Aus der Amazon.de-Redaktion
Seinen Beruf empfand er als ein wunderbares Privileg, als reines Glück und sein Leben. Nie begriff er, warum man sich bei der Arbeit quälen sollte. Wenn er vor der Kamera stand, dann spielte er, und Spielen war ein Vergnügen, keine lästige Pflicht. Ganze 170 Filme wurden mit Mastroianni gedreht, darunter Kinohits wie
La Dolce Vita oder
Scheidung auf Italienisch.
Sophia Loren und Marcello Mastroianni galten als das letzte Leinwandpaar des internationalen Films. Mit Fellini verband ihn die schönste und wahrste Freundschaft, weil sie auf totalem Mißtrauen beruhte. Viele im Buch abgebildete Schnappschüsse aus seinen Filmen zeigen ihn mit Stars wie Claudia Cardinale, Catherine Deneuve, Daniella Rocca oder Anita Ekberg. Seine Schwäche bestand darin, fünfzig Jahre lang fünfzig Zigaretten am Tag zu rauchen. Zeit seines Lebens kämpfte er gegen das Image eines Latin Lovers, der er absolut nicht war. "Was für ein merkwürdiges Tier ist der Schauspieler, der in eine Figur nach der anderen schlüpft, der erfundene Geschichten erlebt? Wer ist er in Wirklichkeit?"
Proust sagte einmal, daß "die verlorenen Paradiese die schönsten Paradiese sind". Im Originalton wiedergegeben, erzählt Mastroianni während Dreharbeiten in einer abgelegenen Gegend von Portugal aus seinem bewegten Dasein voller Verwandlungen. Man merkt, daß er nicht nur ein begabter Schauspieler war, sondern auch ein brillanter Erzähler. Und so erinnert er sich an einen Traum vom Leben in einem Luftschiff, an die Uniformen der Deutschen, an den ersten Menschen, der in Zeitlupe den Mond betrat, an die Stummfilme von Charly Chaplin, an Marilyn Monroe, den Roten Platz von Moskau, die Unbekannte aus dem Zug, die ihn in einem dunklen Tunnel auf den Mund küßt und daran, daß Cicero 2122 Jahre vor ihm geboren wurde. Den Titel für sein Buch, unter dem sich die kurzen und frischen Anekdoten seines Lebens versammeln, wählt er selbst. "Ein Titel wie ich erinnere mich...ist wie ein offener Raum, er läßt einem mehr Freiheit, wichtige Dinge zu vergessen. Denn die Erinnerung ist merkwürdig, nicht? Merkwürdig wie die Liebe." --Daphne Unruh
Kurzbeschreibung
In seiner Autobiographie äußert sich der vielseitige Schauspieler offen über sein Leben, seine Karriere, seine Rollen. Er erzählt von seinen persönlichen Vorlieben, von seinen Anfängen als Statist, vom Unterschied zwischen dem europäischen und dem amerikanischen Film und vom Umgang mit dem Ruf, der 'Latin lover' schlechhin zu sein. Die Anekdoten, Geschichten und Impressionen, die Mastroianni im Plauderton erzählt, fügen sich zu einem farbigen Erinnerungsbild einer ganzen Epoche.