Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Selbst wenn man noch keine fünfzig ist ..., 11. November 2009
... hat man heute als halbwegs wacher Musikrezepient schon viele sogenannte Supergroups diverser Spielarten kommen (und zuweilen auch schnell verschwinden) sehen. Und egal ob sie nun Audioslave, The Good, The Bad & The Queen, Velvet Revolver oder The Raconteurs heißen - immer versammelt sich illustres und zumeist sehr talentiertes Personal um eine herausragende Persönlichkeit, die dieser Zweckgemeinschaft als Klammer dient und die Prägung vorgibt. Ob nun Tom Morello, Damon Albarn, Slash oder Jack White, ein jeder drückt seinem Projekt den Stempel der Dominanz auf - follow the leader. Auf den ersten Blick gilt dies auch für Them Crooked Vultures, den wohl heißesten Hype des ausgehenden Jahres, denn es sind zunächst die Queens Of The Stone Age von Frontmann Josh Homme, die sich hier zunächst in den Vordergrund schieben. Doch recht schnell merkt man beim Anhören dieses heftigen und kantigen Brockens, dass sehr wohl auch die beiden anderen Mitglieder dieser Kollaboration ihre deutliche Handschrift beigetragen haben. Vor allem der raue Bluesrock von Led Zeppelin-Bassist John Paul Jones gibt dem Großteil der Songs eine angenehm erdige Note - "No One Loves Me ..." oder das schwergängige "Elephants" gewinnen so deutlich an Charme. Bei "Scumbag Blues", einem richtigen Rockfetzen, ist die Spielfreude der drei schier mit Händen zu greifen, Gitarrensoli galore und ab dafür. Andere Stücke wiederum sind eher beatgetriebene Stoner-Nummern - "Mind Eraser" mit seinem lustigen Horn-Outro, die erste Single "New Fang" oder auch die deutlich beschleunigten "Dead End Friends" und "Gunman". Alles gebrochen, nichts geglättet - mit "Warzaw..." gibt's gegen Ende sogar noch einen satten, fast neunminütigen Nachschlag lupenreinen psychedelischen Progressive-Metal - können sie also auch. Kurz, diese Mischung macht deutlich mehr Spaß als manches spätere QOTSA-Album, auch wenn einem nach einer Stunde der Schädel mächtig dröhnt. Aber das wiederum sollte ja bei einer Supergroup dieser Besetzung als Arbeitsnachweis mindestens zu erwarten sein ...
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hol's der Geier !, 14. November 2009
Drei Vollblutmusiker haben sich zusammengefunden und geben dem Affen kräftig Zucker. So würde ich es mal in einem Satz umschreiben wollen. Während viele andere Rezensenten sich anscheinend gut mit Queens Of The Stone Age auskennen, muss ich mich zu meiner Schande als völlig Unwissenden, diese Band betreffend, outen. Ja, shame on me. Joshua Homme ist mir schon ein Begriff, aber hauptsächlich aus Artikeln der einschlägigen Musikpresse. Ich kenne Dave Grohl durch Nirvana (...of course), aber von den Foo Fighters besitze ich auch nur ein Album, The Colour And The Shape. Ich bin mehr im ausgehenden Led-Zeppelin-Jahrzehnt mit Rockmusik in Berührung gekommen und möchte meine Rezension etwas von der Seite der (vielleicht) älteren Hörerschaft beleuchten. Dass Homme und Grohl zusammen mal ein Album machen würden, wäre keine zu große Überraschung gewesen, schließlich kennen die Herrschaften sich gut und Grohl war auch schon Gasttrommler bei Queens Of The Stone Age. So unwissend bin ich dann doch nicht. Aber die Kombination mit dem über 60-Jähringen John Paul Jones war für mich schon eine Überraschung, auch wenn er schon mit seinem alten Kumpel Jimmy Page bei einem Foo Fighters Konzert in Wembley vor mehr als 80000 Besuchern als Gast auftrat. Jones war für mich immer eher der ruhende Pol bei Led Zeppelin gewesen, der die Showeffekte und die Eskapaden in der Öffentlichkeit vorzugsweise seinen exzentrischeren Bandkollegen überließ und sich später als renommierter Komponist, Arrangeur und Musikproduzent einen Namen machen konnte. Jetzt tritt er in gesetztem Alter noch mal ins Rampenlicht. Und wie...
Ich konnte es mir nicht verkneifen, und habe doch schon mal auf der Bandwebsite das Album angehört, obwohl ich es eigentlich viel aufregender finde, eine CD frisch auszupacken, um dann Musik zu hören, von der man wirklich noch keine einzige Note kennt. Und es entfaltet wirklich erst die CD den Charme, der mir das Musik hören erst richtig zum Erlebnis macht.
