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Diamonds Fall

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Produktinformation

  • Audio CD (13. Februar 2009)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Constrictor/Rough Trade Distribution
  • ASIN: B001NFR5PO
  • Weitere verfügbare Ausgaben: MP3-Download
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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Anhören11. DJ Baron Cabdriver 3:04EUR 0,91
Anhören12. Black Light 5:14EUR 0,91


Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Phillip Boa kehrt auf dem überraschend altersmilde klingenden Album Diamonds Fall zurück zu sich selber. Weit über 20 Jahre ist es her, dass der in Dormund geborene Wahl-Malteser sein aufregendes Meisterstück Aristocracie auf dem eigenen Label Constrictor veröffentlichte. Mitte der 80er machte sich Boa damit verdient, englische Gruppen wie die heute in Vergessenheit geratene Membranes oder Palookas mit ihrem nervösen Gitarren-Sound nach Deutschland zu holen. Deren Einfluss auf den Voodoo Club waren damals unüberhörbar, und auch in Songs wie dem flotten „DJ Baron Cabdriver“ scheint der britische Gitarrensound alter Tage noch durch. Wurzeln lassen sich nicht so einfach kappen und so nebenbei blüht Constrictor wieder auf. Boa ist nach einer sehr langen Periode bei Major-Companys also wieder Indie, aber an Diamonds Fall hinterlässt dieser Schritt keine Spuren. Multiinstrumentalist Tobias Siebert (Delbo, Klez.E) verfügt als Produzent erneut über ein feines Gespür dafür, wie Phillip Boa tickt. Und der Hauptsongschreiber selber scheint genau gewusst zu haben, wie er Jaki Liebezeit lenken muss, nämlich gar nicht. Die trommelnde Legende (Mitgründer von Can; Depeche Mode, Burnt Friedman, Jah Wobble) muss man einfach nur machen lassen und wird dafür mit trockenen, hochpräzisen Beats belohnt. Sie sorgen dafür, dass die oft üppigen Arrangements mit immer wieder eingewobenen Schrulligkeiten, Wave-Zitaten, Roadmovie-Ausflügen, Dubs und Funkyness nicht den Rahmen sprengen. es passiert eh schon genau auf Diamonds Fall, wo kaum ein Song dem anderen gleicht, wo sich Pop und Poesie, Tempo und Geschlurfe abwechseln. --Sven Niechziol


motor.de

Die neue Seriosität der deutschen Indie-Legende: Besonnener, feinsinniger und eleganter denn je – aber irgendwie auch sterbenslangweilig.

Unverdrossen, so scheint es, produziert Phillip Boa seine Alben, nicht ganz im Zwei-Jahresrhythmus aber doch verlässlich und jetzt gleich ganz ohne Stammlabel, was sicher eher für Boa, als seine diversen Ex-Partner spricht. Es reißt sich aber auch keiner mehr um einen, der schon lange nicht mehr im Fokus irgendeines Trends steht und es schon vor fast zehn Jahren langsam wieder aufgegeben hat, zeitgenössische Sounds kooptieren zu wollen. Boas Medium ist und bleibt der Gitarren-Pop-Song, mal – immerhin so etwas wie sein Markenzeichen – zornig rumpelnd, mal hymnisch-flirrend, mal schier unverschämt poppig. Oder sich auch einfach breitflächig dahinergießend.

Dass es auf „Diamond Falls“ mehr fließt und nie rumpelt, ist Stärke und Schwäche des Albums zugleich. Auf dem Weg zum „seriösen Songwriter“ sei er, lässt Boa verlauten und hat sich dafür immerhin interessante Leute ins Studio geholt. Tobias Siebert ist sonst bei den schrammeligen Delbo und den weit weniger schrammeligen Klez.E zugange. Und das immer noch tadellos agierende Can-Urgestein Jaki Liebezeit ist als Drummer wahrscheinlich einfach nur umgänglicher als eine echte Rhythmusmaschine.

