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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Einfach zu lesen, gute Einführung,
Von
Rezension bezieht sich auf: ' An heymlichen orten'. Männer und der weibliche Unterleib. Eine andere Geschichte der Gynäkologie (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist sehr flüssig geschrieben und enthält viele Details, wie Ärzte im Verlauf der Jahrhunderte mit dem "Material" Frau umgegangen sind; dabei spannt sich der Bogen vom Mittelalter bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Der Hauptteil dieses Buches beschäftigt sich mit Methoden und Vorstellungen der Ärzte, wobei auch die Unterdrückung der Frauen - und die Methodik, die dahintersteht! - nicht zu kurz kommt. Alles in allem eine umfassende Einführung, ein guter Überblick, der zum Weiterlesen anregt. Daß das Buch nicht wissenschaftlich angelegt ist, sondern viele Zitate und ab und an auch persönliche Meinungen und Wertungen wiedergibt, finde ich dabei nicht schlimm. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2.0 von 5 Sternen
Nicht uninteressant, aber nicht der große Wurf,
Rezension bezieht sich auf: ' An heymlichen orten'. Männer und der weibliche Unterleib. Eine andere Geschichte der Gynäkologie (Gebundene Ausgabe)
Eine "andere Geschichte der Gynäkologie" hätte es also werden sollen, dieses Buch. Herausgekommen ist eine leicht zu lesende, durchaus nicht uninteressante Einführung in das Thema.
Das Buch besteht zu einem Gutteil aus Zitaten, auch ganzseitigen Abbildungen und Bildzitaten. Diese Zitate sind in der Regel als solche gekennzeichnet, wobei aber nicht immer das genaue Werk oder auch nur der Autor exakt bezeichnet sind. Nachprüfbare bibliographische Angaben, Fußnoten oder Endnoten fehlen überhaupt, bloß im Anhang findet sich eine (unvollständige) Literaturliste. In einem populärwissenschaftlichen Werk wie diesem mag das angehen, wissenschaftlichen Ansprüchen kann und will Faro ja erkennbar nicht genügen. Dennoch hätte insgesamt etwas mehr Sorgfalt im Satz nicht geschadet. So ist nicht immer auf einen Blick zu erkennen ob es sich um verbindende Worte oder ein wörtliches Zitat handelt: mal sind die Zitate eingerückt, mal ist es der Fließtext, ohne erkennbares System. Statt die Zitate nun wirken und für sich selbst sprechen zu lassen, sie vielleicht, wo notwendig, behutsam zu erläutern, bringt die Autorin regelmäßig ihre persönliche Meinung ein, kann sich über weite Stellen sogar eines schon als etwas penetrant zu bezeichnenden feministischen Pathos nicht enthalten. Da fallen methodische Fehler, vor allem der fehlende Seitenblick auf verwandte Disziplinen, schon nicht mehr so ins Gewicht. (Stromstöße und Blutegel, um zwei Beispiele herauszugreifen, wurden nun wirklich nicht nur in der Gynäkologie, nicht nur bei Frauen eingesetzt.) Fazit: Leicht und flüssig zu lesen, durchaus nicht uninteressant, aber nicht der große Wurf. Interessanterweise (Erscheinungsjahr 2002) übrigens noch in "alter" Rechtschreibung. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Nichts Neues aus der Geschichte der Gynäkologie,
Von
Rezension bezieht sich auf: ' An heymlichen orten'. Männer und der weibliche Unterleib. Eine andere Geschichte der Gynäkologie (Gebundene Ausgabe)
Marlene Faro hat nach eigenen Angaben die Geschichte der Beziehung zwischen "Halbgöttern in Weiß" und dem "kranken Weib" in Folianten und Lehrbüchern recherchiert. In Preußen wurden Frauen erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum Medizinstudium zugelassen, aber auch vorher verstanden Mediziner, sich die Konkurrenz von Hebammen um das "Gebärmaterial" vom Hals zu halten. Faro zitiert makabre Berichte von tödlich verlaufenden Entbindungen und berichtet aus Gebärhäusern, die stets genügend mittellose Schwangere als Übungsmaterial für den Medizinernachwuchs bereit hielten. Launige Zitate illustrieren, welche Vorstellungen in der Antike vom weiblichen Körper herrschten: man stellte sich eine im Körper herumwandernde Gebärmutter vor, die schlimmstenfalls einer Kröte ähnelte. Bis ins 19. Jahrhundert hinein hielt sich der Glaube, eine Schwangerschaft sei der Versuch, einen Jungen zur Welt zu bringen. Gebar eine Frau ein Mädchen, hatte sie sich nicht genug angestrengt, ein Mädchen war demnach ein misslungener Junge. Faro beschreibt kurz den Einfluss von Kirche und Klosterbibliotheken auf die Vermittlung medizinischen Wissens, stellt die Ansichten von Ärzten über "Miethlinge" (Ammen) vor und berichtet, dass schon im 16. Jahrhundert das Jungfernhäutchen von Interesse war. Weder "Die Frau als Hausärztin" noch Herr Möbius mit seinem "physiologischen Schwachsinn des Weibes" dürfen in der Zusammenstellung fehlen. Mit dem Thema Geschichte der Gynäkologie haben einige der Texte nur am Rande zu tun. Faro stellt weitgehend bekannte historische Fakten zusammen und fügt ihnen keine eigenen Erkenntisse hinzu.
Ein Buch, das hauptsächlich aus Zitaten besteht, hätte bibliografisch und typografisch sorgfältiger zusammengestellt sein können. Zu einigen zitierten Autorinnen (z. B. Hedwig Dohm) fehlt die Quelle ganz. Dass Zitate und Texte der Autorin nicht deutlicher zu unterscheiden sind (mal sind die Zitate eingerückt, mal der verbindende Text), schadet der Übersichtlichkeit des Buches. Wer zum Thema Geschichte der Gynäkologie arbeitet, legt vermutlich wenig Wert auf die repräsentative Aufmachung eines Buches, sondern mehr auf ausführliche Darstellung, sorgfältige fachkundige Analyse und Zitierbarkeit. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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