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Die Wurzeln für den neuerlichen Niedergang der amerikanischen Wirtschaft nach den geradezu goldenen Jahren unter der Regierung Clinton sieht Krugman bereits in der Regierungszeit von George Bush sen. angelegt, der ebenfalls einen desaströsen Haushalt hinterlassen hatte und dessen (Wirtschafts-)Politik von seinem Sohn in erschreckender Kontinuität fortgesetzt wird. Freilich übersieht der Autor nicht, dass zur Hochzeit des Booms die amerikanische Wirtschaft, insbesondere die Börse, stark überhitzt und ein Dämpfer ebenso absehbar wie nötig war. Gleichwohl sei das Ausmaß des Niedergangs der Regierung eindeutig zurechenbar. Fast schon mit Genuss zitiert Krugman in seinem Vorwort das Satiremagazin The Onion, das unmittelbar nach der Vereidigung von George W. Bush am 18. Januar 2001 dem neuen Präsidenten folgende Worte in den Mund gelegt hatte: "Der Albtraum von Wohlstand und Frieden ist endlich vorbei." -- "Gut gebrüllt Löwe", kommentiert Krugman: "Denn genau so ist es gekommen."
Der große Ausverkauf ist ein lesenswerter Beleg dafür, dass es entgegen anders lautender Menetekel in den USA eine kritische Öffentlichkeit nach wie vor gibt. --Andreas Vierecke
Paul R. Krugman ist Professor für Wirtschaft und ein Medienstar. Wie das geht? Ganz einfach: Seit 2000 schreibt er für die New York Times Leitartikel und Kolumnen. Sie sind eine Art Fehlersammlung der amerikanischen Wirtschaftspolitik. Krugman, der als Anwärter auf den Wirtschaftsnobelpreis gilt, hatte in den letzten Jahren einiges zu tun: Während die 1990er dem Haushalt einen Rekordüberschuss brachten und Millionen Arbeitsplätze entstanden, ging es mit dem Beginn der Ära Bush steil bergab: schwankende Arbeitslosenzahlen, Rekordverschuldung, explodierende Rüstungsausgaben, Außenhandelsdefizit, Dollar-Schwäche usw.
Krugman ist analytisch brillant und formuliert sogar bissiger als Michael Moore. Man kann es nur als seltene Doppelbegabung bezeichnen, wenn ein renommierter Princeton-Professor mit so viel Leidenschaft und Witz genauso innenpolitische wie weltwirtschaftliche Schieflagen benennen und kritisieren kann. Die Asienkrise, Alan Greenspan, der Rechtsruck in den USA, Energiepolitik und vieles mehr nimmt Krugman ins Visier. Man kann dieses Buch aus ökonomischem Interesse lesen, aus Freude am "Bush-Bashing" -- oder ganz einfach wegen seines eloquenten Stils. Nur lesen, das sollte man es wirklich! --Carsten Hansen
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Polemisch, aber wahr,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der große Ausverkauf. Wie die Bush-Regierung Amerika ruiniert (Gebundene Ausgabe)
Paul Krugman, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Princeton University ist regelmäßiger Kolumnist der New York Times. VOn ihm erschien unter anderem: "Die grosse Rezession". Er gehört wirtschaftspolitisch zu den Anhängern von John Maynard Keynes und befürwortet eine nachfrageorientierte Politik. Im vorliegenden Buch wird dies an der Würdigung für James Tobin deutlich, dem Anreger einer Steuer auf weltweite Kapitalströme, der den simplen und mechanischen Keyesianismus der vierziger Jahre in eine gut durchdachte Wirtschaftslehre umwandelte (so die Bewertung Krugmans auf S. 258 des vorliegenden Buches). Scharf geht er insbesondere mit der Wirtschaftspolitik der Regierung Bush ins Gericht, dem er schamlose Interessenpolitik für die Reichen vorwirft.Das interessante an diesem Buch ist jedoch, dass der Wirtschaftswissenschaftler und Berater Präsident Clintons hier erstmals sein Fachgebiet verläßt und auch eine politische Bewertung der Regierung Bush abgibt. In Anlehnung an den Revolutionsbegriff, den Henry Kissinger, langjähriger republikanischer Außenminister unter Nixon und Ford, in seiner Doktorarbeit entwickelt hat, sieht er in der Mannschaft um George Bush Revolutionäre, die den bisherigen gesellschaftlichen Konsens zugunsten einer reinen wirtschaftlichen Interessenpolitik für die Reichen und einer aggressiven imperialistischen Außenpolitik aufgegeben hätten und wirft der Bush-Regierung in diesem Zusammenhang schlicht Radikalismus vor (S. 31). Das vorliegende Buch beinhaltet ein Kompendium an Aufsätzen, die der Autor zwischen 2000 und 2003 für die New York Times geschrieben hat. In diesem Buch wird sie in vier Themenbereiche geteilt, wobei es insbesondere um die Wirtschafts-, Finanz-, aber auch die Gesellschafts- und Außenpolitik der Bush-Regierung geht. Nun gibt Krugman zu, dass bestimmte Entwicklungen unter Clinton eingesetzt hätten, bescheinigt jedoch diesem Präsidenten samt dessen Finanzminister Rubin eine gut durchdachte Wirtschaftspolitik, insbesondere in der Reaktion auf Ereignisse in der Weltwirtschaft in den 1990-ger Jahren (Stichwort: Asienkrise, Mexikokrise). Damit hatte sich der Autor schon in seinen früheren