... den Titel muss man(n) jetzt mal ignorieren... ziemlich blöd. Ich habe ein bisschen überlegt, ob ich es mir überhaupt bestelle, aber es war die richtige Entscheidung. Die übrigen guten Rezensionen stimmen aus meiner Sicht. Ich ergänze hier ein paar Dinge aus meiner Sicht.
Ohne dass ich ein Ernährungsexperte bin: die Grundzüge sind aus heutiger Sicht sehr gut dargestellt: kein "no carb", aber eingeschränktes "low carb", Fett nicht schlecht, Glykämische Last, ...
ich habe einige für mich interessante Dinge daraus gelernt, z. B. über Fette und die Wirkung von Insulin "unter Zucker".
Außerdem fand ich die Tabellen mit Nährstoffangaben wirklich gut.
Ich selbst habe maximal 5 kg zu viel auf den Rippen (eher tiefer), für mich war es gedacht & gut als Zusammenfassung für eine sinnvolle Ernährung, die dauerhaft gesund hält und das Fett weghält. Daher habe ich das Buch gerne als recht kompakte, dünne "Zusammenfassung" zum Nachschlagen bei mir im Schrank. Nächste Edition dann mit besserem Cover-Foto? :-)
Ein inhaltliches Fragezeichen habe ich bei der - m. E. nach dünn begründeten - Aussage, dass man nur 3 Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen soll. In anderen Büchern fand ich es schlüssiger dargelegt, dass man nie Hunger haben soll, da eine (kleine) Mahlzeit u. a. den Grundumsatz für bis zu 5 Stunden gleichmäßig hoch hält - der Körper verbrennt mehr, als bei Hunger, er schaltet gar nicht erst in den "oh Gott, wann kann ich wieder essen" Spar- und Gier-Modus. Daher lieber alle 2,5 - 3 Stunden eine kleine, proteinreiche Mahlzeit oder bspw. Obst (mit niedriger glykämischer Last = wird langsam aufgenommen, trotz der Fructose).
Auf was die Autorin auch noch hätte eingehen können sind Proteinshakes und - eingeschränkt - Proteinriegel. Die machen super satt, schmecken teilweise sehr lecker und sind eine sehr schnelle Ersatzmöglichkeit einer Mahlzeit, wenn man bspw. morgens nicht viel essen mag oder kann, oder zwischendurch etwas möchte. Und natürlich nach dem Training - wie soll man denn sonst einfach das benötigte Eiweiß zum Muskelaufbau zu sich nehmen? Nach dem Training gibt es auch das nette "Naschfenster", wo man 30 - 50 Gramm einfache Zucker/Kohlenhydrate zu sich nehmen sollte, weil das Insulin den Eiweißeinbau in die Muskeln mit ermöglicht (die Muskeln brauchen auch die Glucose, sonst schaltet der Körper wieder auf "Sparmodus" - nix Muskelaufbau).
Kritischer bin ich selbst auch bezüglich Ausdauertraining (Cardio etc.); es gibt gute Begründungen, die ich gelesen habe, warum Ausdauertraining nur (!) Muskeln abbaut (nämlich die, die nicht benötigt werden für die lange Belastung), und der Kreislauf nach dem Ausdauertraining fast sofort von Fettabbau wieder auf normal umschaltet - während er bei Kraftintervall-Training so viele Stoffe verbraucht (Glucose, ATP, ...), dass der Körper danach bis zu 48 h auf deutlich erhöhtem Grundumsatz läuft. Sehr interessant finde ich dazu das Buch "Fit ohne Geräte" von Lauren/Clark. Noch ein Buch mit schlechtem Cover! Aber es wirkt, ist für jeden anpassbar, kostet nicht viel Zeit, ... man darf sich nicht dadurch abschrecken lassen, dass es von einem US Militärtrainer geschrieben wurde. Nicht abschrecken lassen, auch wenn man mit Militär oder "Drill" nichts anfangen kann.
Tolles Buch - wie gesagt: funktioniert super, und spart die ewigen Stunden im Fitness-Studio oder auf dem Joggingweg, Cross-Trainer oder was noch.
Fit ohne Geräte: Trainieren mit dem eigenen KörpergewichtWeitere ganz leichte Abzüge dafür, dass einige Textbausteine in mehrere Absätze gerutscht sind. Das ist ein bisschen schlampig, aber inhaltlich ja kein Manko.