Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das beste seit K.O.O.K. (oder überhaupt), 16. Juli 2007
Kamen mir »Tocotronic« und »Pure Vernunft darf niemals siegen« zwar schön, aber teils erzwungen vor, stimmt bei »Kapitulation« alles.
Offene Klänge, überraschende Wendungen ohne Effekthascherei, wunderbare Texte, kein Lied das abfällt, nur ein Lied das Potential zum Nerven hat (der Titeltrack)...
Ein Album, das alles was Tocotronic ausmacht zusammenfasst.
Für mich das Album des Jahres.
Mein Ruin: Brauchte bei mir etwas. Grandioser Text (9/10)
Kapitulation: Herrlich schwungvoll, könnte aber auf Dauer auf die Nerven fallen (7/10)
Aus meiner Festung (7/10)
Verschwör dich gegen dich: wie befreiend! (9/10)
Wir sind viele (7/10)
Harmonie ist eine Strategie: einer der Höhepunkte des Albums (10/10)
Imitationen: Ein Liebeslied wie es sein sollte (9/10)
Wehrlos: Ein Liebeslied wie es *wirklich* sein sollte (10/10)
Dein geheimer Name (7/10)
Sag alles ab: Ein Rock-Knaller (10/10)
Luft: Was soll man sagen... 10/10
Explosion: das perfekte Ende, nur zu kurz (10/10)
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11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Großartige Musik, super Texte!!, 17. Juli 2007
In die ersten beiden Nummern auf "Kapitulation" werden Sie sich auf Anhieb verlieben können: "Mein Ruin" und "Kapitulation" sind die wohl eingängigsten Lieder auf dem Album. Das, was danach kommt, braucht wahrscheinlich etwas mehr Zeit und Geduld, um zu gefallen; Sie werden aber mit Sicherheit feststellen, dass sich diese Geduld lohnen wird! Hören Sie auf die Texte, nehmen Sie das Booklet zur Hand, lassen Sie sich von den Melodien berauschen. "Kapitulation" ist wirklich ein Gesamthörerlebnis und meiner Meinung nach gleichzeitig das stärkste Tocotronic-Album seit "K.O.O.K", wobei ich auch "Tocotronic" und "Pure Vernunft darf niemals siegen", im Gegensatz zu manch anderen, keineswegs geringschätze!
Alles ist wieder "typisch Tocotronic" - eine Platte mit "Mein Ruin" zu beginnen spricht für sich. Man merkt, dass von Lotzow, Müller, Zank und McPhail mit "Tocotronic" einen Reifeprozess begonnen haben, den sie mit "Pure Vernunft darf niemals siegen" mutig fortsetzten und mit "Kapitulation" scheinbar perfekt vollendet haben.
Aber warten wir ab, was uns Tocotronic in Zukunft noch alles bringen wird... (Ich freu mich drauf!)
Mir persönlich ist es eine Freude, das derzeit neuste Tocotronic-Album abzuspielen. Legen Sie sich die Platte zu und genießen Sie sie ebenfalls!!
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
"Alle die, die Liebe finden, sie müssen kapitulieren", 25. August 2007
Nachdem ich das letzte Tocotronic-Album als eher angestrengt denn innovativ empfand, und eine mir in frühen Jahren ans Herz gewachsene Band schon fast in neoromantisch, gar esoterische Gefilde abdriften sah, las ich gespannt all die euphorischen Artikel über die "Kapitulation". Da wurde nicht weniger als die Rettung der deutschen Musik und Tocotronic (da Distelmeyer & Co als Feuilletonlieblinge wegfielen) als die neuen Heilsbringer zwischen all dem Tand, der die sprunghaft angewachsene - und nicht zuletzt durch eine gewisse, zu Unrecht als solche betitelte Hamburger Schule in neue Sphären kapitulierte - deutsche Musikszene seit jeher dominierte, ausgerufen. Als ob das nicht genügte, offenbarte sich ein gewisser Herr von Beust als Fan besagter Gruppe, was von den grandiosen Goldenen Zitronen unlängst in "Der Bürgermeister" verarbeitet wurde. Angesichts all der blinden Euphorie waren Bedenken also mehr als angebracht.
Eine einstmals subversive Band als Soundtrack zur bräsigen deutschen Befindlichkeit? Oder steckt letztlich doch mehr hinter dem Konzept der Kapitulation, dem komplett antirockistischen und antimännlichkeitsfixierten Ansatz gereifter Antideutscher. Ein (sicher nicht ganz ernst gemeintes) Manifest zum Album und diverse Interviews ließen mehr vermuten. Und: ich wurde positiv überrachscht. Auch wenn nicht alles an "Kapitulation" gefällt, so haben sich doch einige der (für Tocotronic üblichen, und wie immer unangenehmen, weil unangepassten und leicht paradoxen) Parolen festgesetzt.
Kapitulation als antikapitalistische Strategie - wirklich überraschen konnte das einen alten Tocotronic-Hörer nicht wirklich, ebensowenig die kryptischen, aber inzwischen wieder (glücklicherweise) weniger neoromantischen Texte. Was mit "Digital ist besser" und plakativ, aber ironisch gebrochenen, direkten Texten wie "Gitarrenhändler, ich verachte euch zutiefst" begann, hatte spätestens seit KOOK neue lyrische Dimensionen betreten. Ein gemeinsamer Nenner jedoch blieb: die Hamburger wollen nicht gefallen, bleiben anstrengend, fordern auf zur Auseinandersetzung und vermeiden die Anbiederung an ein wie immer geartetes Publikum.
"Kapitulation" ist jedoch nicht das, was die viel zu euphorischen deutschen Feuilletons herbei geschrieben haben. Spannend ist es gleichwohl, denn Tocotronic haben sich nicht nur textlich, sondern auch musikalisch weiterentwickelt. Was auf "Pure Vernunft darf niemals siegen" noch statisch und gewollt daherkam, wirkt hier organisch und natürlich, so wird das Album (trotz aller immer noch vorhandenen Drei-Akkord-Banalitäten) zum musikalisch vielfältigsten Werk. Zwischen "Kapitulation", dem (wenn auch nur vordergründig) vielleicht fröhlichsten Lied der Bandgeschichte, "Sag alles ab", dem noisig-punkigen, beinahe an alte, dilletantische Zeiten erinnernden Verweigerungsstatement und Midtempo-Indierockstücken wie "Verschwör dich gegen dich" bewegt sich der Kosmos einer Band, die eine durchaus beachtenswerte Entwicklung von einer trashig-dilletantischen Antiband hin zu ernstgenommenen (auch in der Musik politischen) Musikern gemacht haben.
Wer Indieschrammelrock, leicht schräge, antimännliche Gesänge und auf den ersten Blick etwas angestrengt wirkende Lyrik schon immer ablehnte, wird auch mit diesem Album kein Freund der Hamburger. Wer allerdings schon immer ein offenes Ohr hatte für unangenehme Musik, die nicht nur als Hintergrundrauschen dienen soll, der wird vielleicht mit den endgültig in den (Un-)Tiefen des Rock angekommenen Tocotronic seine Freude haben...
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