Dankbar sollte man sein, dass Hubert Wießkirchen den Blick wieder mal weg von den Eltern und professionellen Pädagogen/-innen und den zahlreichen medialen Ersatzerziehern/-innen abwendet und die Gleichaltrigen wieder ins Blicklicht setzt.
Der Dozent und Studiendirektor für Pädagogik räumt zunächst mit drei Grundirrtümern auf. Hierbei räumt Wießkirchen mit den Allmachtsfantasien der Pädagogen, der Eltern und der Genforscher auf.
Weder das eine noch das andere wird hauptsächlich die Entwicklung der Kinder beeinflussen. Immer wieder sind es Unwägbarkeiten, die die Heranwachsenden formen.
Der Autor plädiert dafür, die Bedeutung der Gleichaltrigen wieder angemessen zu berücksichtigen. Man wird erstaunt sein, welche Faktoren dabei eine besondere Rolle spielen dürfen.
Nachdem der Dozent mit Detailwissen und guter Kenntnis der psychosozialen Bedingungen der Kinder und Jugendlichen die Bedeutung der Peer-(Gleichaltrigen-)Gruppe aufgezeigt hat, gibt er hilfreiche Beispiele zu einer gelasseneren Erziehungsverantwortung.
Der im Anhang aufgeführte Fragebogen wird ebenso zu einer Selbstreflexion der Erziehenden beitragen können.
Insgesamt ein Buch das aufzeigt, wie viele unterschiedliche Faktoren auf die einzelnen zu erziehenden Personen einwirken.
Dies ist kein detaillierter Bauplan. Aber immerhin eine Grobaufstellung aller an der Erziehung Beteiligten.
Wer diese Grundinformationen beherzigt, wird sich früher oder später an einem Bau erfreuen können, in dem die Zukunft wohnen kann.