Irma Hildebrandt hat in ihrem Buch Münchner Frauen aus zwei Jahrhunderten portraitiert, die auf ihrem jeweiligen Gebiet ungeheures geleistet haben und ihre Heimatstadt mit geprägt haben.
Ihrer Zeit weit voraus, verfügten sie allesamt über herausragende Fähigkeiten, so dass sie bis heute als Mätressen(Lola Montez), Künstlerinnen(Gabriele Münter), Schriftstellerinnen(Franziska v. Reventlow), Komikerinnen (Lisl Karlstadt)- um nur einen Teil heraus zu greifen - unvergessen sind. Dabei zumeist ihrer Heimat sehr verbunden, sind sie zu Lebzeiten nicht immer so gewürdigt worden, wie sie es verdient hätten, aber gerade im katholisch geprägten München stießen sie oft an gesellschaftliche Grenzen. Und doch gingen sie unbeirrt ihren Weg, jede auf ihre Art.
Irma Hildebrandt weiß lebendig zu erzählen und Lust zu machen auf ausführlichere Biographien der fünfzehn vorgestellten Frauen. Jedoch muss erwähnt werden, dass dieses Buch erstmals bereits 1990 erschien und somit nicht auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand ist. Besonders beeindruckend ist das letzte Portrait, ein Interview mit der inzwischen verstorbenen Grete Weill, die sehr lebendig das Bild einer verlorenen Generation nachzeichnet.
Ein sehr schönes, informatives und gut lesbares Buch und nicht zuletzt ein literarischer Reisebegleiter.