Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Parodie oder Wirklichkeit?, 24. Januar 2009
Gewiss, als Rezensent wäre es eigentlich an mir, mit hilfreichen Antworten 'rüberzukommen, anstatt Fragen zu stellen, die Unentschlossenen womöglich selbst auf der Seele liegen. In diesem Fall sinniere ich jedoch noch immer über die Wahrhaftigkeit der Hauptfigur, an der man schließlich zweifeln muss, und tue es ausnahmsweise laut, damit ihr mir folgen könnt.
Anschließende Recherchen halfen mir, das Gesehene großteils einzuordnen. Ohne diesen zusätzlichen Aufwand liefen Nicht-Insider zwangsläufig Gefahr, einen Film zu sehen, mit dem sich nur wenig anfangen lässt.
Zum Streifen selbst: Die Erzählstruktur ist denkbar einfach gehalten, die eigentliche Handlung durch simple Rückblenden in Bushs bekannte Vergangenheit unterbrochen. Ebenso einfach erscheinen die Hauptrollen, die den Originalen wenigstens äußerlich zum Verwechseln ähnlich sind. Der Rest wirkt wie eine große Karikatur dessen, was Rundfunk und Fernsehen in den letzten acht Jahren über W.s Privatleben und sein politisches Treiben verlauten ließen. Interessante neue Informationen sind selten, zumal man niemals weiß, wann sie der Wahrheit entsprechen und wann sie schlicht übertrieben ausgeschmückt oder gar erfunden wurden.
So isst Bush auch in Anwesenheit wichtiger Leute Sandwich und Burger wie ein Schwein, legt die Füße auf den Tisch, während er mit seinem Stab erörtert, wie man der Öffentlichkeit den nahenden Irak-Krieg verkauft, und spielt auch im "reifen" Alter noch den kleinen, von "Poppy" stets geretteten, aber nicht geachteten Knaben, der eigentlich nur nach Aufmerksamkeit lechzt.
So lächerlich und unprofessionell ich Bushs öffentliche Auftritte während seiner Amtszeit bisweilen fand, so unglaublich erscheint es mir, dass er als die Person, die der Film darzustellen versucht, tatsächlich hätte Präsident werden können. Der deutsche Untertitel "Ein missverstandenes Leben" ist zudem äußerst unglücklich gewählt. Bemühungen, Missverständnisse aufzuklären oder auch nur auf sie aufmerksam zu machen, sind mir nicht untergekommen. Winkt da Zynismus und Ironie und ich erkenne es nicht?
Ein Blick in Oliver Stones Werdegang gibt ansatzweise Aufschluss. So galt bereits seine Kennedy-Verfilmung "JFK - Tatort Dallas" als äußerst umstritten, nachdem er die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit wieder und wieder in einander überlaufen ließ. Stones eigene Vergangenheit alterniert zwischen der konservativen, realitätsfernen Weltvorstellung seines Vaters und den eigenen Erfahrungen (beispielsweise aus dem Vietnamkrieg), die damit nur wenig zu tun haben. Wie ernst meint Stone sein eigenes Werk demnach?
Der renommierte amerikanische Filmkritiker Roger Ebert attestierte dem Film sogar "faszinierende" Authentizität, die dank genügend biografischer Literatur nachweisbar wäre. Um ehrlich zu sein: Das schockiert mich ein bisschen! Allein das Cover der DVD-Hülle bringt mich zum Schmunzeln und lässt mich glauben, es erwarte mich eine humorvolle Abrechnung. Stattdessen versteht sich der Streifen als Biografie, nicht als Komödie.
Alles in allem: Der Unterhaltungswert des Filmes würde glatt vier Sterne verdienen, die sich allein durch die Bedeutsamkeit der Hauptfigur und das slapstick-artige Miteinander seiner Untergebenen begründen. Zur Komödie fehlt es "W." jedoch eindeutig an Lachern, als Biografie wiederum scheint er unglaubwürdig und oberflächlich. Man gewinnt den Eindruck, der Film könne nichts richtig, doch davon gibt es leider schon zu viele ...
Sollte man "W." also gesehen haben? Ja, unbedingt, wie ich finde. Auch mehrmals, so dass sich der Kauf der DVD lohnt? Wohl kaum! Dazu verrät er einfach zu wenige Details.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
"I think we all agree, the past is over.", 6. April 2009
Wer hofft, hier eine hurmvoll inszenierte Abrechnung mit der Pleiten-, Pech- und Pannenshow, bzw. der Regierungszeit, des 43. Präsdienten der Vereinigten Staaten vorzufinden, wird am Ende wohl eher enttäuscht die DVD aus dem Recorder angeln.
Hatte ich nämlich, alleine schon vom Titel des Filmes ausgehend, eine überzeichnete Darstellung des ohnehin schon mehr als fragwürdigen Politikstils während der Ära Bush erwartet, entwickelte sich die Handlung des Filmes hingegen fast schon zum Werbespot, mit dem Ziel, Nachsicht für den armen W. einzufordern, welchen die(wohlwollende) Handlung in der Rolle des Opfers gesellschaftlicher Zwänge, bzw. eines immerwährenden Vater-Sohn-Konfliktes zeigt.... - sorry, die Mitleidstour ist in diesem speziellen Fall alles andere als legitim!
Die Punkte an deren Beispiel man die entscheidenden Fehler, denke hierbei insbesondere an das Kapitel "Irak-Krieg", thematisierte, waren von A-Z viel zu harmlos angegangen worden...., wenn schon nicht "witzig", bzw. "ironisch", dann doch bitte diese Punkte mit dem Gewicht in die Handlung einbauen, die solche katastrophalen Aktionen / Entscheidungen eben verdient haben!
