des Alkoholmißbrauchs. Zug um Zug dringt Olsson in die beiden Materien ein und kann - für sich - die Fällen zusammenführen und lösen. Bekanntgegeben wird davon allerdings nichts: Ein dreißig Jahre zurückliegender Justizskandal bleibt unaufgedeckt und ein neuer Justizskandal ist hinzugekommen. Aber so etwas soll es nicht nur in Schweden geben.