„Diamond Falls“ ist sorgsam inszenierter, breitwandig schwelgerischer Gitarrenpop mit dem unbedingten Willen zum Tiefgang. Was den titelgebenden Opener noch ungemein adelt, wird im Laufe des Albums allerdings zunehmend zur Last: Jeder Song wird in aller Ruhe ausgeführt, ausproduziert, soundlich und melodisch feingeschliffen und – natürlich, es ist Boa! – intellektuell aufgeladen. (Bescheidenheit sollte man ohnehin nicht erwarten, da darf dann auch gleich mal Keats als Referenz herhalten.) In seiner Gesamtheit klingt das dann in der Tat alles sehr ergreifend und ist in seiner Logik der gewollten Schönheit und ausgerufenen Seriosität auch einigermaßen unangreifbar – nur eben auf Dauer genauso ermüdend wie jedes Bessermacher- und Gutmenschentum.

Laut muss man es hören, wie immer bei Boa, dann bekommt das Album einen kräftigen Schub Dynamik, der ihm gut tut. Was aber am Grundprinzip nichts ändert: „Seht her“, scheint es aus jedem einzelnen Song-Subtext zu hauchen, „ich kann sogar so unkonventionell sein, dass ich alle Alterswerk-Konventionen erfülle.“ Eine kleine Überraschung ist das schon. Ein bisschen normal grimmiges Rumpeln hätte aber auch ganz gut getan.


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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen A ...hole, 20. Februar 2009
Von Thomas Meyer (am Harz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Lieber Herr Boa,

ich find` das nicht gut von Ihnen.

Gerade hatte ich es mir abgewöhnt, Ihre Produkte zu kaufen, weil Sie neben einigen schönen Häppchen in den letzten Jahren (since the mid 90`ies) auch ziemlich viel tonale Schonkost auf dem Markt der Ohrennahrung feil geboten haben. Immer wieder war ich auf das Marktgeschrei hereingefallen und hatte mich darauf verlassen, die gute alte Quali zu bekommen. Meist haben mir Ihre Waren dann auch kurzzeitigen Genuss (und sogar einzelne Ohrgasmousse) beschert. Das Sättigungsgefühl setzte aber oftmals viel zu schnell ein, offensichtlich weil die nötigen wertvollen Inhaltsstoffe fehlten. Viele Ihrer Produkte habe ich in meiner Hörstoffsammlung eingelagert. Leider haben einige seltsamerweise schon leichten Schimmel angesetzt.

Und nun das.

Was haben Sie sich eigentlich dabei gedacht, Ihr Sortiment komplett zu ändern und als Entremetier einen alten Gourmethasen wie den Jaki (ach du liebe Zeit) einzustellen?
Waren etwa die Kochprofis oder der Herr Rach bei Ihnen zu Hause?

Sehr mild und elegant, was Sie uns da kredenzen. Nicht mehr so die alte englische Hausmannskost nach teutonischer Machart der letzten Zeit. Fast schon Boavelle Cuisine. Zwar durchaus anfänglich etwas gewöhnungsbedürftig, aber nach häufigerem Genuss muss man einzelnen Gängen Ihres aktuellen Avantgarde-Menüs schon fast einen kleinen Suchtfaktor bescheinigen. Selbst Dinge, die zunächst überhaupt nicht schmecken und bei deren Schöpfung Sie offenbar selbst ein paar exotische Zutaten genossen haben, sind im Rahmen des Ganzen letztendlich verzeihlich.

Wenn`s die Schokolade mit Chilli-Geschmack nicht schon geben würde, könnte man meinen, Sie hätten sie mit Ihrer neuesten Creation erfunden.

Lord have mercy. Auf Sie ist wirklich kein Verlass.

Und das ist gut so.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Trotz einiger Vorbehalte 5 Sterne, 18. Februar 2009
Das neueste Produkt von Phillip Boa und seinem Voodooclub überzeugt nicht direkt auf Anhieb.
Ich musste mir die Scheibe dreimal anhören, bevor das Album wirklich zündete.
Ich denke im Großen und Ganzen ist es stimmig und sehr atmosphärisch. Es ist eher ein Album, das man bei einem guten Glas Rotwein hört.

Im Gegensatz zu einigen anderen Rezensenten sehe ich"Diamonds Fall" ein wenig schwächer, als die beiden letzten Scheiben von Boa.

Grund hierfür ist, das es an richtig gut losrumpelnden Songs fehlt. "Diamonds Fall" geht vom Tempo her eher in Richtung C90 ( eines der eher schwächeren Boaalben).

