Das Buch von Stefanie Bachstein ist jedem Leser wärmstens zu empfehlen. Für Ärzte und Pflegepersonal in der Ausbildung sollte es zur Pflichtlektüre werden.
Frau Bachstein beschreibt in ihrem Erfahrungsbericht wie ihre Tochter Jule durch einen ärztlichen Behandlungsfehler sterben musste und was dies für sie, ihre Familie, aber auch die behandelnde Notärztin für Folgen hatte.
Da ich selber im medizinischen Bereich tätig bin, weiß ich, dass hier ein Tabuthema angesprochen wird, von dem jährlich eine Vielzahl von Patienten und Angehörigen betroffen sind, nämlich ärztliche Behandlungsfehler. Es ist dringend an der Zeit, dass hier ein Umdenken stattfindet. Frau Bachstein fordert in ihrem Buch einen anderes Verhalten seitens der Ärzte, deren Versicherungen und der Rechtssprechung, wenn so ein Fehler passiert ist und Behandlungsfehler werden immer wieder passieren, denn Ärzte sind eben auch nur Menschen und als solche leider nicht unfehlbar. Bemerkenswert ist, dass Frau Bachstein nicht nur die Sicht der Betroffenen aufzeigt, sondern ebenso nach der Sicht der Ärztin fragt. Dies ist in Anbetracht ihres persönlichen Verlustes mehr als bewundernswert. So wird auch auf einen Mangel in der Ausbildung zum Notarzt aufmerksam gemacht.
Frau Bachstein schreibt, sie hoffe, aus Jules Tod würde etwas Gutes wachsen. Ich bin sicher, dass sie mit diesem Buch einen Stein ins Rollen gebracht hat, der diese Hoffnung zur Realität werden lässt!