Die nachfolgende Bewertung habe ich für den Roomba 530 geschrieben. Der Roomba 560 ist weitgehend baugleich. Die Unterschiede: das 560er Modell ist zusätzlich mit einer Programmierfunktion ausgestattet um Räume vollautomatisch zu festgelegten Zeiten reinigen zu lassen. Außerdem ist ein sogenanntes virtuelles Leuchtturmsystem enthalten, das den Roomba von Raum zu Raum leitet und dabei sicherstellen soll, daß jeder Raum vollständig abgearbeitet wird. Wer damit leben kann, seinen Roomba manuell starten und von Raum zu Raum tragen zu müssen, wird vielleicht das von mir getestete und 100 Euro billigere Modell bevorzugen. Der Testbericht trifft jedoch auf beide Modelle zu.
Ich habe etliche Testberichte über Bodenreinigungs- und Staubsauger-Roboter gelesen, bevor ich mich schließlich zum Kauf des Roomba 530 entschieden habe, und bin nach den ersten Testläufen hellauf begeistert von diesem knuffigen und nützlichen R2D2-Vetter.
Die Software des Roomba scheint tatsächlich recht intelligent zu sein. Man kann an seinem Bewegungsmuster sehen, daß er den Grundriß des Raumes ermittelt, um keinen Punkt auszulassen. Wenn er beschließt, daß das Zimmer komplett abgefahren wurde, fährt er selbsständig zur Ladestation zurück, manövriert hinein und piepst zufrieden, in bester R2D2-Manier. Während manche Konkurrenten (Testberichten zufolge) einfach nur von Wänden abprallen und sich ab und an auf der Stelle drehen, bis der Akku leer ist - dieselben Bereiche werden immer wieder abgefahren, andere werden ausgelassen.
Auch beim Manövrieren zwischen Hindernissen wie Stuhlbeinen oder im Innern von engen begehbaren Schränken zeigt sich ein großer Unterschied zwischen Roomba und seinen etwas dümmeren Verwandten. Der Roomba bleibt nirgendwo hängen und manövriert sich recht schnell aus jeder Notlage heraus.
Ebenso überzeugt die solide Verarbeitung des Roomba und seine Reinigungsleistung. Seine Bürsten bekommen auch stärker verschmutzte Teppiche sauber und er schluckt problemlos Katzenhaare, Trockenfutterreste und Münzen. Sogar einen heruntergefallenen Kopfhörer-Adapter habe ich schon im Staubbehälter gefunden.
Probleme gab es bisher keine. Mein Telefonkabel und das Antennenkabel meines Fernsehers sind quer über den Wohnzimmerteppich verlegt, doch der Roomba meistert auch solche Hürden. Er zupft erst ein wenig an den Kabeln, dann greift scheinbar die Teppichfransen-Erkennung und er fährt darüber hinweg, ohne die Kabel einzusaugen. Teppichkanten, Randleisten, Falten im Teppich - er nimmt einfach jedes Hindernis.
Die Lautstärke hält sich dabei in Grenzen. Der Roomba ist zwar nicht unbedingt flüsterleise, aber dennoch leiser als ein Staubsauger. Ich persönlich empfinde die Laufgeräusche nicht als störend und auch meine Katze, die normalerweise vor Staubsaugern die Flucht ergreift, schläft ruhig weiter wenn der Roomba geschäftig an ihrem Sessel vorbeiwuselt.
Die Bedienung ist denkbar einfach. Es gibt nur drei Tasten: "Clean" startet den Reinigungsprozess, "Dock" unterbricht den kleinen Roboter und sendet ihn zurück zur Ladestation, und "Spot" dient zur Reinigung eines kleinen Bereiches, nachdem der Roomba z.B. auf etwas Verschüttetem abgesetzt wurde.
Nach erfolgter Reinigung will der Roomba selbst kurz gereinigt werden. Einen Staubbeutel gibt es nicht, es muß nur ein Auffangbehälter entleert und eventuell ein paar Haare und Flusen von den Bürsten abgestreift werden. Feinstaub bleibt in einem auswechselbaren Filter hängen. Etwas umständlicher als einen Staubsaugerbeutel zu wechseln, dafür gibt es jedoch weniger Abfall und man muß nicht selbst staubsaugen (und keine Möbel rücken - der Roomba fährt problemlos unter Sessel, Sofas und Betten).
Einziger kleiner Minuspunkt: Roomba ist recht energisch, das heißt er fährt recht resolut gegen Möbelstücke und andere Hindernisse. Nicht heftig genug um Schäden zu hinterlassen (es wird sogar eine aufklebbare Gummileiste mitgeliefert, um den Bumper, die Sensor-Stoßstange des Roomba, extra möbelschonend zu polstern), aber leichtere Gegenstände wie Katzenspielzeug oder leere DVD-Hüllen werden schonmal quer durch den Raum geschoben. Wer wie ich in einer Art kreativem Chaos lebt, sollte nach erfolgter Zimmerreinigung auf Stolperfallen achten.