Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Altmodisches, großartiges Hollywood-Kino, 9. Dezember 2009
Ich gebe zu, dieser Film ist eine ganze Menge auf einmal: Liebesgeschichte, Kriegsdrama, Western (wenn man das sagen darf, solange dieser Western in Australien spielt), und ein Manifest gegen Rassismus noch obendrein. Möglicherweise wollte Regisseur Baz Luhrman zuviel, aber ganz ehrlich... macht nichts. "Australia" verkraftet jedes "Zuviel", und der Zuschauer tut es ebenfalls, wenn er denn bereit ist, sich auf umwerfend altmodisches Hollywood-Kino einzulassen. Die Sorte Kino nämlich, in der Heldinnen sich von arroganten Zicken zu starken, mutigen Prachtweibern mausern (was Micole Kidman als Lady Sarah Ashley mit links meistert), in denen es herrliche, bartzwirbelnde Erzschurken gibt ("Herr der Ringe"-Darsteller David Wenham geradezu abgrundtief fies), in denen ein kindlicher Hauptdarsteller das Publikum verzaubert (Brendan Walters als "Nullah" ist allein schon ein Grund, sich den Film anzutun), und in denen der männliche Held mutig, schweigsam, gut aussehend und trotz aller Raubeinigkeit verlässlich ist und sein großes Herz auf dem rechten Fleck hat (Hugh Jackman in der Rolle seines Lebens).
Ich habe die alten Western wie "Red River" geliebt und in meiner Kindheit wieder und wieder angeschaut. Ich habe mich über "Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe" mit James Garner schlappgelacht (und die Prügelszene vor dem Hotel in "Australia", bei der Lady Ashleys kostbares Prada-Gepäck nebst ihren "Unaussprechlichen" durch die Luft segeln, ist eine einzige Verbeugung davor). Baz Luhrman zitiert gerne. Als das lange Epos sich von einer abstrusen Komödie zum Western, von da aus zum Liebesdrama und danach zum Kriegsfilm gewandelt hat, erinnert die Szene, in denen zwei Dutzend Aborigine-Kinder vor einem Angriff der Japaner gerettet werden, frappierend an "Die Herberge zur 6. Glückseligkeit". Die Bombardierung von Darwin (die am 19.2.42 tatsächlich stattfand) ist nicht ganz so bildgewaltig wie "Pearl Harbor", aber immer noch eindrucksvoll genug.
Hier geht es nicht um historische Genauigkeit (ging es im alten Hollywood auch nie). Hier feiert jemand sein Heimatland, mit Landschaftsaufnahmen, die einem den Atem rauben, einem Western komplett mit Viehtrieb und Rinderstampede, der mich im Kino nägelkauend auf der Sitzkante hocken und an Montgomery Clift und John Wayne denken ließ, mit einer Lovestory, die ich herzklopfend genossen habe und einem sozialen Anliegen, das in Australien immer noch bitter aktuell ist. Nullah, das Mischlingskind, das im Film von Lady Ashley geliebt und an Kindes Statt angenommen wird, ist eines aus der "Lost Generation" - von den 30er bis zu den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts von Weißen verschleppt, umerzogen und zu billigen Dienstboten gedrillt, weil man ihre Eltern für minderwertig hielt. Baz Luhrman mag es mit den historischen Details nicht ganz genau nehmen, aber das macht sein Anliegen nicht weniger überzeugend. Nimmt man dazu Nicole Kidman, die mich mit ihrer Lady Sarah wieder einmal daran erinnert, dass sie jenseits von allem albernen Star-Hype immer noch eine gute Schauspielerin ist und vor allem Hugh Jackman, der sich in die Rolle des altmodischen Helden mit einer Hingabe und Leidenschaft stürzt, dass einem das Herz auf und die Augen über gehen, dann kann man nur sagen: Dankeschön. Gutes Kino ist Geschichtenkino, und "Australia" ist und bleibt bis auf weiteres eine meiner Lieblingsgeschichten.
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47 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
... Turbulenzen im Outback, 22. November 2009
Starten wir bei tief eindringendem Sound der Urbevölkerung mit Nullah, dem bildschönen Ankerpunkt zwischen zwei Welten in einem kaum einzuordnenden Generalepos, also Creamy, dem es nicht nur gelang, immer wieder seine Miss Boss herbeizusingen, sondern auch weltweit die Caveas Max der CinemaxX zu füllen. Angesiedelt zwischen Liebesfilm, Drama, Komödie, Action, Western und Kriegsfilm, nein ich übertreibe nicht, sind die Hauptpersonen, die Sie in knappen 3 Stunden erwärmen, erheitern , betören, verzaubern und vor allem auch erbosen, mit der notwendigen Schilderung ihrer jeweiligen Vergangenheit und ihrer möglichen bzw. zu erwartenden Charaktere in Kürze vorgestellt, und damit kann die eigentliche Geschichte vor allem vor den atemberaubenden Kulissen des "Outbacks" ;-) ihren grandiosen Lauf und ihre verzwickten Wendungen nehmen.