Publikationen, insbesondere: "Die grosse Rezession" (1999) beschäftigt. Interessant vor allem der Zusammenhang zwischen Wirtschaftspolitik und politischem System herausgearbeitet wird: "Das verantwortungsbewusste Handeln, das wir in den neunziger Jahren kennen und schätzen gelernt hatten, war offenkundig nicht viel mehr als ein glücklicher Zufall, der daraus abgeleitete Vertrauensvorschuss vollkommen ungerechtfertigt. Die Konservativen jedenfalls hatten nichts, aber auch gar nichts dazugelernt. Im Wahlkampf 2000 trat George W. Bush mit einem Programm auf, das stereotyp zwei Schlagworte wiederkäute: Steuersenkungen und Sozialabbau. Die Rechnung ging vorn und hinten nicht auf und konnte gar nicht stimmen." (S. 18). Diese Themen werden in den Aufsätzen vertieft, wobei Wieerholungen vorkommen. Krugmans Thesen sind für mich stimmig. So ist es ja kein Zufall, dass der demokratische Präsident Clinton ein Land ohne Staatsverschuldung hinterließ, unter seinem Nachfolger Bush innerhalb von drei Jahren über vier Milliarden Dollar Staatsschulden entstanden sind. Wer dieses begreifen will, sollte dieses Buch lesen - zusammen mit dem Buch: "Die roaring nineties" von Joseph E. Stieglitz. Auf wirtschaftlichem Gebiet sind dies sicherlich die beiden besten Bücher, die zur Zeit auf dem deutschen Markt erschienen sind. Leider ist es an einigen Stellen sehr polemisch und zu wenig ausgewogen, da die Schockwirkungen, die der 11. September 2001 bewirkt hat, zu wenig berücksichtigt werden. Denn sicherlich hätte auch ein Präsident der Demokraten, ob Clinton oder Bush, auf die entsetzlichen Ereignisse des 11. September mit der Ausweitung der Verteidigungsausgaben reagiert und versuchen müssen, die an dem Attentat Schuldigen zu bestrafen. Gut jedoch, dass die katastrophale Wirtschaftspolitik der Regierung, die Krugman den "großen Ausverkauf" nennt, präzise und genau herausgearbeitet werden. Insofern ein wirklich gutes Buch und unbedingt - neben Stieglitz - lesenswert. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Abrechnung mit den Raubrittern des Bush-Clans,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der große Ausverkauf. Wie die Bush-Regierung Amerika ruiniert (Gebundene Ausgabe)
Paul Krugman ist einer der brillantesten wirtschaftswissenschaftler der jüngeren geschichte. Er besitzt die seltene gabe schwierige ökonomische probleme leicht verständlich und spannend darzustellen.Vor einigen jahren begann er für die renommierte New York Times als kolumnist zu schreiben. Ursprünglich wollte er dort vor allem über internationale wirtschaft (sein spezialgebiet) schreiben. Die haarsträubende politik von Bush jun. führte aber dazu, dass sich Krugman vor allem um die innenpolitik kümmerte. Bush jun. verwandelte den haushaltsüberschuss der Clinton-Ära in ein rekorddefizit, vor allem durch massive steuersenkungen für reiche. In die großen bilanzskandale wie enron sind führende republikaner maßgeblich beteiligt. Auch der private reichtum von Bush jun. ist durch dubiose machenschaften entstanden. Der terroranschlag vom 11. september wird von den republikanern schamlos ausgenützt: unter dem deckmantel der nationalen sicherheit und der wirtschaftsbelebung werden die dubiosesten gesetze und vorhaben durchgedrückt. Viele Enthüllungen sind ausgesprochen überraschend: so beweist krugman, dass die energiekrise in kalifornien von den stromerzeugern künstlich geschaffen wurde, um wucherpreise (auf kosten des staates kalifornien) verlangen zu können. Ein absolutes top-buch! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Lesegenuss für Bush-Kritiker,
Von Rolf Dobelli "getAbstract.de" (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Der große Ausverkauf. Wie die Bush-Regierung Amerika ruiniert (Gebundene Ausgabe)
Unmissverständlich und ohne Schnörkel kommt Paul Krugman auf den Punkt. In der Zusammenstellung seiner wichtigsten Kolumnen für die New York Times beweist der Professor der Princeton University, dass er zu Recht zu den renommiertesten amerikanischen Wirtschaftsexperten zählt. In klarer Sprache analysiert er die Misere der Bush-Regierung umfassend. Leicht nachvollziehbar beschreibt Krugman die Methoden, mit denen der amerikanische Präsident seine Macht festigen und den Boden für eine Revolution der radikalen Rechten bereiten will. Dabei argumentiert Krugman nie polemisch und stellt auch nicht einfach wilde Spekulationen in den Raum. Das Lügengebäude der Bush-Regierung präsentiert der Anwärter auf den Wirtschaftsnobelpreis anhand von Fakten seriös und kompetent. Die Zusammenhänge, die Krugman herstellt, machen das Buch gerade für europäische Leser besonders interessant: Denn viele der amerikanischen Probleme bestimmen auch die wirtschaftspolitische Diskussion hierzulande. Wir sind der Meinung: Ein Lesegenuss für alle Bush-Kritiker.
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