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The Colour of Snow (Digipack)
 
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The Colour of Snow (Digipack)

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Produktinformation

  • Audio CD (17. Oktober 2008)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Vertigo Be (Universal)
  • ASIN: B001E1YVWW
  • Weitere verfügbare Ausgaben: Audio CD  |  Schallplatte  |  MP3-Download
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (53 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 43.127 in Musik (Die Bestseller Musik)

 
1. Tourist
2. Allein Allein
3. Prisoner
4. Untitled Picture
5. The Colour Of Snow
6. 130/70
7. Rainhouse
8. River Loves The Ocean
9. Name On My ID
10. Happy Go Lucky

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Polarkreis überlassen anscheinend nichts dem Zufall. Auf ihrem zweiten Album The Colour Of Snow präsentiert sich die vielköpfige Gruppe aus Dresden von Klangästhetik bis zum Outfit als durchgestyltes Gesamtkunstobjekt. Die Entwicklung zu einem internationalen und damit nie nach Deutschland einordbaren Sound vollzog sich rasant. Bevor sich Polarkreis 18 im Jahre 2004 gründeten, entdeckten die beiden Blur-Fans Sänger Felix Räuber und Keyboarder Bernhard Wenzel Indie-Künstler wie Tortoise, Aphex Twin, Radiohead oder Sigur Rós für sich. Doch mehr als Garagenpunk - plus Schreigesang - konnten die beiden 1997 mit ihren Instrumenten noch nicht spielen. Dann begann die Tüftele, sie legten Spur auf Spur, bis der PC-generierten Musik das Leben ausging. Erst weitere Mitglieder ließen Polarkreis 18 zu einer richtigen Gruppe werden, auch weil die Songs nun eine neue Dynamik bekamen. Der Weg zum Erfolg war frei, vorbei die Zeiten mit 25 Besuchern bei Konzerten. War dass selbstbetitelte Debüt Polarkreis 18 schon eine gereifte Mischung aus Pop-Melodien, integrierten Break-Beats, elegisch-wehmütigen Klang-Epen, Streicherarrangements und Gitarren-Ausbrüchen, so schwenkt der Nachfolger direkt und mit Hochgeschwindigkeit Richtung Mainstream. Der Albumtitel The Colour Of Snow, der Bandname und die Hives-mäßige weiße Klamottenoptik suggerieren Kühle und stehen trotz des kristallklaren, krispen Sounds doch in Kontrast zu der eher warmen und emotionalen Musik. Bohrt man nun aber tiefer, tauchen Probleme auf. Ein Track wie die potentielle Hitsingle Allein Allein mit seinen überbordenden Arrangements uns Eurodisco-Beats ist nicht unbewusst entstanden, der Song WILL einen anspringen, er giert nach Anerkennung und Radio-Airplay. Wo die immer wieder als Vergleich herangezogenen Sigur Rós mystisch, spinnert und unnahbar daherkommen, damit eine Nachhaltigkeit erreichten, da fehlt es dem Sextett aus Sachsen an Tiefe. Das von Mario Thaler (Notwist) und Jochen Naaf (PeterLicht) unter Mithilfe von Streichern produzierte Album klingt perfekt und international konkurrenzfähig, es macht einem den Zugang sogar außerordentlich leicht. Aber es will einfach nicht berühren, es nimmt einen nicht an unbekannte Orte mit. -- Sven Niechziol


motor.de

"Selten wurde so heiß diskutiert in einer Motor-Redaktionssitzung. Selten ging solch ein tiefer Riss durch unser Team. Selten kam es zu solch bösen Verbalattacken. Der Grund? Das neue Album von Polarkreis 18 "The Colour Of Snow". Weil wir uns diesmal so gar nicht einig sind, gibts an dieser Stelle statt der gewöhnlichen Rezension ein PRO und CONTRA zu einer wirklich "heißen" Platte.

