Ja, es ist der gleiche Mann. Der stoische Hardcorecowboy aus den Sergio-Leone-Western der 60er ist genau der, der auch diesen weichen Score geschrieben hat. Es ist nicht Clint Eastwoods erster Soundtrack, aber sein bisher elegischster. Er verschmilzt Barjazz und Streicherflausch aufs Anschmiegsamste - man könnte auch sagen: bis über die Grenze des orchestralen Kitschs hinaus. Denn was das Hollywood Studio Symphony Orchestra unter Leitung von Lennie Niehaus hier höchst behutsam an Geigenflokatis auslegt, ist nur unter atmosphärischen Aspekten von Belang, doch künstlerisch und handwerklich weit weniger. Die Stimmung erinnert bisweilen an Gustavo Santaolallas "Brokeback Mountain", nur dass dessen fatalistische Melancholie lediglich ein Zehntel der Instrumente brauchte. Haften bleibt aber der Kontrast zwischen dem einstmals harten Hund Eastwood und dieser hauchzarten Musik. Hier wuchs zusammen, was nie zusammengehörte. (mw)