Kurt Tepperwein ist eigentlich Unternehmensberater und fand quasi durch die Hintertür zur Lebensberatung. Mittlerweile arbeitet er schon seit vielen Jahrzehnten überaus erfolgreich als Coach und Buchautor und appelliert in seinen Büchern an die Selbstheilungs- und Gestaltungskräfte des menschlichen Geistes. Dieses Buch erscheint seit rund dreißig Jahren (zwischenzeitlich auch als Taschenbuch) in zahllosen Auflagen und kann mit Fug und Recht als Dauerbrenner der Lebenshilfeliteratur bezeichnet werden.
Tepperwein lehrt die Hypnose nur als Methode, ohne sie wissenschaftlich zu erforschen oder zu untermauern. Deswegen verzichtet das Buch auch weitgehend auf theoretische Ausführungen und konzentriert sich auf die praktische Darstellung der Methoden. Das macht es zu einem zeitlosen Klassiker, das vor allem Anfängern einen verständlichen Einstieg in das noch immer sehr geheimnisumwitterte Wissensgebiet ermöglicht.
Tepperwein ist durch und durch Praktiker und verfolgt einen sehr pragmatischen Ansatz; demnach ist die Hypnose das Tor zur Erschließung der ungeahnten Möglichkeiten des Unterbewusstseins und auch zur Aktivierung von Selbstheilungskräften geeignet (während Wissenschaftler ihr bestenfalls eine schmerzlindernde, psychotherapeutische oder stimmungsaufhellende Wirkung zugestehen). In diesem Sinne vertritt Tepperwein ein idealistisches Weltbild - ähnlich wie Robert B. Dilts oder Anthony Robbins - die Hypnosetechniken zur praktischen Lebensgestaltung und zur Einleitung tiefgreifender Wandlungsprozesse benutzen.
Man muss dem Weltbild Tepperweins (der sich nach eigenen Bekundungen auch als Lebenslehrer betrachtet) folgen, um das Buch wirklich gewinnbringend zu lesen. Wer sich eine lückenlose wissenschaftliche Abhandlung im Stil eines klinischen Lehrbuches erwartet, wird enttäuscht. Wer jedoch die vielfältigen Methoden der Hypnose zur Steigerung der Lebensqualität und zur Erreichung von Zielen nutzbringend anwenden will, wird das Buch mit großem Gewinn lesen.
Die einzelnen Methoden werden verständlich und nachvollziehbar dargestellt, spätestens im Kapitel über die Selbsthypnose wird der Leser in die Lage versetzt, die einzelnen Techniken bei sich selbst auszuprobieren. Die dargestellten Methoden entsprechen dem klassischen Repertoire der Hypnotherapie, bei der Nutzanwendung bietet Tepperwein jedoch ein breites Feld mentaler Hilfen zur Bewältigung von Alltagsproblemen und zur Steigerung der Lebensqualität. Jeder, der die Methoden gründlich eingeübt hat, kann sie an seine eigenen Bedürfnisse anpassen.