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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
London sieht rot, 26. Januar 2009
Am Anfang stand in vielfacher Hinsicht ein Unfall. Als Forscher an der Cambridge University nach einem Hemmstoff für Aggressionen suchen, entwickeln sie einen Virus, der Infizierte in hirnlose animalische Bestien verwandelt. Es war auch ein Unfall, als eine Gruppe von Tierschützern bei einem Versuch die als Testobjekte verwendeten Affen zu befreien mit dem Virus infiziert werden und seine Verbreitung in ganz Großbritannien ermöglichen. Für Fahrradkurier Jim, der da bereits nach einem Unfall im Koma liegt, gibt es deshalb 28 Tage danach ein böses Erwachen. Die einst pulsierende Metropole London gleicht einer Geisterstadt, das Krankenhaus in dem Jim sich wiederfand wirkt verwüstet. Was ist passiert? Stück für Stück fügt sich für Jim ein Bild des Geschehenen zusammen, während er durch die Stadt streift und entdeckt, dass er gar nicht so allein ist...
So begann es und 28 Wochen später, hat eine US-geführte NATO Task Force, Großbritannien bereits gesäubert, die Infizierten scheinen nur noch ein schlechter Traum, wie ihre Opfer sind sie tot und was blieb ist ein verwüstetes Land. Im befestigten District One werden die Flüchtlinge vorerst zusammengeführt, bevor sie wieder angesiedelt werden können. Durch die massive Militärpräsenz mit Scharfschützen auf den Dächern und extensiven medizinischen Tests wähnt man sich in Sicherheit, sollte doch ein einzelner Infizierter überlebt haben...
Während 28 days later durch szenische Kulissen, düsteres Stimmungsbild und post-apokalpytischer Atmosphäre zu einem Klassiker geworden ist, fühlt man sich in 28 weeks later durch ein völlig anderes Setting vor den Kopf gestoßen und der eklatante Bruch zwischen den beiden Teilen der Trilogie wird noch verschärft, indem zwei völlig verschiedene Regisseure am Werk waren und jeweils einen eigenen Cast verwendeten. 28 Days war ein beklemmendes Meisterwerk, 28 Weeks wirkt mehr wie eine klischeehafte typische Fortsetzung, nur um des Geldes der Fans von Teil 1 willen. Genau genommen haben die beiden Filme nämlich nur die Rahmenbedingungen gemein, sie bewegen sich inhaltlich in 2 völlig verschiedene Richtungen. Das mag irritierend klingen, doch hat auch etwas für sich. Dass 28 Wochen danach alles völlig anders ist, versteht sich irgendwie von selbst, auch dass man die Handlung nun in eine neue Richtung führen muss. Kompliziert wird es nur durch die andere Inszenierung mit neuen Charakteren.
Beide Werke setzen stark auf die Umgebung. In Days ist der Protagonist zunächst alleine, in einer leeren Stadt und findet erst langsam heraus, was in den letzten 28 Tagen geschehen ist. Der Horror bleibt zunächst latent, ehe in kurzen Begegnungen mit den Infizierten ein direkter Kontakt zur Bedrohung entsteht. Jims Einsamkeit und vor allem die Ungewissheit, ja auch die Menschlichkeit der Charaktere wirken in Days noch realistischer und viel näher als in Weeks. Die Darstellung ist plötzlich anders und man nähert sich der Story zunächst aus einer wechselhaften Perspektive, die weniger persönlich ist. Stellte sich in 28 Days later noch die Frage, wie man nach der Apokalypse lebt, befindet man sich 28 Weeks later in einer Ära des zögerlichen Wideraufbaus, der jedoch vom Militär überwacht ist, welches bereit wäre, alles zu tun, um die Rückkehr des Rage-Virus zu verhindern. 28 Weeks later geht einen Schritt weiter, doch ohne Regisseur Danny Boyle (Trainspotting) bleibt die Darstellung relativ kalt und emotionslos. Gibt es in Teil 1 noch Skrupel die Infizierten zu töten und Bemühungen Bedrohte zu retten, in Teil 2 schießt man schneller. So sehr jedoch in Teil 1 manches vielleicht unlogisch ist, in Teil 2 wirken sich solche Fehler viel stärker aus.
Fazit:
Zwei sehr unterschiedliche Filme von zwei verschiedenen Regisseuren, der eine beklemmend düster, der andere schon mehr ein hollywoodgerechtes Gemetzel.
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