Und dann geht's los. No One Loves Me & Neither Do I. Einsam läutet das Schlagzeug den Song ein, die anderen Instrumente folgen und es plätschert ein bisschen vor sich hin. Nicht schlecht, aber so toll ? Nach knapp 2 1/2 Minuten holt der Song etwas Luft und zwischen den Textzeilen "People in a world about to lose control - I know how to burn in passion" nimmt er Fahrt auf und mündet als echter Kracher in einem Trommelfinale. Sofort schließt sich Mind Eraser, No Chaser an. Man bekommt es fast nicht mit und der Song endet überraschend abrupt mit einem kurzen Horn/Posaunen/Tuba Ausklang. New Fang hatte ich schon kürzlich auf der CD Beilage der letzten Visions Ausgabe gehört. Auffällig: auch hier zieht mittendrin das Tempo plötzlich an und die Herren geben auf der Zielgeraden noch mal Vollgas. Dann kommt mein erster persönlicher Favorit: Dead End Friends - ein riffbetonter Rocker. Elephants, eine Achterbahnfahrt der Tempowechsel. Das ist grandios gespielt. Viele Vergleiche werden bei dieser Band bemüht und welche Einflüsse der drei Protagonisten mehr durchklingen würden, aber erst bei Scumbag Blues werden bei mir zum ersten Mal auf dieser Platte Assoziationen geweckt. Da ist Strange Brew von Cream mit dabei und Homme's Falsettgesang klingt wie weiland Jack Bruce in seinen besten Tagen. Es folgen Bandoliers, das irgendwie schon etwas hymnisches hat und bei Reptiles ist deutlich der Riff von Kashmir wiederzuerkennen. Und drumherum donnert und rumpelt es, dass nur so eine Freude ist. Trotz des offenen Led Zeppelin Hinweises ein weiterer ganz starker Song. Interlude With Ludes gönnt dem Hörer eine kleine Pause, aber selbst bei diesem ruhigeren Song nimmt der quecksilbrige Sound gefangen und breitet schon mal den Teppich aus für knapp 8 Minuten Warsaw Or The First Breath After You Give Up. Etwas düster schunkelt dieses Lied vor sich hin, bis nach gut 4 Minuten mal wieder eine Tempoverschärfung eine Dynamik erzeugt, die seines gleichen sucht. Für mich der Monstersong dieser CD. Das stampfende Caligulove und das pumpende Gunman kommen wieder mehr im Hardrockgewand daher, wobei das Orgelzwischenspiel Caligulove verfeinert, während Gunman mit auffallendem Harmoniegesang aufwartet. Als kleiner Gag ist am Schluss von Caligulove eine kurze Keyboardimprovisation zu hören, die aus dem Hintergrund mit amüsiertem Gelächter quittiert wird. Doch damit nicht genug. Spinning In Daffodils bildet den würdigen Abschluss. Schalten Sie nicht vorher ab ! Bleiben Sie dran und genießen Sie ! Beim Klavierintro kriegte ich zuerst einen kleinen Schreck, es könnte von Metallicas Unforgiven III abgekupfert sein. Nein, das tun Them Crooked Vultures nicht. Sie beschließen dieses Album mit noch einem epischen Kracher von gut 7 Minuten Dauer, der mit sphärischen Gitarenklängen und einem Walzerrhythmus sanft ausklingt.
Man soll mit Superlativen immer vorsichtig sein, denn sogenannte Supergroups gab es schon viele. Oje, jetzt habe ich beim Schreiben glatt vergessen, wo hier die Euphoriebremse mal noch angebracht war...Man möge es mir nachsehen. Diese großartige Platte müsste jeden Rockfan begeistern und dieses Projekt muss einfach Erfolg haben, denn es schreit geradezu nach mehr.
Mich hat außer den Songs die phantastische Dramaturgie des Albums als Gesamtheit absolut überzeugt. Ich weiß jetzt gerade nicht, wann das zuletzt der Fall war. So viele Megagruppen gibt es, aber da muss erst so ein zusammen gewürfelter Haufen (und das meine ich durchaus positiv) um die Ecke kommen und so ein Ding raushauen, das allen Megasellern dieses Planeten (aus Diskretionsgründen nenne ich hier keine Namen, jeder möge seinen Favoriten in Gedanken hier die Lücke füllen lassen) die Schamesröte ins Gesicht treiben müsste.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Future Rock, 16. November 2009
Ich bin alt genug, um mich zu erinnern, wie es mir und meinem Hören ging, als die erste Led Zeppelin-LP (die hießen damals so) herauskam - und dann kurz danach Whole lotta love. Ich war begeistert aber auch zugleich verstört. Heute weiß ich, was da passiert ist: da hat eine Band grandios auf der Basis der damaligen Rockmusik so grandios Grenzen durchbrochen und Neuland erobert ohne aber ins Experimentelle zu entrücken. Sondern sie haben es geschafft, die damals Blues-Rock gewohnten Hörer in neues, schwereres und energetisches Neuland mitzunehmen. Also - mal hochtrabend zu formulieren - musikalische und höhrgeschmackliche - Evolution betrieben.
Und jetzt ist es 40 Jahre später wieder soweit. Und John Paul Jones, der Bassist von Led Zeppelin ist wieder mit von der Partie. Them Crooked Vultures bringt dasselbe Kunststück wie damals Led Zep fertig. Ein grandioses, handwerklich erstklassiges Rockalbum (mit vielen Bluesanklängen), das nie glatt ist, sondern seine Hörer immer auch fordert, ja auch stresst und provoziert. Kein Song ist gleich beim ersten Hören inhaliert, an jedem Song muss man viel arbeiten, bevor alle Feinheiten und Gimmicks herauszugenießen sind. Und das macht Spaß, dieses immer neue Heraushören.
Extrem ist die Energie, die dem Werk entströmt. Es ist nervös im besten Sinne, es überrascht durch immer neue Wendungen und gefällt durch seine Vielfältigkeit. Es ruht sich nie aus, sondern treibt immer voran. Die Melodielinien sind nie erahnbar - und bleiben doch schnell im Gedächtnis. Hooklines der Zukunft sozusagen.
Josh Homme und Dave Grohl sind wahre Energiekraftwerke, die durch den intelligenten Bass von John Paul Jones zusammengehalten und ergänzt werden. Toll auch, wie die Handschrift aller drei Supermusiker deutlich herauskommt, aber das Album kein QOTSA- oder Foo Fighters-Verschnitt ist, am ehesten noch eine Led- Zep-Interpretation im neuen Jahrtausend. Und so toll hat Josh Homme noch nie gesungen, und noch nie so prägnant und ingeniös seine Riffs rausgehauen.
Hard-Rock der Zukunft ist das. Echt!
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