Alle diejenigen von uns, die sich darüber im Klaren sind, was ein "monumentales Epos und Liebesdrama", so die wohl unmissverständliche Ankündigung dieses Streifens, ausmacht und ausmachen soll, kommen hier wieder einmal voll auf ihre Kosten. Grandiose Bildeinstellungen, seien es die großformatigen Gesichtscharakterisierungen oder seien es die notwendigen Bewegungen und Schachzüge für den Fortlauf der Handlung, brillante Leistungen aller Schauspieler im Vordergrund sowie ein erstklassiger Audiotrack lassen uns in eine Welt voller Farben, Gegensätze, Spannung, Wut und Herzschmerz versinken, trotz oder gerade auch wegen etlicher Unstimmigkeiten in der Konsequenz der Tagesabläufe (lassen Sie mich hier z.B. die mitreißend gefilmte Stampede nennen), der Horizontdurchzeichnung mit manchmal etwas holprigen Übergängen von Natur zu Kulisse sowie in der einen oder anderen Nebensächlichkeit. Dass in einem solch umfassenden Werk Logik, Bezüge und Wahrscheinlichkeiten der Handlung selbst nie der Entwicklung und Entfaltung der gewünschten Emotionen im Wege stehen, ist für ein Epos in diesem Ausmaß sowieso verständlich und einfach notwendig.
... ein gigantisches Oldi-Epos, definitiv für jeden empfehlenswert, der sich in solchen Genre-Gefilden heimisch und wohl fühlt
... unter vielen anderen guten Schauspielern:
* Nicole Kidman : Lady Sarah Ashley
* Hugh Jackman : Drover
* Brandon Walters : Nullah (Creamy)
* David Wenham : Neil Fletcher
* Jack Thompson : Kipling Flynn
* Bryan Brown : Lesley "King" Carney
* David Gulpilil : King George
* Essie Davis : Catherine "Cath" Fletcher
* Ben Mendelsohn : Capt. Emmett Dutton
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ich liebe den amerikanischen Pathos aber..., 26. Dezember 2009
Buz Luhrman hat hier eindeutig zu viel Cremefüllung in die Torte gepackt:
Zur Storyline:
1939 reist die englische Aristokratin Lady Sarah Ashley ins Outback um ihrem vermeintlich untreuen Mann auf den Zahn zu fühlen. Kaum dort angekommen, muss sie feststellen, daß der Gatte dahingeschieden ist und sie nun eine heruntergewirtschaftete Rinderfarm und 1500 Rinder an der Backe hat, welche dringend zur Verschiffung getrieben werden müssen. Nachdem diese Coup - oh Wunder - geglückt ist, gehen die Probleme erst richtig los: Sie verliebt sich in den Viehtreiber Drover, hat ihr Herz an ein Aborigini-Mischlings-Kind verloren (welches zwangsmissioniert werden soll) und hat sich auch noch den größten Rinderbaron von Down Under zum Feind gemacht. Und als ob das nicht genug ist, bricht auch noch der 2. Weltkrieg aus und die Japaner bombadieren Australien....
Zur Umsetzung:
Vorweg: Ich liebe das "große amerikanische Gefühlskino" und ich schwelge gerne in großen Bildern und am besten noch in noch größeren Gefühlen. Von daher war "Australia" für ich absolutes Pflichtprogramm. Aber beim Ansehen des Filmes hatte ich ständig ein "Deja-vu"-Erlebnis nach dem anderen...
Im ersten Teil des Films, als die sittsame Lady und das Rauhbein Drover sich zusammenraufen um die besagte Rinderherde von A nach B zu bringen, dachte ich einen australischen Abklatsch von "Jenseits von Afrika" vor mir zu haben. Das ist grundsätzlich nicht schlecht und hätte sich der Film auch nur mit dem Viehtrieb beschäftigt, wäre "Australia" durchaus ein würdiger Nachfolger dieses großen Schmachtfetzens geworden.
Auch erinnerte mich die Beziehung zwischen Lady Sarah und Drover doch sehr stark an Humphrey Bogart und Katherine Hepburn in "African Queen". Die prüde steife englische Lady und das australische Rauhbein - mir hats gefallen auch wenn Kidman/Jackmann an ihre Vorbilder beim besten Willen nicht heranreichen konnten.
Und last but nocht least: "Pearl Harbour" - großes japanisches Bombardement - diesmal nur auf die australische Küste. Luhrman hat also ohne mit der Wimper zu zucken bei 3 großen Filmen geklaut.
Nun kann man sagen, "besser gut geklaut als schlecht selber gemacht" - einverstanden, aber: Wenn ich schon mich an diesen großen Vorbildern orientiere, dann sollte ich das doch bitte auch gut umsetzen.
Leider erstickt der ganze Film zu sehr in Pathos und die echten Gefühle bleiben leider auf der Strecke. Positiv sind mir jedoch die schönen Landschaftsaufnahmen in Erinnerung geblieben auch wenn diese teilweise am Computer animiert waren.
Warum Luhrmann auch noch die "Aborigini-Problematik" in die Handlung reinpacken musste, möchte ich an dieser Stelle nicht weiter hinterfragen.
Letztendlich bleibt zu sagen, daß Australia mit Sicherheit ein schöner kitschiger und großer Film ist, der einem nach dem Verzehr jedoch schwer im Magen liegen bleibt. Mein Bedarf an Pathos ist jedenfalls für eine Weile gestillt.
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