Sehr gut sind der Titelsong, die aktuelle Single, sowie "The world has been unfaithful", "Coppergirl", "The Race is over", "The Ballad of Pia and Toett" und "DJ Baron" (das schnellste Stück auf dem Album).

Hierfür gibt es volle 5 Sterne. Der Rest ist bis auf "Fiat Toppolino" und
"60s 70s 80s 90s 10" im Bereich 4 Sterne.

Warum dennoch fünf Sterne ?
Nun, Boa ist in meinen Augen einer der wenigen Ausnahmekünstler im Musikbusiness und man muß seine Konsequenz und Unbeugsamkeit gegenüber dem Business einfach nur bewundern.
Wer in Deutschland macht denn heutzutage noch gute Musik ? Ich denke man kann sie an den Fingern einer Hand abzählen und Boa gehört definitiv dazu.

Außerdem hat Boa bei mir immer einen gewissen Bonus. Er hat es geschafft in mehr als 20 Jahren immer wieder Alben abzuliefern, die mich positiv überrascht haben. Wie schon anderweitig erwähnt ist er seit "Aristocracie", neben The Cure und Depeche Mode ein permanenter Begleiter meines Lebens und es gibt sicherlich schlimmeres ;-)

Ich bin sehr gespannt, wie die neuen Songs live rüberkommen werden. Aber am 4. März kann ich das wohl beurteilen.

Insgesamt ein BOA Album, welches wieder einmal untermauert, das der gute Mann noch lange nicht zum alten Eisen gehört.

Von daher hoffe ich wie bei den letzten beiden Alben, das "Diamonds Fall" nicht das Letzte ist, denn Phillip hat sicherlich noch den ein oder anderen guten Song im Köcher, von daher "Play it again Phillip" :-)
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Geniestreich in Cinemascope!, 14. Februar 2009
Fazit vorweg: Das neue Boa-Album hält den hoch gesteckten Erwartungen mühelos stand und schafft es in meine persönliche Top-Five der Boa-Discography (zusammen mit Aristocracie, Hair, Boaphenia und The Red). In jedem Fall stellt es eine deutliche Steigerung zu den drei letzten Alben dar, die stellenweise etwas blutleer daherkamen.
Wie weit der Einfluß von Produzent Tobias Siebert sowie des seit vielen Jahren als Co-writer und Pre-producer tätigen David Vella hier reichen, vermag ich nicht zu beurteilen. Jedenfalls ist die Produktion sehr geschmeidig ausgefallen. Flirrende Dobro-Gitarrenwände treffen auf opulente Streicherarrangements, Wave-Anleihen a la Cure bzw. And Also The Trees wie auch einige boa-typische Uptempo-Nummern ("Fiat Topolino", "DJ Baron Cabdriver") fehlen ebensowenig wie der typische Pia-Gesang, wobei deren sonstiger Einfluss eher geringer geworden scheint.
Absoluter Höhepunkt ist für mich neben der bereits vorab veröffentlichten Single "Lord Have Mercy with The 1-Eyed" das Stück "Jane Wyman", wozu auch Drummer-Legende Jaki Liebezeit mit einem herrlich verschleppten Beat beiträgt. Ansonsten hält dieser sich angenehm zurück und ist dennoch unverkennbar herauszuhören.
Auch der Humor kommt nicht zu kurz, wenn im Intro zu "60's 70's 80's 90's 10" kurzerhand ein Publikums-Chant der Marke "Einer geht noch, einer geht noch rein..." den Takt angibt. Selbstironisch, erinnert dies doch an die jahrelangen "A....loch"-Anfeuerungsrufe bei Boa-Konzerten beim Klassiker "This Is Michael".
Gegen Ende fällt die Qualität meines Erachtens leicht ab. Das ohnehin etwas deplatziert wirkende "The Ballad Of Pia & Toett" reicht nicht an bisherige Pia-Trademarks wie "Der Himmel" heran und auch das finale "Black Light" wäre besser durch das großartige, unverständlicherweise nur auf der Single enthaltene "Sigh" ersetzt worden.
Dennoch uneingeschränkt fünf Sterne....bleibt zu hoffen, dass Boas Live-Band, die bis auf Keyboarder Toett nicht an dem Album beteiligt war, auf der anstehenden Tour die Songs dieses Albums adäquat präsentieren wird.

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