Aus der Amazon.de-Redaktion
Das junge Berliner Quintett Radiopilot legt mit dem Debütalbum Leben Passiert ein schönes Popwerk vor, von Produzent Olaf Opal (ua. Juli, Sportfreunde Stiller, The Notwist) lupenrein produziert. 13 deutschsprachige Songs passend zum Albumtitel berichten von jugendlicher Identitätssuche, Orientierungslosigkeit und Liebe zwischen Traum und Abschied, musikalisch zwischen Indie-Gitarrenrock und chorlastigem Powerpop angelegt. Dabei sind der Band etliche prägnante Texte gelungen, etwa das lärmige Liebeslied Du + ich in Stereo oder das sehnsuchtsvolle Immer wenn wir träumen, manche wiederum kommen etwas naiv-holprig rüber, wie etwa Tokyo:Berlin. Unüberhörbar wehen durch viele Songs Britpop-Anleihen, Beatles-Harmonien und Sound-Arrangements der Sixties, auf ausgelassene Weise durch OK, behutsamer bei Schmetterling und mit opulenter Dramaturgie auf Zoogedanken. Hier stimmt der Bogen vom sparsamen Pianoauftakt, in den die heftigen Gitarren einfallen und sich samt verfremdetem Orchestralsound zum großen Finale steigern. Ähnlich phantasievoll ist auch Surfen arrangiert, doch insgesamt würde man sich ein bisschen mehr melodische Abwechslung und musikalische Risikofreude wünschen. Und etwas mehr Standfestigkeit von Sänger Lucas Pizon, dessen Soloparts ausgerechnet auf der jazzigen Ballade Sterne heut Nacht reichlich verwackelt klingen. Das Potential ist da - wie man auch in Konzerten hören kann - Radiopilot müssten sich nur trauen. -- Ingeborg Schober
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Kurzbeschreibung
Leben passiert ist nicht nur Name des ersten Longplayers, sondern auch wegweisend für die Sichtweise einer verschworenen Gemeinschaft, die bereits durch einheitliches Bühnenoutfit den grundlegenden Teamgedanken der Band für jeden deutlich macht. Zusammen für eine Sache kämpfen und Zuschauer begeistern: Das ist die Pop-Mission von Radiopilot.
Der Künstler über die CD
„Wir schreiben Songs, weil wir verwirrt, wütend, enttäuscht, verlassen sind. Weil das Leben ungeahnte Wege einschlägt, die man nicht vorhersehen kann. Würden wir keine Songs schreiben, wären wir bestimmt wie die Anderen auf der Straße gelandet und würden heute noch Leute vermöbeln, weil wir wütend, enttäuscht und verlassen sind. Jeder braucht ein Ventil. Das ist das unsere.“ hatte der Sänger, Gitarrist und Songschreiber ins offizielle Bandinfo formuliert und damit bei dem einen oder anderen Beobachter für Kopfschütteln gesorgt. Die krawallige Aussage hatte so herzlich wenig mit den durchdacht arrangierten, brit-affinen Popsongs der fünf Hauptstädter gemein. „Es liegt uns am Herzen, zu polarisieren“, erläutert Lukas. „Man muss keine ein-zwo-drei-vier-Haudrauf-Mucke machen, um innere Notstände musikalisch umzusetzen. Wir sind eine Popband, diese Bezeichnung ist uns wichtig. Die Leute sollen ruhig ratlos zurückbleiben.“
Biographie der Mitwirkenden
