Allgemeinbildung ist in vielen Jobs wichtig. Das sehe ich auch, wenn sprachlich gewandte Jungtexter nur deshalb auflaufen, weil ihre Geschichten nicht genügend Andockstellen finden. Die Frage ist nur, wie man Allgemeinbildung im Zeitalter potenter Internetsuchmaschinen definieren soll. Muss ich tatsächlich wissen, wie viel die Produktion vom Blockbuster Titanic gekostet hat? Gelte ich in Deutschland als Depp, wenn ich den Bewohner vom Schloss Bellevue nicht kenne? Bin ich ein Sportbanause, nur weil ich nicht aus dem Stegreif sagen kann, bei welcher Sportart es einen Penalty gibt? Ganz abgesehen davon, dass diese Frage gar nicht richtig beantwortet werden kann, weil auch im Eishockey Strafstösse im Reglement stehen. Kurz: die Erfinder solcher Tests sollten wieder einmal ernsthaft über Sinn und Unsinn ihres Tuns nachdenken.
Da dem dicken Wälzer zum Glück eine CD beiliegt, mit der man sein Allgemeinwissen spielerisch überprüfen kann, habe ich die zehn Fragen zu den verschiedenen Themengebieten brav gelöst. Und mit Erleichterung stellte ich fest, dass ich als allgemein gebildet gelte, aber nicht überall das Punktemaximum erreichte. Mit einem Hundertprozentstatus leben zu müssen, hätte mich angesichts so vieler Fragen unter der intellektuellen Gürtellinie wahrscheinlich depressiv gemacht.
Wer zu einer Prüfung antreten muss, die solche Tests vorsieht, wird andere Gedanken haben als ich. Er möchte einfach ein Buch, wenn möglich mit CD, zur besseren Vorbereitung. Und dazu ist es schließlich auch primär gedacht. Gleich vorweg, nur die Aufgaben auf der CD zu lösen, wird nicht ausreichen. Denn auf der Scheibe findet sich leider nur eine kleine Auswahl der vielen Fragen. Wer wirklich profitieren möchte, muss wohl oder übel alle Fragen im Buch durcharbeiten. Denn anders als bei anderen Tests geht es hier nicht darum, einen Mechanismus zu durchschauen, sondern die gewünschten Antworten zu geben. Und selbst wenn man alle 23 Themen durchgeackert hat, bleibt noch die Ungewissheit, ob dann im Ernstfall nicht doch etwas anderes gefragt wird. Aber auch bei diesem Vorbereitungsbuch gilt: Wer trainiert, erhöht die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg.
Mein Fazit: Über Sinn und Unsinn solcher Einstellungstests zu streiten, macht wenig Sinn, wenn man sie bestehen will. Hier wird den armen Prüflingen eine dicke Sammlung von Fragen geboten, auf die man Antworten finden sollte, um nicht als ungebildet zu gelten. Also durchackern und am Schluss mit der CD prüfen, wo man steht.