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Das grobmaschige Netz/Sein letzter Fall: Zwei Romane in einem Band [Taschenbuch]

Håkan Nesser , Christel Hildebrandt , Gabriele Haefs
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch --  

Kurzbeschreibung

3. August 2009
Kommissar Van Veeterens erster und letzter Fall

Das grobmaschige Netz: Als Janek Mitter eines Morgens mit einem entsetzlichen Kater aufwacht, liegt seine Frau Eva ermordet in der Badewanne. Er ist sich sicher, dass er nicht der Mörder ist, aber beweisen kann er es nicht. Am Vorabend hatte er mit seiner Frau mächtig gezecht, und nun fehlt ihm die Erinnerung an einige Stunden …

Sein letzter Fall: Eine tote Frau in einem leeren Swimmingpool. Ein Mörder mit einem wasserdichten Alibi. Und Ex-Kommissar Van Veeteren, dem dieser Fall - der einzig ungelöste seiner Laufbahn - auch fünfzehn Jahre nach der Tat keine Ruhe lässt.



Produktinformation

Interview mit dem Autor Håkan Nesser: Jetzt reinlesen [593kb PDF]
  • Taschenbuch: 800 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (3. August 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442739314
  • ISBN-13: 978-3442739318
  • Originaltitel: Det grovmaskiga nâtet/Fallet G
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 4,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 171.716 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

"Lesen ist großartig, aber schreiben ist vielleicht noch großartiger", sagte Håkan Nesser einmal. Den deutschen Lesern ist er besonders durch die Reihe mit Kommissar Van Veeteren bekannt sowie durch die "Gunnar-Barbarotti"-Krimis. In Schweden sind seine Werke so anerkannt, dass zwei seiner Bücher zu Schulliteratur wurden: "Kim Novak badete nie im See von Genezareth" sowie "Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla". Das freut den Autor besonders, weil er bis 1998 als Lehrer tätig war. Der 1950 in der schwedischen Gemeinde Kumla geborene Schriftsteller hat Geisteswissenschaften studiert und Englisch und Schwedisch unterrichtet. Er lebt heute mit seiner Familie in London und auf Gotland.

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Håkan Nesser, geboren 1950, ist einer der interessantesten und aufregendsten Krimiautoren Schwedens. Für seine Kriminalromane um Kommissar Van Veeteren und Inspektor Barbarotti erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, sie sind in mehrere Sprachen übersetzt und wurden erfolgreich verfilmt. Daneben schreibt er Psychothriller, die in ihrer Intensität und atmosphärischen Dichte an die besten Bücher von Georges Simenon und Patricia Highsmith erinnern. "Kim Novak badete nie im See von Genezareth" oder "Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla" gelten inzwischen als Klassiker in Schweden, werden als Schullektüre eingesetzt, und haben seinen Ruf als großartiger Stilist nachhaltig begründet. Håkan Nesser lebt mit seiner Frau in Stockholm und auf Gotland.

Dr. Gabriele Haefs studierte in Bonn und Hamburg Sprachwissenschaft. Seit 25 Jahren übersetzt sie u.a. aus dem Dänischen, Englischen, Niederländischen und Walisischen. Sie wurde dafür u.a. mit dem Gustav- Heinemann-Friedenspreis und dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet, zuletzt 2008 mit dem Sonderpreis für ihr übersetzerisches Gesamtwerk. Sie hat u.a. Werke von Jostein Gaarder, Håkan Nesser und Anne Holt übersetzt. Zusammen mit Dagmar Mißfeldt und Christel Hildebrandt hat sie schon mehrere Anthologien skandinavischer Schriftsteller herausgegeben.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Samstag, 5. Oktober - Freitag, 22. November