„Die Ziele aller jungen Menschen, die in ihrer jugendlichen Naivität beginnen, gemeinsam Musik zu machen, sind wohl immer die Gleichen: Alle wollen Songs für die Ewigkeit schreiben, auf großen Bühnen stehen, bewundert werden und im besten Fall ihr möglicherweise tatsächlich vorhandenes Talent zum erfüllenden Beruf machen.“ - Lukas Pizon, Sänger und Gitarrist. Auf dem Hindernis-Parcours Richtung Pop-Profitum nebst glamouröser Unsterblichkeit haben Radiopilot die wichtigsten Frühetappen bereits mit Bravour gemeistert: Nach ungesignten Anfangserfolgen (Triumph beim „Emergenza“ und „John Lennon Talent Award“), anschließendem Major-Plattendeal (bei der SONY-BMG-Division Columbia Deutschland), schicken Support-Slots (P!nk, Juli, Moneybrother) und Download-Debütsingle („Fahrrad“) steht am Ende monatelanger Arbeit am Debütalbum im Frühjahr 2008 sowohl Erkenntnis als auch Albumname: „Leben passiert“. Vor ihrem Album „Leben passiert“ erscheint jedoch mit „Monster“ die erste offizielle Single-Auskopplung. Ein Stück, das Lukas Pizon folgendermaßen charakterisiert: „Monster ist ein Song, in dem es um den inneren Schweinehund geht, der einen daran hindert, das Leben aktiv in die Hände zu nehmen. Ziellosigkeit und das Fehlen einer Aufgabe im Leben machen einen träge und lustlos. Der Alltag wird zum Teufelskreis, den man nur allein wieder aufbrechen kann. ‚Monster’ ist kein negativer Song. Der Text beschreibt einen Umbruch im Leben eines jungen Menschen. Den Moment, in dem er selbst realisiert, dass nur er allein sein Leben verändern kann. Um ehrlich zu sein, ist der Text doch ein wenig negativ behaftet. Denn das besungene ‚ich’ soll einer meiner besten Freunde sein, der im Begriff ist, sein Leben die Toilette herunter zu spülen. Vielleicht wacht er ja auf, wenn er den Song im Radio hört.“ Radiopilot schreiben Songs, um mit der eigenen Wut, den Enttäuschungen und Überraschungen klar zu kommen, die das Leben tagtäglich offenbart. Jeder Mensch eignet sich im Laufe seines Lebens die für ihn geeigneten (Überlebens-)Techniken an, um mit den Unwägbarkeiten der eigenen Existenz umgehen zu können. Für Radiopilot ist dies die Schaffung, Umsetzung und Produktion eigener Musik. Dabei nimmt die Band keine Rücksicht auf Konventionen, erst Recht nicht auf die musikalischen Reglements melodienscheuer Indies. Radiopilot lieben Songs. Sie wollen ihre Hörer begeistern und dafür zurückgeliebt werden. Sie selbst fühlen sich verstanden vom Britpop der Neunziger Jahre mit all’ seiner Arroganz und Trefferquote für Hits. Radiopilot singen auf Deutsch, weil sie auch auf Deutsch empfinden. Im Sommer 2008 stellen sich die Fünf einmal mehr einem großen Publikum. Eine umfangreiche Konzertreise mit Ich+Ich steht an. Ausgestattet mit den Songs ihres Debütalbums, das unter der Regie von Ausnahme-Produzent und Radiopilot-Fan O.L.A.F Opal (Miles, Naked Lunch, Notwist, Juli, Liquido usw.), braucht die Band weder Kritiker- noch Konsumentenurteil zu fürchten. Hier treffen große Melodien auf wütende Rocksongs, die man nicht mehr missen möchte. „Leben passiert“ ist dabei nicht nur Name des ersten Longplayers, sondern auch wegweisend für die Sichtweise einer verschworenen Gemeinschaft, die bereits durch einheitliches Bühnenoutfit den grundlegenden Teamgedanken der Band für jeden deutlich macht. Zusammen für eine Sache kämpfen und Zuschauer begeistern: Das ist die Pop-Mission von Radiopilot. Radiopilot sind: Lukas Pizon (Gesang und Gitarre), Rafael Triebel (Gitarre und Gesang), Florian Büttner (Klavier), Benjamin Steinke (Bass) und Christoph Hengelhaupt (Schlagzeug).


