Fatma, eine junge kurdische Frau, berichtet über ihre Kindheit in Ostanalolien und, nach ihrer Übersiedlung nach Deutschland, über ihren Zwiespalt, in dem sie sich wiederfindet, nachdem sie die offene Gesellschaft in Mitteleuropa kennengelernt hat. Sie berichtet über die grauenvoll anmutenden Erlebnisse, die sie und andere Frauen in dieser männerdominierten, frauenfeindlichen Gesellschaft durchmachen, über Vergewaltigungen in und außerhalb der Ehen, über ihren dominaten Vater, der sie auch wegen Nichtigkeiten mit körperlichen Züchtigungen zu "erziehen" versucht, über ihre Mutter, die zwar selbst unterdrücktes und missachtetes Opfer ist, es aber dennoch nicht verhindert, dass ihre Tochter dasselbe Schicksal erleiden soll. Sie soll mit einem türkischen Mann zwangsverheiratet werden, was für Fatma das Ende jeglicher Freiheiten bedeutete. Orientierungslos, angstbesetzt und in ihrem Selbstverständnis als Frau kleingemacht versucht sie, den tradierten Zwängen zu entfliehen und sich von ihrer Familie loszusagen, ein Fluch vor Alla, gegen alle Traditionen, die ihr seit Anbeginn vorgelebt wurden. Ihre Anklagen sind erschütternd, die Unehrlichkeit dieser Männerwelt entmutigend, die Unaufgeklärtheit dieser provinziellen Gesellschaft, die sich auf den Koran beruft, ohne ihn wirklich zu kennen, aus hiesiger Sicht unfassbar.
Es bleiben jedoch Zweifel, ob sie, Fatma, die aus Furcht vor Rachte anonym bleiben muss, dieses Buch wirklich selbst geschrieben hat. Etwas zu glatt erscheinen all die kritisch-analytischen Aussagen vor dem Hintergrund ihrer bildungsschwachen ländlichen Herkunft. Dennoch hat es ihre Mentorin verstanden, die Probleme der unterdrückten Frauen in der Türkei (und der in Deutschland lebenden!) aus dem Blickwinkel unserer liberalen europäischen Gesellschaftsnormen auf den Punkt zu bringen. - Und dieses Land, das Frauen geringschätziger als die eigenen Haustiere behandelt, will Mitglied in der EU werden? Aufklärung tut dringend Not, auf allen Gebieten, wenn es gelingen soll!