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Laudatio zum Kurd Laßwitz Sonderpreis, 6. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Die große illustrierte Bibliographie der Science Fiction in der DDR (Gebundene Ausgabe)
Wieviel Arbeit in einer Bibliographie steckt, die auch literaturwissenschaftlichen Ansprüchen genügt, kann bis in die letzte Konsequenz wohl nur jemand beurteilen, der dies einmal versucht hat. Hans Peter Neumann hat seine Ansprüche noch höher als die Germanisten gesetzt und damit ein Standardwerk geschaffen, das neue Maßstäbe setzt. In zehnjähriger Arbeit hat er alle relevanten Informationen zusammengetragen, um vier Jahrzehnte Science Fiction Literatur in der DDR umfassend und detailiert zu erfassen. Er hat dabei nicht nur die in den Büchern angegebenen bibliographischen Daten erfasst oder sich bequem auf bisherige Bibliographien gestützt, sondern hat alle Daten nachrecherchiert, fehlende Daten ergänzt und so manche Falschinformation korrigiert. Zu seiner Arbeitsweise gehörte es auch, jedes erfasste Buch in der Hand gehalten zu haben, somit dürfte die Fehlerrate seiner Bibliographie gegen Null gehen, was einmalig ist. Aber Hans-Peter Neumann hat sich nicht auf Bücher beschränkt, auch wenn er hier alle erschienenen Auflagen einzeln aufführt. Er hat alle SF-Texte bibliographiert, die in Heftreihen, Zeitschriften und Magazinen, in Wochenzeitungen, Tageszeitungen und in Fanzines der DDR erschienen sind. Und er legt Wert auf eine hohe Verwendbarkeit seines tausendseitigen Mammutwerkes, was nach dem ausführlichen, mit Titelbildern illustrierten und nach Sprachgebieten geordneten Hauptteil zu weiteren Kapiteln mit chronologischen Listen, Buchreihen und mehreren Registern führte. Ein handlicher Supplementband mit allen Grunddaten erlaubt dem Leser zudem die Recherche vor Ort. Die Bibliographie ist somit nicht nur ein unverzichtbares Nachschlagewerk für Sammler und Science Fiction Fans, sondern kann jetzt schon als Standardwerk für die Literaturwissenschaft angesehen werden, deren Ansprüche mehr als nur erfüllt werden. Und für zukünftige Bibliographen hat Hans Peter Neumann die Messlatte sehr, sehr hoch gesetzt. Die Mehrheit der deutschsprachigen SF-Schaffenden stimmt deshalb dafür, Hans Peter Neumann für »Die große illustrierte Bibliographie der Science Fiction in der DDR« (sowie für seine fortwährende Arbeit in diesem speziellen Fachgebiet durch Supplementbände und Publikationen in Zeitschriften und Almanachen) den Kurd Laßwitz Sonderpreis des Jahres 2002 für herausragende Leistungen im Bereich der deutschsprachigen Science Fiction zu verleihen.
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Heureka!, 27. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Die große illustrierte Bibliographie der Science Fiction in der DDR (Gebundene Ausgabe)
Etwas mehr als sechshundert Seiten umfasst das Kernwerk der Bibliographie. Eingebettet ist diese in ein kurzes aufschlussreiches Inhaltsverzeichnis, einer Definition und Abgrenzung des Gegenstandes, einer Erläuterung des Aufbaus und ein Abkürzungsverzeichnis. Hinter den Werken angefügt Science Fiktion in sorbischer Sprache, klassische Utopien, fremdsprachige Veröffentlichungen, ein Gesamtverzeichnis und Sekundärliteratur. Der Anhang ist üppig ausgestattet mit einem chronologischen Verzeichnis, Science Fiktion Titeln in Buchreihen, Heftreihen, Zeitschriften und Tageszeitungen. Die Personen- und Titelregister ermöglichen das schnellen Auffinden jedes Werkes. Das Kernwerk ist sortiert nach Autoren, nennt deren Geburts- und gegebenenfalls Sterbejahr. Die einzelnen Werke sind illustriert und detailliert dargestellt. Gerade hier zeigt sich die enorme Fleißarbeit des Autors und seiner Mitarbeiter. Für den Sammler ist dies keine Fundgrube, sondern schon eher ein Steinbruch an Fachwissen. Hilfreich für Recherche in Zweifelsfragen, aber auch nützlich um fehlende Werke liebgewonnener Autoren zu entdecken. Selbst weniger bekannte Autoren wie der Pole Stefan Grabinski sind vertreten. Allerdings zunächst erstaunlich, das Grabinski in nur einen Buch vertreten ist. Der Erklärung liefert Neumann in einem der nachfolgenden Kapitel über verbreitete bibliographische Irrtümer. Hier wird der interessierte Leser darauf hingewiesen, dass Grabinski ein typischer Vertreter verwandter Genres ist. Dies ist korrekt und zeigt die hohe Sorgfalt beim Abwägen der Klientel. Das umfangreiche Werk richtet sich an den Kenner und Liebhaber dieses speziellen Literaturkreises. Das Vervollständigen von privaten Science Fiktion Sammlungen ist durch die Möglichkeit von Online Auktionen in den letzten Jahren deutlich erleichtert worden. Gerade die vorliegende Bibliographie ist dazu hilfreich und nützlich.
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Diese Bibliographie setzt Maßstäbe, 24. Januar 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die große illustrierte Bibliographie der Science Fiction in der DDR (Gebundene Ausgabe)
Akribie, Korrektheit, Qualität sind gewiß keine Eigenschaften des heutigen Zeitgeistes, aber gerade sie findet man in Hans-Peter Neumanns Bibliographie in einem fast schon erschreckend hohem Maße verwirklicht. Diese Bibliographie setzt Maßstäbe. Sie ist methodisch durchdacht, sie erschöpft ihr Sachgebiet so komplett, wie dies überhaupt menschenmöglich ist, und sie bietet eine ungeheuere Fülle von Details, beispielsweise Abbildungen aller Titelbild-Varianten. Wer sich wirklich über die DDR-SF informieren will, wird hier in überreichem Maße fündig. [Karlheinz Steinmüller, Alien Contact]
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