Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Umangreiche und bestens Ausgearbeitete Darstellung , 5. November 2007
Die Bücher über Jesus von Nazareth sind gegenwärtig zahlreich. Nicht zueltzt das Jesusbuch des Papstes hat zu einer Art Widerbelebung der Lektüre von Büchern über Jesus geführt. Bei allen greifbaren jesusbüchern ist jedoch sehr grob zwischen zwei Arten zu unterscheiden. 1. Jesus Bücher die aus dem Glauben des Autors heraus geschrieben sind und somit ein Bild von Jesus offenbaren, dass nicht frei von gläubigen Überzeugungen und Einsichten ist und 2. Jesusbücher, die mit Hilfe der historisch kritischer Wissenschaftsdisziplin das möglichst objektiv (im Sinne von historisch und kritisch) Aussagbare über Jesus thematisieren. Das vorliegende Buch von Theiße- wie auch schon der Titel verrät - gehört zur letzteren Art von Jesusbüchern. Dabei führt Theißen fundiert und ausdührlicher als nahezu alle vergleichbaren Werke in den aktuellen Stand der jesus-Forschung, indem er zuerst kritisch die bisherige Jesusforschung in den Blick nimmt. Daran schließt eine fundierte einführung in die Quellenlage (christliche und nicht-christliche Quellen über Jesus) an, wonach er eine prägnante Darstellung der historischen Umwelt (politische, soziale Verhältnisse usw.) Jesu liefert. Der Großteil des Buches ist dann dem Wirken und der Verkündigung Jesu gewidmet, seiner Passion und letztlich der Auferstehung und dem Osterglauben sowie dem Nachwirken Jesu bei seinen Anhängern.
Das Buch ist insgesamt klasse ausgearbeitet, neben zahlreichen Literaturhinweisen, tabellarischen Übersichte und Textbeispielen, werden auch Aufgaben gestellt, die der Leser/ die Leserin zur Kontrolle des Gelesenen bearbeiten kann (Lösungen im Anhang). Damit ist das Buch bestens für Studierende der Theologie geeignet, aber auch für alle Interessierten, auch wenn die Sprache z. T. sehr dem wissenschaftlichen Standard entspricht und der Lesefluss bei Ungeübten sicher ins Stocken geraten wird.
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32 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Rundumschlag, 5. Januar 2000
Von Ein Kunde
Es gibt viele Jesusbücher. Letztlich stellen alle eine Sicht der Dinge dar. Seit langen fehlte aber ein regelrechtes Lehrbuch zum Thema Jesus. Nicht zuletzt in Zeiten, wo die Versuche einen "Historischen Jesus" zu skizzieren, immer aggressiver werden. Von "Aufklärungsbüchern" im Sinne von "Was Jesus wirklich tat" (zahlreiche Titel z.B. bei G. Lüdemann) unterscheidet sich dieses Werk wohltuend. Dieses Buch trägt Forschungsergebnisse und Forschungsgeschichte zusammen. Es ist übersichtlich gegliedert, so daß es schnell möglich ist, auf einzelne Kapitel zuzugreifen. Den eigenen Thesen der Autoren geht dabei ein breiter forschungsgeschichtlicher Überblick voraus, auch auf Kontroversen wird hingewiesen. Die eigene Position der Autoren ist dezent und sachlich dargestellt, das Buch will zu eigener Urteilsfindung anregen. Über die Thesen der Autoren kann man zwar hier und da recht geteilter Meinung sein, aber es gehört zu den didaktisch gelungensten Büchern seiner Art. Will man es mit einer zweiten höchst gelungenen Darstellung Jesu aus heutigen Tagen vergleichen, mit Jürgen Beckers Jesus-Buch, so hat Becker zwar das m.E. solidere, geschlossenere Bild von Jesus, ist gegen Theißen/Merz allerdings unübersichtlich und schwerer selektiv zu lesen. In einem gut sortierten neutestamentlichen Bücherschrank finden beide Titel einen guten Platz - je in ihrer spezifischen Eigenart und Stärke. Und die ist bei Theißen/Merz eben eindeutig die Stoffpräsentation und die Bandbreite des Stoffs, so sehr ich Beckers Buch inhaltlich liebe. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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37 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
gutes Lehrbuch, problematische Tendenz, 4. Mai 2004
Theißen und Merz haben, das steht außer Frage, das zur Zeit geeignetste Lehrbuch geschrieben, mit dem sich der Student für das Examen vorbereiten kann. Es gibt umfassend bisherige Jesusbilder und Etappen der Forschung wieder und regt zur eigenen Lektüre an. Hätten sich die Autoren darauf beschränkt, wären ihnen fünf Sterne zu geben. Dabei bleibt es aber nicht. Am Ende eines jeden Kapitels stehen eine Zusammenfassung und Aufgaben, in denen die tendenziöse Absicht des Buches zu Tage tritt. Recht deutlich wird das, wenn in den Aufgabenteilen eine andere Meinung präsentiert wird und die Aufgabe dann lautet: "Was können Sie dieser Deutung methodisch und inhaltlich entgegenhalten?" Die von Theißen / Merz gebotenen "Lösungen" bieten dann in der Tat nicht mehr, als deren eigene Meinung, die bei weitem nicht immer common sense ist. Dazu gehören die völlig unkritische Übernahme rabbinischer Quellen aus dem zweiten Jahrhundert (oder noch später), deren Aussagegehalt für den historischen Jesus mit Recht angezweifelt werden kann. Dazu gehört die Abqualifizierung der amerikanischen Jesus-Forschung mit wenigen plakativen Sätzen, ohne eigene Argumente zu bringen. Und schließlich: die von beiden gebotene These, Jesus völlig in das zeitgenössische Judentum aufzulösen, vermag es kaum, zu erklären, warum dann aus der Bewegung um Jesus eine eigene Religion entstand - irgendetwas Eigenes, Besonderes muss Jesus doch wohl gelehrt haben - oder? Schließlich - als Entscheidungshilfe für Käufer: Das Buch ist ein Lehrbuch, d.h. es ist für Studenten in der Examensvorbereitung geschrieben. Es setzt ein gewisses theologisches Wissen voraus. Wer sich als Nichttheologe für Jesus interessiert, für den ist das Buch gänzlich ungeeignet. Zu empfehlen sind dann die Bücher von Bultmann und Crossan, die beide zusammen das Spektrum der Jesusforschung in ihrer gesamten Bandbreite verdeutlichen.
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