Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
40 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Originaltreue ist doch grade das Besondere, 12. Dezember 2007
Gerade diese Originaltreue zum Buch ist es doch, was diesen Film so besonders macht. Ich kann mich kaum an einen Film erinnern, der ein Buch so umgesetzt hat, dass man glaubt, seine eigene Vorstellung die man beim Lesen hatte sei plötzlich für alle sichtbar geworden. Gerade Charaktere wie Nobby Nobbs, Ponder, Albert oder Teatime sind einfach nur genial umgesetzt.
Auch Tod ist großartig geworden. Leider fehlt bei ihm (zumindest im englischen Original, die deutsche Synchro kenne ich nicht) noch so ein bisschen dieses "Stimme wie ein zufallender Sargdeckel"-Flair. Aber vielleicht wäre mehr Hall auch zuviel des Guten.
Nur Susan habe ich mir beim Lesen immer etwas anders vorgestellt. Doch spätestens als sie das Monster im Keller mit dem Schürhaken verprügelt schließt man die etwas kühle Person schnell ins Herz.
Natürlich wirkt der Film ein wenig überzogen. Auf mich macht er den Eindruck eines Theaterstücks, aber ich denke das ist auch genau so gewollt und wird der Skurrilität Pratchetts durchaus gerecht.
Die Schauspieler sind durchweg spitze besetzt, und im Original einfach nur großartig mit ihren britischen Akzenten (Lord Downey - ein Traum!), die auch wichtig sind, denn amerikanisch könnte man da wirklich nicht ertragen! Total begeistert haben mich auch die feinen Details: So taucht z.B. trotz der Kürzungen die ja auch nötig sind der Sockenfresser ganz kurz auf. Unwichtig für Leute, die das Buch nicht kennen, für Pratchett-Fans aber richtig Zucker! Auch das "Anthill Inside" befindet sich brav auf der Maschine, und die Kostüme und das ganze Setting sind eine wahre Freude.
Ein bisschen enttäuschend wirkt da nur der Palast der Zahnfee, der ein bisschen sehr nach Plastik aussieht.
Etwas zu kritisieren, wenn man den Film für sich betrachtet: Auch hier bleibt das Ende etwas unnachvollziehbar und wurschtelig - was einfach an der Vorlage liegt.
Insgesamt könnte der Film für Leute die Pratchett nicht kennen gegen Ende vielleicht etwas zu stark ins Skurrile abdriften. Die Erklärung, warum man durch ein Kinderbild zur Zahnfee kommt war ja schon im Buch nicht recht nachvollziehbar. Da ich aber Fan bin, gebe ich trotzdem 5 Sterne, ganz einfach weil ich selten einen Film gesehen habe, der mit so unglaublich viel Liebe umgesetzt wurde!
|
|
|
27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Für Kenner der Scheibenwelt, 29. Februar 2008
Ich finde bei einer Bewertung darf man die Rahmenbedingungen nicht vergessen:
Es handelt sich hierbei um eine TV-Produktion, bei der man merkt, dass die Macher mit viel Liebe zu Thema dabei waren. Denen aber finanziell wohl leider auch die Hände hier und dort gebunden waren. Vergleiche mit Herr der Ringe oder ähnlichem sind an dieser Stelle absolut nicht angebracht.
Die Charaktere sind gut getroffen und insgesamt ist der Film mit seiner Atmosphäre ein absolutes Muss für jeden Pratchett-Fan. Allerdings kommt die Scheibenwelt mit all Ihren Finessen und Details nicht wirklich rüber (was vermutlich eh visuell und dann auch noch in einem Film schwer ist umzusetzen).
Unterm Strich bin ich allerdings sehr froh, dass jemand den Mut hatte, Pratchett und seinen Lesern, eine Verfilmung anzubieten und freue mich somit auf den zweiten Film (dem durch den Erfolg des ersten Films auch mehr Budget zur Verfügung stehen wird).