PRO
Na die trauen sich was! Statt in ihrer kleinen Indie-Ecke verkopft weiter vor sich hin zu frickeln, haben die Dresdener Jungs um Felix Räuber die große Geste entdeckt. Auf ihrem Zweitling „The Colour Of Snow“ wird nicht gekleckert sondern geklotzt: Wo auf dem Debüt noch vereinzelte Streicher fidelten, musiziert nun das komplette Filmorchester Babelsberg. Wo einst die unverkennbare Falstett-Stimme englische Texte so zart und darum auch kaum verständlich hauchte, traut sich Herr Räuber jetzt sogar zum Teil deutsch und lauthals zu tönen. Wo frickelige Beats sich in epischen Post-Rock auflösten, da schwingen sich jetzt hymnengleich Wahnsinns-Melodien in den Pophimmel, um sich in perfekten Arrangements selbst zu feiern - und passen so nicht nur in die Disko nebenan, sondern auch ins Mainstream-Radio…

Dank dem Händchen eines Mario Thalers und weil die Jungs wirklich wissen, was sie hier tun und wollen, ist ihnen eine Platte gelungen, die beim ersten Hören scheinbar haarscharf am Schmalz vorbeischrammt, sich jedoch sofort in den Gehörgang hakt und dort auf ewig nachhallt. Beim mehrmaligen Hören jedoch mit soviel Können aufwartet, mit liebevollen Details, mit einem wilden Mix an verschiedensten Zutaten aus Klassik, Electro und Post-Indie-Rock, dass einem schier die Worte fehlen.

Viele werden diesen Weg von Polarkreis 18 nicht mitgehen, werden der Band Kommerz vorwerfen, doch das kann den Jungs egal sein. Denn zu diesem Schritt in Richtung Pathos-Pop gehörte mehr Mut und Können als einfach eine Kopie ihres Debüts vorzulegen. Respekt, und „Weiter so!“.

Laura Anderson

CONTRA
Gerade ein reichliches Jahr ist es her, dass Felix Räuber und Konsorten einen Beitrag mit dem Titel „Zuviel“ auf ihrer Myspace-Seite bloggen. Fünf zarte Dresdner, übermannt von den Begeisterungsstürmen einschlägiger Musik-Kritiker, von einem Interview zum nächsten tingelnd, sich die Finger wund spielend – das waren Polarkreis 18. „Ihre Musik ist heftig, unglaublich breit, großkotzig und transzendent“, übte sich das Musikmagazin Intro in Superlativen. Das selbst betitelte 2007er Debütalbum des Anfang Zwanziger-Quintetts, Resultat fast vierjähriger ununterbrochener Studio-Tüftelei, war beinah unverschämt perfekt für einen Erstling. So exzentrisch und dennoch völlig unpeinlich wurden Radiohead und Muse in einen Pott geschmissen. Vollkommen hemmungslos und jenseits jeden Respekts vor der Last musikalischer Referenzen plärrte Sänger Felix Räuber ins Mikro und völlig überraschend kam heraus, was seit Sigur Rós lange niemand mehr zustande gebracht hatte. Abgesehen davon, dass diese fünf Grünschnäbel schon gemeinsam Musik machten, bevor ihnen die ersten Pickel auf der Nase sprossen, waren sie schlicht und ergreifend einfach in der Lage. So unheimlich durchdacht war jedes einzelne Arrangement. So klug die akkurat platzierten elektronischen Spielereien. So wissend, dass auch die trägste Vene pochen würde. So jenseits des irdischen Schmutzes.

Im Akkord hat das Dresdner Überflieger-Quintett nun die zweite Platte „The Colour Of Snow“ produziert. Und wieder hat man Tränchen in den Augen. Diesmal jedoch nicht aus Ergriffenheit. Und schon gar nicht vor Begeisterung. Vielmehr weil man lachen muss. Über den neuesten Treppenwitz namens Synthie-Pop, den Polarkreis 18 in zehn völlig blassen Songs auf die Spitze treiben.