Das Interview mit dem Hauptdarsteller, zu finden im Bonusmaterial, fand ich zudem mehr als fragwürdig - fühle ich mich selbst der Person und Politik des W.Bush so fern, oder fehlt mir einfach das Patriotengen, welches den fast überschwänglich erzählenden / lobenden Hauptdarsteller während seines Interviews zu beherrschen scheint - furchtbarer Beitrag!
Während ich nun diese Rezension hier schreibe, dabei über die Handlung und das Bonusmaterial nachdenke, sehe ich mich gezwungen Stern um Stern abzuziehen!
Keine Ahnung, wo Oliver Stone politisch steht, hier scheint jedoch lediglich der erhoffte Platz in den Geschichtsbüchern, Rubrik "Erster Film über George W. Bush", Ansporn gewesen zu sein.
Fazit: 1 Stern - ein Film, den man ganz bestimmt nicht gesehen haben muss!
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Acht Jahre George W. Bush..., 21. Januar 2009
...das sollte eigentlich für 123 Filmminuten reichen, aber Oliver Stone nimmt nicht nur die acht Präsidentschaftsjahre des George W. Bush vor die Linse, sondern führt uns noch ein gutes Stück in die Vergangenheit des unbeliebtesten Präsidenten der USA zurück. Das ist spannend, informativ und rückt den unbeliebten Bush in mancher Einstellung sogar in eine bemitleidenswert sympathische Rolle. Das Stones Film über Bush manchmal hölzern und plump wirkt, liegt dabei nicht an Stones Arbeit, sondern schlicht und einfach an Bushs kantig-einfachem Charkater. So entstand eine Biografie des mächtigsten Mannes der Welt, die gelungen, aber bei weitem nicht so tiefgehend und bewegend ist, wie zum Beispiel Stones Film Commandante, aus dem Jahr 2003, über das Leben Fidel Castros.
George W. Bush steht im Schatten seines übergroßen Vaters und einer traditionsbelasteten, steinreichen Familie. In der Konkurrenz zu seinem Bruder Jep, wird er vom Vater benachteiligt und begehrt immer wieder auf. Aber George findet keinen geraden Weg. Er windet sich durch die Highschool, findet früh Gefallen am Alkohol, hält keinen Job lange durch und ist plötzlich Besitzer eines Profi-Baseballteams. Ohne Vaters Hilfe wäre er vermutlich an allem gescheitert. In der Konfrontation mit dem Vater geht es soweit, dass sich beide mit erhobenen Fäusten gegenüber stehen. Dann lernt George W. Laura kennen und findet einen Weg in die Politik. Auch da ist er keine Leuchte, macht aber seine Mängel mit Instinkt und dem konsequenten Ausräumen aller Widersprüche wett. Letztendlich führt das über den Gouverneursposten von Texas auf den US-Präsidentenstuhl. Was George W. in seinen acht Präsidentschaftsjahren dann an Porzellan zerschlägt und wieder kittet, wie er Seilschaften zwischen Beratern und Freunden erst belebt und dann zerreisst, das ist mit Staunen zu beobachten. Letztendlich kann er jedoch aus dem Schatten des Vaters nicht heraus treten.
Oliver Stone setzt mit seinem Film in Bushs Präsidentschaft und den Beweggründen zum Irak-Krieg an. Sollten seine Bilder gut recherchiert sein, dann ist die Wahrheit um den Krieg so erschreckend wie unglaublich. In Rückblenden und Traumsequenzen bringt Stone uns das Bush-Denken nahe. Dazu gibt es Politzitate, die man kaum für möglich hält. Wenn Bush anlässlich der Niederlage seines Vaters bei den Wahlen sagt: "Es tut so weh zu verlieren. Das wird mir niemals passieren." Oder Donald Rumsfeld über die Bilder, die aus dem Irakkrieg gesendet werden, sinniert: "Tote geben dem Krieg so ein deprimierendes Image" dann ist das schon ziemlich harter Tobak. Genau wie Bushs Meinung zum Iran: "Da ist irgendwas, ich spüre das. Wir müssen die im Auge behalten." Stone zeigt uns noch einmal schonungslos alle Irrtümer und die komplette Schlamperei der US-Regierung. Er lässt Dick Cheney und Donald Rumsfeld sehr schlecht, Collin Powell dagegen ziemlich gut aussehen. Er gibt George W. der Lächerlichkeit preis, wenn er über das Gefangenenlager in "Guantanamera" spricht und schenkt ihm Verständnis, als er beim Joggen zusammenbricht und den Weg in die "Trockenheit" über die anonymen Alkoholiker und die Kirche antritt. Bushs ganze Zerrissenheit packt Stone in erklärende Bilder.
Die Besetzung des Films lässt keine Wünsche offen. Josh Brolin ist extrem wandlungsfähig. Im richtigen Licht und Blickwinkel wirkt er wie der echte Bush. Scott Glenn als Donald Rumsfeld und Richard Dreyfuß als Dick Cheney lassen uns authentisch die Haare zu Berge stehen. Stone hat mit W. sicher kein zeitloses Filmhighlight geschaffen, aber sein Film trägt in jedem Fall dazu bei, zu verstehen, was in acht Jahren Präsidentschaft alles schief gehen kann. Für Politik-Interessierte ein Muss, für Oliver Stone Fans sowieso.
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