Noah Sow lebt sechs Leben auf einmal: Moderatorin, Autorin, Produzentin, Journalistin, Schauspielerin, Musikerin. Andere brauchen dafür ein ganzes Leben, doch die Hamburgerin wuppt das alles parallel. Nun also eine neue Band und ein neues Album. Darauf finden sich elf punkige Popsongs - oder eher poppige Punksongs -, die sich rotzig und mit Verve Alltagsphänomene wie Schlangen in Wartezimmern oder durchfeierte Nächte vornehmen. In "Keine Kommentare" thematisiert Noah Sow dann doch noch das Thema, das sie stetig umtreibt und dem sie 2008 mit "Deutschland Schwarz Weiß" ein komplettes Buch gewidmet hat: Rassismus und dem, was Leute für "normal" halten. Beim Sound macht Noiseaux eine kurze Stippvisite bei Nena, cruist kurz durch die Hamburger Schule, um dann schließlich im rauen Deutschpunk der 2000er Jahre anzukommen. Das ist nicht der Popwelt letzte Offenbarung, rockt aber sehr sympathisch vor sich hin - übrigens zweisprachig: Das Album erscheint als Doppel-CD, eine mit deutschen Texten, eine auf englisch. (es)