Movieman.de
Die Idee, einen Horrorfilm in pseudodokumentarischer Form zu erzählen, ist nicht neu. "The Blair Witch Project" hat den Weg geebnet und vor kurzem erst gab es "Cannibals" und "Cloverfield". Zombies scheinen zurzeit bei diesem Ansatz besonders beliebt zu sein, wie unlängst "Rec" und "Diary of the Dead" gezeigt haben. Nun gibt es also "The Zombie Diaries", der sich von den anderen Filmen abzuheben versucht, indem er das Schicksal verschiedener Menschen in den Mittelpunkt rückt. Immer dabei ist natürlich die Kamera, aber gerade das macht nicht in jeder Situation Sinn. Während es für die Dokumentarfilmcrew noch in Ordnung geht, ist es für die Gruppe von Überlebenden doch eher unwichtige Spielerei. Der Film ist in Ansätzen nicht schlecht. Der Auftakt ist spannend gestaltet, vor allem, wenn die Filmcrew durch das dunkle Haus streift und erstmals einem Zombie begegnet. Leider gibt es im Verlauf des Films aber auch zu viele redundante Szenen inklusive einiger doch recht alberner Dialoge und Situationen, so dass sich der anfangs gute Eindruck nicht verfestigen kann. Den Machern gelingt aber immer wieder die Schaffung von Spannung, wobei das Finale, das einen Monat in die Vergangenheit zurückkehrt, recht interessant ausgefallen ist, ist hier doch plötzlich nicht länger der Zombie die größte vorhandene Bedrohung. Fazit: Ansatzweise gelungener, etwas zerfahrener, aber unterm Strich durchaus anschaubarer Film, dessen Dokumentarstil natürlich so neu auch wieder nicht ist.
Moviemans Kommentar zur DVD: Das Bild hat natürlich Schwächen, aber das liegt auch am Ansatz, es wie einen Dokumentarfilm wirken zu lassen. Die Hand-Held-Kamera wackelt. Die Schärfe ist nur als angenehm zu beschreiben und bei Details oftmals nachlässig (Wollpullover bei 00:04:25). Der Kontrast ist deutlich besser. Die Tagszenen, besonders am Anfang, neigen zum Überstrahlen (Autos und Haus bei 00:02:18), aber bei Nacht ist der Nachtsichtmodus der Kamera ganz gut gelungen (01:06:09), so dass man im Hintergrund die herannahenden Zombies sehen kann. Rauschen ist in variabler, aber deutlicher Form vorhanden. Der deutsche Ton klingt klarer und weitflächiger. Direktionalität ist bei den Dialogen vernehmbar. Dazu kommen Effekte wie Schüsse, die im Hintergrund hörbar sind. Das englische Original ist darüber hinaus teils schwer zu verstehen, da die Schauspieler auch mit Akzent sprechen. Das Bonusmaterial kann sich sehen lassen. Neben einem Trailer gibt es eine gute Viertel Stunde an entfallenen Szenen, die für den Film nicht wichtig, aber auch nicht uninteressant sind. Das fast einstündige Making Of lässt die Macher ausgiebig zu Wort kommen. Die Macher erzählen zum Beispiel auch, dass sie sich für ein Full Script entschieden haben, obwohl die Art des Films natürlich extensives Improvisieren erlaubt hätte. Es gibt auch kurze Ausschnitte aus einem früheren Film der Macher zu sehen, "The Unseen", dessen Darsteller teils auch in "The Zombie Diaries" zum Einsatz kommen. --movieman.de
VideoMarkt
Ein Team der englischen Fernsehnachrichten schwärmt aus, um dem Gerücht vom Ausbruch eines Virus in der ländlichen Provinz nachzugehen. Als man eine Panne hat und nach Hause telefoniert, ist das Land bereits von einer Invasion lebender Toter überrumpelt. Mehrere bewaffnete Überlebende, die sich bei Besorgungsfahrten kennen lernen, bauen eine Farm zur zombiefreien Zone aus, sichern das Gelände und bekommen trotzdem jede Menge Arbeit. Denn beileibe nicht jeder Lebende führt Gutes im Schilde.
VideoWoche
Wieder überrennen Zombies die Zivilisation, und wieder erfährt der staunende Betrachter von dieser unerhörten Neuigkeit durch ein paar tapfere Überlebende, die sich selbst und andere beim Überleben filmen. "28 Days Later" trifft "Blair Witch Project", wenn man so will, inszeniert für wenig Geld von Leuten, die es immerhin fertig bringen, dem Film ein akzeptablen Look zu verleihen, und den Zuschauer trotz Handkamera nicht seekrank zu machen. Originell und ambitioniert für seine Verhältnisse, Fans vom Fach werden nicht beleidigt, sondern gepflegt unterhalten.
Blickpunkt: Film
Die Zombiekatastrophe aus erster TV-Übertragungshand servieren ambitioniert und angesichts des geringen Budgets erstaunlich ansehnlich die Macher dieses spannenden englischen Horrorfilms.
Kurzbeschreibung
Ein unbekannter Vogelgrippe-Virus verbreitet sich rasend schnell in der Bevölkerung. Innerhalb weniger Wochen vereinnahmt er von der kleinsten ländlichen Dorfgemeinschaft bis zur großen Weltmetropole den gesamten Planeten. Schon bald sieht sich die Bevölkerung in einer völlig neuen Situation und auf einmal sehr realen Bedrohung gegenüber: den Untoten. Hier beginnt die Geschichte. Drei spannende Videotagebücher berichten über die ersten Momente nach dem Ausbruch der Epidemie bis zu den letzten Tagen der albtraumhaften Apokalypse: Eine Dokumentarfilmcrew reist ins ländliche Umland, um die ausgebrochene Epidemie auf Video festzuhalten und Interviews mit der Bevölkerung zu führen. Erst jetzt bemerkt das Team, wie weit der Virus bereits um sich gegriffen hat... Ein frisch verheiratetes Ehepaar will ein paar Tage außerhalb Londons verbringen, als es inmitten ausgestorbener Dörfer in die dort lauernde Gefahr stolpert... Eine Gruppe Überlebender sucht verzweifelt Zuflucht auf einem verlassenen Bauernhof, um sich dort zu verbarrikadieren... Verfolge die sich ausbreitende Zerstörung durch den Blick der Anwesenden als wärest du selbst mittendrin...