Ein Zug fährt ein im Opener „Tourist“. Kraftlos tuckert er durch den watteweißen Winterwald. Endstelle: Das musikalische Nirgendwo. „I travel and travel / I never come home“, atmet Felix Räuber (wenigstens das klingt vertraut) ins Mikro, als müsse er für die ganze Welt leiden. Und das Schlimmste ist: Er hat ja so Recht. Vom vormals perfektionierten Eklektizismus sind nur die Schreie in Gläser zerschmetternden Tonlagen geblieben. Die erste Singleauskopplung „Allein Allein“ sollte wohl der Versuch einer Pop-Hymne werden. Wahllos treffen mittelmäßige Depeche Mode 80s-Electropop-Kopien auf Chorgesänge, die das instrumentale Wirr Warr nicht einen Deut dichter machen. Die Bläserarmee in „Prisoner“ setzt dem glatt geleckten Pop-Desaster noch die Krone auf. Kein Orchester-Instrument, das in der Peter und der Wolf-Variation nicht zum Zuge kommt. Keine Höhepunkte. Keine Ausreißer, in welche Richtung auch immer. Während die Streicher auf dem Debüt präzise platziert daherkamen, flirren sie jetzt zu gewollt. Zu opulent ist auch das Paukenschlag-Finale, das maximal einem Disney-Märchenfilm gut stehen würde.


Die Nymphengesänge in „River Loves The Ocean“ markieren den Tiefpunkt einer Platte, die Polarkreis-Fans mit jedem Ton mehr im Herzen wehtun wird. Hoffnung verspricht allein die Nummer Sieben namens „Rainhouse“, auf der wenigstens in Ansätzen der vorantreibend-pulsierende Sound der Erstlings-Scheibe hinüber gerettet wurde. Hier blitzen sie kurz durch, die Zehen-Zuck-Beats, die geschickt platzierten Breaks eines „Crystal Lake“. Wer jedoch nach der Wimpernschlagpause ein ohrenbetäubendes Feuerwerk erwartet, muss sich einmal mehr mit einer Leuchtrakete statt einem Dutzend zufrieden geben.

Wo bitte ist das kompromisslos treibende Schlagzeug eines „Dreamdancer“, das sich in jede Falte der Ohrmuschel mogelt? Kein leises Herangeschleiche, um dann lautstark zuzuschnappen. Wo ist die nervös zuckende Stille? Zu oft versteckt sie sich hinter dem pompösen Aufgebot an instrumentaler Reizüberflutung. Nur in „130/70“ wandelt das Piano im Alleingang und berührt in seiner Einfachheit tausend Mal tiefer.

Das englischsprachige 2007er Debüt wäre ohne Frage ein Kandidat für den internationalen Durchbruch einer brillanten Dresdner Nachwuchsband gewesen. Auf „The Colour Of Snow“ changiert man nun äußerst heikel zwischen den Sprachen ohne Rot zu werden. Deutsch für die Bundesrepublik, Englisch für den Rest der Welt? Wenn’s doch nur so einfach wäre.

Jennifer Beck

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33 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Es fährt ein Zug nach Nirgendwo, 10. Dezember 2008
Vielleicht würden mich einige Leute zur Generation X zählen, Jahrgang 1978, mein musikalischer Urknall war Nirvana, die zusammen mit Pearl Jam bis heute meine ungeschlagenen Helden sind. Außerdem spiele ich in einer Band, die inzwischen mehr oder weniger erfolgreich, ihr zweites Album rausgebracht hat und deren Mitglieder immer, ganz im Sinne des Grunge und Punks, ihren ureigenen Weg gegangen sind und auf Stimmungen oder modische Erscheinungen einen Dreck gegeben haben.

Es ist schon seltsam, daß ich "The colour of snow" wahrscheinlich genau ein Jahr früher aufgrund meines Musikdogmas von Grund auf abgelehnt hätte. So wie es der Zufall wollte habe ich "Allein, Allein" das erste mal genau zur richtigen Zeit an genau dem richtigem Ort (Anfang August im Autoradio) gehört. Es ist, was bei nachhaltiger und guter Musik bei mir sehr selten der Fall ist, sofort zu mir durchgedrungen. Ich erkannte weder das Hymnenpotenzial, noch war ich Fan von elektronisch unterstützter Musik, noch wusste ich irgendwas über die Band, geschweige denn über das vorherige Album. Trotz allem war für mich auf Anhieb klar, daß ich mir das dazugehörige Album zulegen würde und tat dies dann auch etwas später. Nun, da ich "The colour of snow" sicherlich zum 30. mal durchgehört habe, kann ich bedenkenlos kundtun, daß mich seit "Toxicity" von SOAD kein Album mehr so inspiriert, keines mehr so auf mich gewirkt und keines mehr so bei mir eingeschlagen hat wie dieses. Schon der Opener Tourist nimmt einen mit auf eine Reise zurück in die unbeschwerte Kindheit, deren Erinnerungen und Gefühle so weit weg erschienen, um gerade in diesen Zeiten wieder so nah dran zu sein scheinen. Diese Melancholie, die The colour of snow, Happy go Lucky oder River loves the ocean in mir auslöst, habe ich schon sehr lange nicht mehr in dieser Form gespürt. Obwohl fast alle Lieder einen düsteren, kalten und depressiven Grundton in sich tragen, wird das Lebensbejahende wie von einem über allem schwebenden Engel (namens Felix Räuber) durch das gesamte Album getragen.

