Aus der Amazon.de-Redaktion
Als Fan von Amateurdetektiven, besonders schwuler Couleur, kann ich sagen, dass Martin Arz hier mit der Figur des Felix von Schwind einen Volltreffer gelandet hat. Felix könnte man als die deutsche Variante von Grant Michaels haar-stylenden Amateurdetektiv Stan Kraychik bezeichnen. Felix ist eine gewitzte, durchtriebene Type und, nicht zu vergessen: ein geiles Stück. Es ist ein pures Vergnügen, dem aufmerksamen Blick von Felix zu folgen, dem - besonders, was das ABC der Männeranatomie betrifft -- nichts entgeht. Als Kundenberater einer Werbeagentur braucht Felix nur zwei Dinge: "Einen guten Job, der sich um Fertigmenüs und Tütensuppen dreht" und eine feste Beziehung. Ersteres fällt ihm leicht, letzteres -- wie sollte es anders sein -- macht ihm etwas mehr zu schaffen.
Aber jenseits schwuler Alltagsprobleme, die hier ironisch aufs Korn genommen werden, ist das Buch natürlich vor allem ein Krimi, und ein guter obendrein. Die Story, im Münchner Werbemilieu situiert, ist spannend und schlüssig, ohne jedoch voraussehbar zu sein. Eine Mordserie, heimliche Sexvideos, flotte Dreier, ein Sling, Drogen, krumme Geschäfte, ein verklemmter, sehr blonder Hobbydichter, eine nymphomane Managergattin, korsische Separatisten, Voodoo-Praktiken, paläontologische Schädelknochen, gluckende Mütter: das und mehr sind die Ingredienzien des Geschehens, welches das selbst ernannte Detektiven-Trio Felix, die kesse Katja und den sündhaft schönen Archange auf Trab hält. Und da wäre noch der verliebte Hauptkommissar Stürzinger, dessen "sehr sehr sehr blauen Augen" Felix nicht unberührt lassen und ihn um eine schwule Erfahrung der 'tierischen' Art reicher machen.
Bleibt zu hoffen, dass diesem sexy und so erfrischend unverklemmten Erstlingswerk, der sich erfreulicherweise nicht um eine biedere politisch-korrekte Ausdrucksweise schert, ebenso gelungene folgen werden. Man darf gespannt sein, wie -- und mit wem -- sich Felix weiterhin in Kalamitäten begibt. Ich jedenfalls werde weiterlesen und sei es nur, um mein Vokabular zu erweitern. Denn wer hat schon jemals von blauen Augen gehört, die je nach Trägerverfassung zwischen "milka-violett", "Eilles-Kaffee-Blau" oder auch dem "leuchtenden Blau der Malossol-Kaviardosen" changieren. --RJ Poole
Der Verlag über das Buch
München mordet im Debüt-Krimi des Malers Martin Arz!Statt seine wohlverdiente Mittagspause beim Chinesen zu verbringen, muß sich Felix an einem glutheißen Julitag mit einer vergammelten Leiche herum ärgern. Na denn: Mahlzeit! Felix, lebenslustiger Single und Kundenberater in einer Münchner Werbeagentur will seine Tage lieber mit Sonnenbaden und der Suche nach wildem Sex mit willigen Kerlen verbringen, statt mit einer Mörderjagd. Doch seine beste Freundin Katja und sein Nachbar Erzengel, ein überirdisch attraktives Hormongeschoß, finden Gefallen am Detektivspielen. Ehe Felix weiß, wie ihm geschieht, wird er Opfer eines brutalen Überfalls und steckt mitten in einem verzwickten Ränkespiel um Sex und Geld mit drogensüchtigen Witwen, omnipotenten Wirtschaftsbossen, verdächtigen Kollegen, grauen Mäusen und einem verliebten Langweiler von der Polizei. Dann geschieht ein zweiter Mord, und Felix kann die Nachforschungen nicht länger Hauptkommissar Stürzinger überlassen...
Martin Arz, Jahrgang 1963, lebt und arbeitet als Künstler und Autor in München. Seine Bilder waren auf zahlreichen Ausstellungen im In- & Ausland zu sehen. Als Journalist schrieb er für viele namhafte Magazine, u.a. Cosmopolitan und SZ-Magazin. Ein Teil seiner Geschichten wurden in dem Sammelband "Ehegeschichten" im Schneekluth-Verlag veröffentlicht. Er war Co-Autor von mehreren Münchner Keipenführern. Seine intimen Kenntnisse über die Welt der Reklame stammen aus jahrelangen eigenen Agenturerfahrungen.