Kurzbeschreibung
Eigentlich sei Starfish Rules "ein Computerabsturz, der im letzten Moment aufgefangen wurde, jedoch Sekunden zu spät", ein "Buchstaben-Irrgarten", "ein Alptraum, aus dem man ungerne erwacht", so urteilte zumindest die deutsche Presse im Frühjahr 1997 bei dessen Erscheinen. Sein Autor sympathisiert mit dieser Verbalpyrotechnik der Rezensenten, weil er weiß, daß sie "arme Schweine" sind, die von diesem Text überfordert wurden. Die Überforderung bestand aber weniger in literarischer Hermetik - das Buch ist ausdrücklich dem klassischen Storytelling verhaftet - sondern viel mehr in seinem ungenierten Rückgriff auf den Fundus der Populärkultur und seiner Verbindung von augenscheinlich klar differenzierten Bereichen aus Kultur und Geschichte. Das Buch soll diese Überforderungen nahebringen. Tobias O. Meißner outet sich darin als Verächter des einzigen - weil dünnsten - Pynchon-Romans, den er gelesen hat. Gilles Deleuze findet sich in der für ihn unerwarteten Position, sehr einsichtige Bemerkungen zu dieser Art von Prosa zu machen. Michael Scholz, Mitstreiter im Deadline-Project, invadiert mit Fish, dem Bassisten und Hub Gerkin den Roman seines Freundes. Mathias Mertens gibt dem Ersten Grundsatz der Thermodynamik den Vorzug. Und mitten im Gewühl der Berliner Love-Parade denkt Uwe Pralle an die Leseräusche durch Meißners Apokalypse.
Der Verlag über das Buch
Der Literarische Salon ist eine von Studierenden der Geisteswissenschaften organisierte Veranstaltungsreihe an der Universität Hannover. Seit 1992 finden dort regelmäßig Lesungen und Diskussionen mit Autoren, Theater- und Filmregisseuren, Wissenschaftlern und Kulturvermittlern statt. Inspiriert von ausgewählten Veranstaltungen des Literarischen Salons, erscheint im Wehrhahn Verlag nun die Reihe Salon. In den mehrmals jährlich erscheinenden Bänden - herausgegeben von den Initiatoren des Literarischen Salons - sind Prosa und Lyrik, Vorträge und Essays von Gästen dieses außergewöhnlichen Podiums zu finden sowie dort geführte Gespräche nachzulesen.