2008 wird als eines der wichtigsten Jahre in die Geschichte meiner Biographie eingehen, es ist verdammt viel passiert. Dieses Album hat mich während dieser Zeit begleitet und wird wohl auch noch in Jahren oder Jahrzehnten zu meinen Lieblingsalben zählen, um mich dann, so ist es nunmal bei Musik, immer wieder an diese Zeit zu erinnern. Das weiß ich schon jetzt.

Danke an Polarkreis 18 für diese phantastische Musik.
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22 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen ein bombastischer Schritt -- zurück, 1. Dezember 2008
Von Lalobo "lalobo" (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)   
Polarkreis 18 haben mich mit ihrem letzten Album (dem titellosen Vorgänger) wirklich - beglückt.
Diese Leichtfüssigkeit, das gewisse Entrückte, dieser frische, kalte Wind in dem Album (das Gefühl zu schweben!) hat mich sehr begeistert, zudem dieser Hang zu den Streichern und Drum & Bass Anklängen.
Und jetzt das.
Sicherlich hat den guten Jungs irgendjemand geflüstert: Hier, die 80er sind wieder in - macht doch mal sowas.
Und schon ist das Besondere an Polarkreis 18 dahin. Der Hit erhält eine an Fussballgegröle erinnernden Refrain und schon werden sie in Deutschland Nummer Eins. Wer eins sagt muss auch zwei sagen können, also hauen sie über einige weitere Tracks Bombastoelemente à la Pet Shop Boys.
Bin ich denn wirklich der einzige der das klar als krassen Rückschritt empfindet ?
Selbst in den scheinbar innovativeren Tracks klingen Polarkreis wie ein Mischmasch aus gehabten: Mich erinnert es stark an Alphaville, manchmal auch an a-ha oder leider häufiger an deutlich schlechteren deutschen 80er Synthiepop, den man inzwischen erfreulicherweise wieder vergessen hatte.
Hier fehlt mir wohl die Gnade der späten Geburt, die meisten ihrer neuen Fans werden diese Nummern gar nicht kennnen.
Trotzdem einen zweiten Stern denn: Bei aller Kritik erkenne ich schon, dass da einiges an Schweiss - gerade in das Arrangement und in die Produktion - geflossen ist. Leider, denn man wollte wohl zuviel und hat die Songs ertränkt. Ausserdem darf man den Jungs nicht die Eigenständigkeit und die musikalische Begabung, die sie auch hier in einigen wirklich schönen Momenten zum Aufblitzen bringen, absprechen.
Fazit:
Zu wenig Leichtfüssigkeit, zu viel bombasto-Ballast, zu wenig Substanz, zu viel Produktion, Streicher zu dick und flächig statt schwebend und pulsierend und diese Frische, dieses Neue ist leider dahin.
Am schlimmsten aber für mich persönlich ist der Einbruch in den Beats/Percussion, die inzwischen weitgehend wie aus dem Computer klingt.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen der perfekte begleiter für die dunkle jahreszeit, 7. November 2008
Von IG "frenchquarter" (rostock) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)   
Mit <The Colour of snow< legen die sympathischen Sachsen ihr zweites Album der Öffentlichkeit vor. Es ist das perfekte Album für diese Jahreszeit. Und noch dazu ein heiß diskutiertes. Scheinbar gibt es nur ein Hopp oder Top. Ein dazwischen scheint es nicht zu geben.
Das Debüt wurde nahezu frenetisch gefeiert. Und das nicht zu unrecht. Die Erwartungen waren also hoch gesteckt. Und eben teilweise erfüllt und wieder auch nicht. Auch mir ging es nach dem ersten Hören so. Ich war ein wenig enttäuscht, fehlte mir doch der ausgewogene Mix aus ruhigen Sachen und Knallern. Ich habe mich gefragt, ob Polarkreis 18 die neuen Radiohead werden wollen. Auch der Einschlag in Richtung Sigur Ros hat sich eher noch verstärkt.
