Den Humor Gary Larsons durchzieht ein Thema wie ein roter Faden: Dinge von einer neuen Seite betrachten, eingefahrene Denkmuster verlassen, sich der eigenen Subjektivität und Verletzlichkeit bewusst werden. Seien es Eichhörnchen, die vor naiven Parkbesuchern ihre Niedlichkeit nur vorspielen, während sie hinter den Bäumen mit Gangstermethoden aufwarten, seien es Bären, die mit einem Bestimmungsbuch in der Hand auf Menschenjagd gehen wie Menschen auf Pilzzsuche: Solche Cartoons kennt man von ihm. Da wirken diese schrägen Ideen wie harmloser Klamauk. In diesem Buch hat es Gary Larson indes ausgesprochen genial verstanden, eine scharfe Kritik am Umgang des Menschen mit seiner Welt zu formulieren: Was maßen wir uns eigentlich an, die Natur einzuteilen in Gut und Böse, in Kraut und Unkraut, in Nützling und Schädling? Und wir vergessen dabei, dass wir Teil eines Systems sind, in dem alle aufeinander angewiesen sind, und in dem alle, selbst Würmer, einen Wert besitzen. Dies ist der Trost, den Papa Wurm seinem gefrusteten Sohn vermitteln will. Doch seine Geschichte von der schönen Maid Harriet richtet sich auch an uns: Harriet, so innig sie die Natur auch liebt, versteht sie nicht, handelt also falsch und geht schließlich daran zu Grunde.
Larson kommt ohne moralischen Zeigefinger aus. Das macht sein Anliegen sympathisch. Freilich, wer weiter denkt, erkennt, dass auch Larsons Weltbild einen Horizont hat. Auch er ist nicht frei davon, einzuteilen und zu richten. Ein Buch, über dessen Thema man auch nach der Lektüre noch lange fruchtvoll nachdenken kann.