Er erwachte und konnte sich nicht an seinen Namen erinnern.
Außerdem tat ihm alles weh. Flammen loderten in seinem Kopf und in seinem Hals, seinem Magen und seiner Brust. Er schluckte, aber es blieb dann bei dem einen Versuch. Die Zunge klebte ihm am Gaumen. Brannte und schrie nach Wasser.
Seine Augen pochten. Schienen aus ihren Höhlen herausquellen zu wollen.
Ich bin niemand, dachte er. Nur ein einziges großes Leiden.
Das Zimmer war dunkel. Er bewegte einen Arm, der andere lag eingeschlafen und stechend unter ihm.
Doch, es gab einen Nachttisch. Ein Telefon und ein Glas. Eine Zeitung. Einen Wecker.
Er hob den Wecker, doch der rutschte ihm aus den Fingern und fiel auf den Boden. Er tastete eine Weile danach, bekam ihn dann zu fassen und hob ihn hoch, hielt ihn sich vors Gesicht.
Das Zifferblatt war selbstleuchtend. Er erkannte die Zahlen.
Zwanzig nach acht. Morgens, vermutlich. Noch immer wusste er nicht, wer er war.
Das war ihm noch nie passiert. Natürlich war er schon häufiger aufgewacht, ohne zu wissen, wo er war. Oder welcher Tag es war. Aber seinen Namen... hatte er denn jemals zuvor seinen Namen vergessen? John? Janos?
Nein, aber etwas Ähnliches.
Irgendwo weit hinten in seinem Hirn war alles gespeichert, nicht nur sein Name, sondern alles ... sein Leben und seine Gewohnheiten und seine Schwächen. Alles lag da, zum Greifen nah. Hinter einer dünnen Haut, die nur zerrissen werden musste. Eigentlich beunruhigte ihn das nicht weiter. Er würde alles, was er wissen musste, noch früh genug erfahren.
Und vielleicht bestand ja gar kein Grund zur Vorfreude.
Plötzlich steigerten sich die Schmerzen hinter seinen Augen. Vielleicht kam das vom Denken, auf jeden Fall war der Schmerz eine Tatsache. Eine weiß glühende und entsetzliche Tatsache. Ein Schrei aus Fleisch.
Und nichts hatte daneben noch Bedeutung.
Die Küche lag links und kam ihm bekannt vor. Er brauchte gar nicht lange nach dem Röhrchen zu suchen, die Gewissheit, dass er bei sich zu Hause war, wurde immer größer. Natürlich konnte ihm in der nächsten Sekunde alles wieder einfallen.
Er ging zurück in die Diele und versetzte einer Flasche, die auf dem Boden lag, einen Tritt. Die Flasche kullerte über das Parkett und blieb unter dem Heizkörper liegen. Er ging zur Toilette. Drückte auf die Klinke.
Die Tür war abgeschlossen.
Mühsam bückte er sich. Stützte die Hände auf die Knie und betrachtete das Schloss. Rot. Richtig. Besetzt. Übelkeit stieg in ihm auf.
"Aufmachen ...", wollte er sagen, aber er brachte nur ein heiseres Krächzen zu Stande. Wie um den Ernst der Lage zu betonen, schlug er zweimal mit den Fäusten gegen die Tür.
Keine Antwort. Kein Laut. Wer immer drinnen saß, hatte einwandfrei nicht vor, ihn einzulassen.
Ohne Vorwarnung stieß er reichlich sauer auf. Vielleicht kommt noch mehr... er wusste, dass es jetzt um Sekunden ging. Rasch stolperte er wieder durch die Diele. Und in die Küche.
Die kam ihm diesmal vertrauter vor als vorhin. Ich bin auf alle Fälle in meinem Haus, dachte er und kotzte ins Spülbecken.
Mit Hilfe eines Schraubenziehers drehte er dann am Schloss der Badezimmertür herum. Er hatte das sichere Gefühl, das nicht zum ersten Mal zu machen.
"Entschuldigung, aber mir blieb nichts anderes übrig."
Er ging hinein und wusste in dem Moment, in dem er das Licht einschaltete, wieder, wer er war.
Und auch die Frau in der Badewanne konnte er sofort identifizieren.
Sie hieß Eva Ringmar und war seit drei Monaten mit ihm verheiratet.
Sie lag in einer seltsam verzerrten Haltung in der Wanne. Ihr rechter Arm hing in unnatürlichem Winkel über den Wannenrand. Ihre sorgfältig manikürten Nägel berührten den Fußboden. Ihre dunklen Haare schwammen auf dem Wasser. Ihr Gesicht war nach unten gedreht, und da die Badewanne bis zum Rand gefüllt war, konnte kein Zweifel daran bestehen, dass seine Frau tot war.
Er selber hieß Mitter Janek Mattias Mitter Lehrer für Geschichte und Philosophie am Bunge-Gymnasium in Maardam.
Normalerweise wurde er JM genannt.

Als ihm diese Erkenntnisse gekommen waren, kotzte er ein weiteres Mal, dieses Mal in die Toilette. Danach nahm er noch zwei Tabletten aus dem Röhrchen und rief die Polizei an.