Aber >The Colour of snow< braucht Zeit und Aufmerksamkeit. Und die sollte man diesem Album auch geben und ruhig eine Durchläufe ohne den Überflieger >allein allein< hören. Man kann neue musikalische Welten entdecken.
Überhaupt ist <allein allein< Segen und Fluch zugleich für die Band. Mittlerweile haben die Fans (und wohl viele weitere Musikinteressierte) die Single auf Platz 1 der Singlecharts gehoben. Von daher sollte man mit dem Wort Verrat vorsichtig umgehen. Es wird nur allzu gern benutzt, und das schon in all den Jahrzehnten der modernen Musikgeschichte. Es ist wie eine Art Reflex. Auch Polarkreis 18 wollen letzten Endes nur von ihrer Musik leben. Und das sollen sie auch. >allein allein< ist eben der perfekte Popsong. Die Melodie frisst sich in die Hörgänge, ein schön einfacher Refrain und ebenso der gesamte Text. Gut, über den Sinn der beiden verwandten Sprachen mag man sich streiten. Aber dennoch muss man dieses Lied in die Nähe vom 80er Machwerk Life is live bringen. Dazwischen liegen Welten.
Dieses Album besteht aber aus mehr als nur der Single. Der Opener >tourist< nimmt den Hörer mit auf die Reise. Sie beginnen sanft und behaupten letzten Endes, dass man nie ankommt. Gut, wir werden in einigen Jahren sehen, wie sie das gemeint haben. Das mitgenommene Sinfonieorchester bestimmt maßgeblich den Sound des Albums. Getragen, verhalten und geführt von der markanten Stimme von Felix Gärtner (androgyn oder geschlechtslos spielt doch keine Rolle, die Musik von PK 18 lebt davon). <Untitled picture> erinnert doch schon sehr stark an den Soundtrack vom Parfum (man hört mehrere Anleihen). Aber da ich schon diesesn Soundtrack mochte, ist es für mich hier kein Fehlgriff. Danach geht es etwas rasanter zu (insofern man hier davon sprechen kann). >rainhouse< weckt Erinnerungen an ihr Debüt. Man fühlt sich zurückversetzt in die Zeit, als Nick Cave sein >Boatsman call> veröffentlichte. Ein geniales Album; verkannt, weil zu ruhig gehalten in den Ohren der Fans. Mit >rivers loves the ocean< geht es nochmal in die letzte verträumte Runde. Das ist wahrlich keine Fahrt mit dem TGV, eher eine gemütliche Schlittenfahrt. Mit >Happy go lucky< habe ich momentan noch meine kleinen Zwistigkeiten. Da haben sie hart die Kitschgrenze geschrammt. Klingt mir nach zuviel heiler Welt.
Was Polarkreis 18 mit den kontroversen Diskussionen anfangen werden, werden wir sehen. Keineswegs sollten sie sich allzu sehr beirren lassen. Es gibt keine große Band, über der nicht schon kübelweise Verrisse geschüttet wurden. Und perfekte Popsongs zu schreiben ist auch kein Verbrechen. Aber warten wir ab. möglicherweise werden sie uns wieder überraschen mit dem sogenannten schwierigen dritten Album.
Das vorliegende jedenfalls habe ich in mein Herz geschlossen.
We look into faces and wait for the sign
Wir sind allein
Ich denke mal nicht. Und viel Glück noch und breite Schultern.

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5.0 von 5 Sternen Gefällt mir gut !
Natürlich ist der Song "Allein Allein" der absolute Reißer. Aber die anderen Lieder sind auch nicht schlecht.
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3.0 von 5 Sternen Schade
Die CD sollte nur jemand kaufen der ein eingefleischter Fan von "Polarkreis 18" ist. Bis auf "Allein, allein", weshalb ich diese CD gekauft habe, sind die anderen Titel alle... Lesen Sie weiter...
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2.0 von 5 Sternen Schade
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