Dieses Buch ist beim online Dating kaum eine Hilfe. Hauptsächlich werden viele statistische, technische und organisatorische Tipps gegeben. Der Autor war sehr bemüht, Füllmaterial für die Seiten zu schaffen.
So wird zu Beginn der "regionale Dating-Faktor" eingeführt - eine Zahl die angibt ob in einem Postleitzahlengebiet eher weniger oder eher mehr Leute sich online auf Partnersuche begeben. Die zugehörige Tabelle plus Deutschlandkarte nimmt dann schon mal vier Seiten ein. Der Tipp der sich dann daraus ableitet liegt nun darin, dass bei niedrigem regionalen Dating-Faktor der Umkreis, in dem Mann sucht erhöht werden soll.
Relativ viel Platz wird auch darauf verwendet ob nun eine Kontaktanzeigenbörse oder eine Vermittlungsagentur geeigneter und wie man einen Anbieter auswählt. Ein seriöser Anbieter soll demnach "Transparenz bei seinen Produkten", "Schutz der Persönlichkeitsrechte", "Risikoaufklärung" und "Redaktionelle Kontrolle" bieten - aber das war es dann auch schon mit den "Tipps".
Das Hauptkapitel des Buches befasst sich mit dem "Ego-Marketing". Allerdings ist hier für den einzelnen Leser das meiste der vielen Seiten dann irrelevant: Zunächst wird anhand eines Tests der "persönliche Dating-Typ" ermittelt. Dieser basiert dann aber nur auf vier Attributen. Daraus ergeben sich dann 16 unterschiedliche Profile, welche auf den folgenden 32 Seiten beschreiben werden. Für einen selbst ist davon aber nur der eigene Typ interessant, der auf 1,5 Seiten beschrieben wird.
Abschließend zum "Ego-Markting" folgt ein viel versprechend klingender Abschnitt "Tipps für die Selbstdarstellung". Dieses Thema hätte sicherlich mehr Aufmerksamkeit verdient als die vier Seiten, die der Autor hierfür übrig hat. Davon befassen sich die hälfte auch noch mit der Frage nach dem Foto. Auch sonst sagen diese vier Seiten kaum wie man einen Anzeige verfassen soll, sondern bringen die überraschende Neuigkeit, dass Männer meist jüngere Frauen bevorzugen und Frauen häufig ein wenig ältere Männer suchen.
Nun beschreibt der Autor wie man die Traumfrau erkennt: Es werden nun 16 Frauen-Typen beschrieben, wovon natürlich nur die zwei oder drei relevant sind, welche zum eigenen Typ passen. Darin erfährt Mann dann z. B. dass man "die individualistische Macherin" daran erkennt, dass sie Handwerkerin sein könnten und vielleicht gern wandert ...
Nun wird das Buch interessant: Es folgt das Kapitel "Es wird ernst ...". Leider ist auch hier der eigentlich wichtige Abschnitt "Kommunikationsstrategien" wieder sehr dünn ausgefallen. Die Tipps sind banal: Freundlichkeit, Rechtschreibung, Fragen stellen, auf gemeinsame Interessen eingehen ... Was mir es dann helfen soll, wenn ich weiß warum Frauen besser flirten können, weiß ich nicht. Dann folgt eine Einführung in Netzjargon und SMS-Akronyme ("lol", "gn8", ";-)" etc. - "hdl" kennt der Autor dafür wohl nicht).
Im letzten Kapitel "Safer Dating" erzählt der Autor dann eine an sich ganz nette Geschichte von einen Typen der auf einem Fake reingefallen ist und diesen nach etlichen Chats wohl eine größere Summe Geld überwiesen hat. Schön, aber nicht das was ich in dem Buch lesen wollte.
Fazit
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Das was Mann wohl am meisten in einem Ratgeber zum Online-Dating interessiert, behandelt das Buch nicht. Dies wären Fragen wie z. B. "Wie schreibe ich ein interessantes Profil?", "Wie verfasse ich geschickt Nachrichten, damit ich für meine Flirtpartnerin interessant bleibe", "Wann sollte man ein echtes Date angehen?" usw. Nein, dieses Buch ist alles aber keine Hilfe zum Flirt via Internet. Praxiserfahrungen sucht man auch vergeblich darin.
Die Unprofessionalität dieses Buches wird auch dadurch deutlich, dass es wohl lediglich der Abdruck aus dem bekannten Textverarbeitungsprogramm ist. Zu professionellen Textsatz hat es wohl nicht gerecht.