2

Die Zelle war wie ein L geformt und grün. Ein einziger einheitlicher Grünton, an Wänden, Boden und Decke. Verhaltenes Tageslicht sickerte durch ein hochgelegenes Fensterchen. Nachts konnte er einen Stern sehen.
Es gab eine Ecke mit Waschbecken und Wasserklosett. Eine an der Wand befestigte Pritsche. Einen wackeligen Tisch mit zwei Stühlen. Eine Deckenlampe. Eine Leselampe.
Er nahm verschiedene Geräusche wahr und die Stille. Und den Geruch seines Körpers.
Der Anwalt hieß Rüger. Er war groß und bucklig und zog das linke Bein nach. Mitter schätzte ihn auf Mitte fünfzig, einige Jahre älter als Mitter selber. Rügers Sohn kannte er, wenn er sich nicht irrte, aus der Schule. Hatte ihn vielleicht sogar unterrichtet ... einen blassen Jungen mit unreiner Haut und ziemlich schlechten Leistungen. Vor acht oder zehn Jahren musste das gewesen sein.
Rüger gab ihm die Hand. Drückte seine lange und kräftig und machte dabei ein ernstes und zugleich wohlwollendes Gesicht. Mitter hatte den Eindruck, dass sein Gegenüber irgendwann mal einen Psychologiekurs besucht hatte.
"Janek Mitter?"
Mitter nickte.
"Eine schlimme Geschichte."
Der Anwalt zog seinen Regenmantel aus, schüttelte das Wasser heraus und hängte ihn an den Haken neben der Tür. Der Wärter drehte zweimal den Schlüssel im Schloss und entfernte sich durch den Korridor.
"Draußen regnet's. Hier drinnen ist es eigentlich viel gemütlicher."
"Haben Sie eine Zigarette?" Rüger fischte eine aus der Tasche.
"Nehmen Sie, so viele Sie wollen. Ich verstehe nicht, warum die euch das Rauchen nicht erlauben."
Er setzte sich an den Tisch. Legte seine schwere lederne Aktentasche darauf. Mitter zündete die Zigarette an, blieb aber stehen.
"Wollen Sie sich nicht setzen?" "Nein, danke." "Wie Sie wollen."
Der Anwalt öffnete eine braune Mappe. Nahm mit Maschine beschriebene Blätter und einen Notizblock heraus. Tippte einige Male mit dem Kugelschreiber auf den Tisch und stützte dann die Ellbogen auf.
"Eine schlimme Geschichte, wie gesagt. Das möchte ich gleich zu Anfang loswerden."


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen keine 2 Romane 23. Oktober 2011
Von Womoro
Format:Kindle Edition|Verifizierter Kauf
Hiermit will ich nicht auf den Inhalt des Buches eingehen, obwohl es mir gut gefallen hat, ein Nesser eben. Was ich irreführend finde ist, dass im Titel steht : 2 Romane in einem Band. Im Gegensatz zum Titel, der vom Papier-Doppelband ist, bekommt man hier als ebook nur den Titel "Sein letzter Fall". Ein wenig kann man das aus der Beschreibung ableiten, wo auch nur dieser Inhalt besprochen wird. Ich finde es aber trotzdem irreführend.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Kindle Edition|Verifizierter Kauf
Weil ich das Buch sehr Spannend finde. Nesser schreibt sehr gute psyschologische krimis. Man ist vom ersten bis zum letzten Wort gefesselt. Ich fange an zu lesen und kann nicht mehr aufhören.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überraschendes Ende 20. März 2013
Format:Kindle Edition|Verifizierter Kauf
Ich lese Hakan Nesser sehr gerne, weil er mich vom ersten Wort an fesselt. Er schreibt so unfassbar gut. Davon abgesehen ist die Geschichte super spannend und das Ende hat mich total überrascht. Wunderbar.
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3.0 von 5 Sternen Sein letzter Fall 6. Juni 2014
Format:Kindle Edition|Verifizierter Kauf
Der erste Teil der Geschichte war sehr spannend und nachvollziehbar. Leider hat der zweite Teil das ganze unnötig in die Länge gezogen. Dadurch war es dann ein ziemlich langweiliges Buch.
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5.0 von 5 Sternen na klar, ist ein echter Nesser 4. Mai 2014
Format:Kindle Edition|Verifizierter Kauf
Sehr beeindruckend auch im persönlichen Schicksal des Protagonisten, toller Stil, so wie man ihn gewohnt ist von Nesser. Ich bin und bleibe ein Fan von diesem Autor.
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4.0 von 5 Sternen Ein schönes Geburtstagsgeschenk! 23. Dezember 2013
Format:Taschenbuch|Verifizierter Kauf
Ich hatte nach einem Geburtstagsgeschenk gesucht und dieses Buch gefunden, mein Mann liest sehr gern die fesselnden Romane von Hakon Nesser. Es ist ein Geschenk und wurde vor ein paar Tagen erst verschenkt, kann keine konkrete Bewertung für diesen Roman abgeben. Generell sind die Krimi's von H. Nesser sehr spannend.
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