Keine Ahnung, ob jemals jemand diese Rezension lesen wird. Aber es muß einfach mal gesagt werden: Dies Büchlein ist nur zur einen Hälfte ein Kochbuch. Die andere ist ein herzerfrischendes Stück Plauderei aus dem Aldikunden-Nähkästchen.
Wie war das doch? Keiner gibts es zu, aber alle kaufen dort. Wie sonst sollte der Laden derart brummen. Die heimliche Aldigemeinde ist mit Sicherheit riesig. Obwohl immer mehr den Mut fassen, sich zu outen. Deshalb wissen auch viele Mitbürger, dass ein Einkauf bei Aldi eine ganz eigene Sache ist. Man erlebt dort Dinge, die man nirgendwo anders erlebt. Und eben davon sprechen diese herrlichen Anekdoten zwischen den Rezepten. Der Wiedererkennungswert ist beeindruckend. Ich mußte häufiger Glucksen vor Lachen. So viel nette Selbstironie. So viel fein beobachtetes aldikundentypisches Verhalten. So viel richtig gut geschriebene Satire. Echt klasse!
Ganz nebenbei sind die Rezepte wirklich ernstzunehmende Tipps für alle Leute, die nicht allzu anspruchsvoll sind, was Essen angeht. Ideal für eilige Singles, geldknappe Studenten und Kochanfänger. Doch selbst, wenn man nicht ein einziges Rezept nachkocht, lohnt sich der Kauf dieses Buches (allein schon bei dem lächerlichen Preis), denn es ist eine, eine, eine... ach, ich zitiere einfach von der Rückseite:
Aldidente ist weder Werbebroschüre noch Warentest, sondern Gesellschaftsreportage und lukullische Feldforschung im Selbstversuch.
Mahlzeit!