Ein Roman, der wieder aufgelegt werden sollte. Nicht nur, weil er ein Novum darstellt, in dem sein Autor Romain Gary unter dem Deckmantel Emile Ajar zum zweiten Mal den Prix Goncourt gewann, was Autoren normalerweise nur einmal zugestanden wird. Vor allem wegen seinem erzählerischen Esprit, seinem Charme. Aus der Sichtweise seines Ich-Erzählers schildert der Autor das Leben des Araberjungen Momo, der von Pflegemutter der Madame Rosa aufgezogen wird, die früher einmal eine Prostituierte war. Das Leben ist kein Zuckerschlecken, doch Momo findet sich darin zu Recht. Madame Rosa hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kinder anderer Prostituierte zu beschützen, indem sie sich um sie kümmert. Skurile Figuren tauchen in Momos Welt auf, erzählen vom Leben abseits der Boulevards. Wie der Roman endet, Momo sich um die sterbende Madame Rosa kümmert, ist ein literarisches Meisterstück und für Momo der Beginn eines neuen Lebens. "Das Glück ist ein schönes Miststück, eine üble Sau. Und man müßte ihm manchmal beibringen, was Leben heißt." lauten zwei Sätze aus dem Roman, der einen mit dem Gedanken zurückläßt: Du hast das Leben noch vor dir.