Es ist ein beliebtes Vorurteil, dass van Dannen Vertreter einfachst arrangierten Liedermachertums sei. Akustikgitarre, schiefer Gesang, Produktion am Küchentisch, fertig. Dabei hätte man eine CD wie "Saharasand" sogar heftigst überproduzieren können, was aber netterweise vermieden wurde. Jeder Song klingt wie für eine Bandbesetzung komponiert, jedem Song würden Synthesizer gut zu Gesicht stehen, nur gibt es sie nicht. Manchmal hört man eine zweite Gitarre, manchmal einen Bass, dazu van Dannens Stimme, die aber tatsächlich eine Nichtstimme ist, das wenigstens. Sie erzählt pointenlose Kurzgeschichten, manchmal melancholisch, manchmal lustig, ohne das erhöhte Aggressionspotenzial des Vorgängers "Trotzdem danke". Überhaupt ist "Saharasand" in seiner unspektakulären Haltung angenehm durchhängerfrei - und sie hat schöne Sommerhängertexte wie diesen: "Wenn die Straße ein Fluss wäre und die Autos Schiffe, wären wir noch glücklicher und hätten keine Wünsche mehr./Wenn die Straße ein Fluss wäre und die Autos Schiffe und Berlin eine Insel und Brandenburg das Meer." (fis)