Die große GU-Nährwert Kalorientabelle ist eines ganz gewiss: ausführlich, wenn es um Nährwertangaben zu einem Nahrungsmittel geht. Die Einteilung nach Lebensmittelgruppen ist dabei ebenso hilfreich (gerade auch, wenn man Lebensmittel einer Kategorie vergleichen will), wie das Griffregister. Auch der Aufbau der Tabellen ist übersichtlich. Das Format ist für den Alltagsgebrauch nicht ganz so praktisch, wie die Taschenkalenderformate der Konkurrenz. Als Einkaufsführer ist der Band so leider nicht geeignet.
Zu jedem Lebensmittel sind über 20 Nährwerte im Hauptteil angegeben, darunter neben den Angaben von Kcal und kJoule, Eiweiß, Fett (inkl Angabe mehrfach ungesättigen Fettsäuren) Kohlehydrate (mit Angabe der Ballaststoffe), die wichtigsten Vitamine, Wasser, Cholesterin und Mineralstoffe (Salzgehalt!),
Das ist sehr ausführlich und hilfreich. in weiteren Kapiteln wird auch noch der weitere Vitamingehalt, Gehalt an Spurenelementen, Nitrat/Nitrit und bioaktiven Pfanzenstoffen für ausgewählte Lebensmittel angegeben.
Vermisst habe ich eine Auflistung der Zusatzstoffe, was sich hinter welchem E verbirgt.
Generell begrüßenswert sind die Angaben für jeweils 100 gr, denn in der Tat kann das Gewicht eines Brötchens oder die persönliche Vorstellung einer Portion erheblich auseinandergehen. Allerdings hat das den Nachteil, dass man, wenn man z.B. unterwegs etwas verzehrt und nicht nachwiegen kann, man später schätzen muss, wieviel man nun zu sich genommen hat. Ich selbst habe dabei schon kräftig daneben gelegen, nach unten wie nach oben. Als Richtlinie wäre es deshalb sinnvoll, auch die handelsübliche Portionsgröße anzugeben.
Größter Kritikpunkt aber ist aus meiner Sicht, dass die Zahl der aufgeführten Lebensmittel viel zu gering ist.
Der Band umfasst nur ca. 2.000 Lebensmittel - und das ist nicht gerade viel, denn man stößt immer wieder (und sehr schnell) auf Lücke, selbst bei geläufigen Lebensmitteln.
Besonders schmerzlich ist mir das beim Brot aufgefallen: Gerade einmal 16 Einträge gibt es für Brot und Brötchen. Rosinenbrötchen? Fehlanzeige. Focaccia oder Ciabatta? Fehlanzeige.
Einträge zu Schinkenspreck und Lachsschinken gibt es, aber ob Parma- oder Serranoschinken nun eher in Richtung Schinkenspeck oder Lachsschinken gehen? Keine Ahnung, die Tabelle zumindest lässt einen ahnungslos.
Und das zieht sich leider durch das ganze Buch.
Mein Fazit, nachdem ich mein Ernährungsprotokoll der letzten Tage auf die Nährwerte überprüfen wollte: Ein Ding der Unmöglichkeit mit dieser Tabelle. Ohne eine zusätzliche ausführlichere Tabelle (oder das Internet) geht es nicht. Ein sehr unbefriedigendes Ergebnis.
Das Kapitel zu moderner Ernährung (Grundregeln einer gesunden, abwechslungsreichen Ernährung, Tagesbedarf) macht einen soliden Eindruck. Gerade für den Einsteiger eine gute Grundlage, derjenige, der sich bereits intensiver mit Ernährung beschäftigt hat, wird hier aber nichts Neues finden (kein Manko, das erwarte ich von diesem Band auch nicht).
Der Bewertung des Kapitels "Ernährungen bei Krankheiten" enthalte ich mich, als Nicht-Betroffene kann ich die Qualität der Angaben nicht beurteilen.
Mag sein, dass die GU Nährwert Kalorientabelle dem gute Dienste leistet, der aufgrund einer Krankheit auf seine Ernährung achtet (obwohl auch Diabetiker sicher des öfteren verzweifelt nach einem Lebensmittel suchen werden). Für denjenigen, dem es vor allem um eine Ernährungsumstellung zur Gewichtsreduktion geht, ist der Band nur eingeschränkt geeignet. Die Lücken in der Liste sind zu groß, allzuoft ist man gezwungen, auf eine zweite Quelle auszuweichen. Das kann aber aus meiner Sicht nicht Sinn eines solchen Bandes sein. Schade, denn die Ausführlichkeit der Angaben zu den einzelnen Lebensmitteln weiß schon zu überzeugen.
Von mir also leider nur zwei Sterne, da es an Alltagstauglichkeit mangelt.