Die Zusatz- DVD mit ihren Extras ist eher nervig als wirklich informierend oder unterhaltend. Aus diesen Gründen 4 Sterne.
Für Neulinge empfehle ich als Einstieg die Bücher und Hörspiele und dann erst diese Verfilmung.
|
|
|
30 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein wahrhaftiger Alptraum zur Weihnachtszeit, 11. Januar 2008
Als ich hörte, daß es endlich eine Scheibenwelt-Realverfilmung geben sollte, war ich gespannt wie der berühmte Flitzebogen. Und als ich dann noch erfuhr, daß es sich um "Hogfather" handeln würde, war ich noch mehr gespannt, da dieser Roman zu meinen Lieblings-Scheibenweltromanen gehört.
Dennoch: irgendwo in meinem Hinterkopf machte sich dieses leise Surren bemerkbar, daß man bei zu hohen Erwartungen immer mitschwingen hat, wozu einen grandiosen Scheibenwelt-Roman verfilmen, wenn Tim Burtons Puppentrickfilm "Nightmare before Christmas" eine ziemlich ähnliche Geschichte erzählt? Denn -Hand aufs Herz- einige Parallelen zwischen Burtons schaurig-schöner Puppenkiste und Pratchetts nicht minder genialem Roman sind einfach nicht zu leugnen!
So kann man denn Vadim Jean, dem Regisseur von "Hogfather", einfach mal unterstellen, daß er nicht nur seinen Pratchett, sondern auch seinen Burton studiert hat und das gar nicht mal so schlecht! (Übrigens: Jean arbeitet gerade an einer Verfilmung von "The colour of magic", man darf also gespannt sein...)
Der Film bietet trotz seines bescheidenen Budgets eine wunderbare filmische Adaption der Scheibenwelt, wie man sie fast nicht besser hätte machen können. Einziger Meckerpunkt: irgendwie wirkt alles zu sauber, vor allem wenn man die Illustrationen von Paul Kidby im Kopf hat erscheint einem das Setting irgendwie ein wenig zu steril. Vor allem was das Design angeht, hätte so manches gerne etwas Kidbyesker oder Burtonesker sein dürfen, auch daß Tods Kiefer sich beim Sprechen nicht bewegt, fand ich persönlich etwas schade, der gute Knochenmann (eine der stärksten Rollen in diesem Film) wirkt dadurch doch ein wenig... knöchern, sprich starr. Die Besetzung vermag es durch die Bank weg zu überzeugen, hervorzuheben seien an dieser Stelle der herrlich psychopathische Marc Warren als Teatime und die zauberhafte Michelle Dockery als Susan und der wunderbar versiffte David Jason als Albert, der einen der schönsten Running Gags des ganzen Films hat. Auch bietet "Hogfather" ein Wiedersehen mit Tony Robinson (dem Baldrick aus "Blackadder") in einer Nebenrolle. Schade ist lediglich, daß die Charaktere der Zauberer an der Unseen University etwas zu ähnlich sind (auch vom optischen her), so daß man mitunter kurz überlegen muß, wer denn jetzt nochmal wer ist.
Großartig fand ich auch den Soundtrack, der mir noch lange im Ohr hängen geblieben ist.
Mein Fazit: "Hogfather" hat das Potential, zu einem meiner neuen Weihnachts-Lieblingsfilme (nach der "Muppets Weihnachtsgeschichte", den "3 Haselnüssen für Aschenbrödel" und "Nightmare before Christmas") zu werden, ganz sicherlich ist es jedoch der Film, den Tim Burton gedreht hätte, hätte er nicht "Nightmare before Christmas" gedreht. Und das ist als Kompliment gemeint!
Dennoch, ein klitzekleiner Nachteil bleibt: Für Scheibenwelt-Neulinge mag das alles etwas verwirrend sein. Aber nicht vergessen: Lesen bildet.
In diesem Sinne: HO. HO. HO.
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|