Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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87 von 131 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sauerstoff ist nicht nur zum atmen da!, 16. März 2009
Während einer Antilopenjagd findet der Wilderer Llewellyn Moss (Josh Brolin) plötzlich die Überreste eines missglückten Drogendeals. Mehrere Leichen, eine Ladung Heroin und zwei Millionen Dollar. Ohne lange zu zögern verschwindet Moss mit dem Geld, doch von nun an sind ihm der ehemalige Special-Forces-Mann Carson Wells (Woody Harrelson) und der aus dem Gefängnis geflohene Serienkiller Anton Chigurh (Javier Bardem) auf den Fersen...
Im Texas der 80er Jahre bestimmen Drogen und Gewalt den Alltag, und ein Serienkiller mordet sich dabei quer durch das Grenzgebiet. Die Coen-Brüder inszenieren Cormac McCarthys Romanvorlage spannend und schnörkellos. Vor allem mit Anton Chigurh alias Javier Bardem haben die beiden einen der skrupellosten Serienkiller der letzten Jahre auf die Leinwand gebracht. Mit einer Druckluftflasche macht er kurzen Prozess mit seinen meist ahnungslosen Opfern. So liefert der Film verstöhrend-faszinierende Momente, die rohe Gewalt des Killers und nervenzerreißende Momente zwischen Jäger und Gejagtem, ebenso eine beeindruckende Gelassenheit der Beteiligten.
Fazit:
Die Coen-Brüder haben mit "No Country for Old Men" einen der spannensten Thriller der letzten Zeit erschaffen. Das Ende kommt vielleicht ziemlich plötzlich und etwas irritierend, aber ein langsames Auspendeln der Spannung hätte der Film auch nicht verdient gehabt.
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74 von 119 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine grossartige Romanvorlage - kongenial in Szene gesetzt, 20. Dezember 2008
Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich das Buch gelesen - nun den Film gesehen: Eine grossartige filmische Umsetzung eines erstklassigen Romans! Eine der wenigen Filmadaptionen von grandiosen Buechern, die nicht misslungen ist, oder weit hinter der Literaturvorlage zurueckbleibt. Da die Romanvorlage von keinem Geringeren als Cormac McCarthy stammt - einer der ganz grossen zeitgenoessischen Erzaehler - hatten sich die Brueder Coen einges vorgenommen und... ihr Ziel erreicht.
Kurz zum Inhalt: Llewlyn Moss, gerade unterwegs um Antilopen an der mexikanischen Grenze zu jagen, stoesst per Zufall auf das Ergebnis einer Herointransaktion, bei der ganz offensichtlich alles schief gelaufen ist: durchsiebte Fahrzeuge, ueberall Blut, Waffen und kugelzerfetzte Leichen. Nur ein Ueberlebender (vielmehr ein Halbtoter), der nur nach Wasser fraegt und sonst nicht viel zur Aufklaerung beitraegt. Moss nimmt das Geld an sich - zwei Millionen Dollar - und verschwindet so unauffaellig wie er gekommen ist. Zwar ist er ein hartgesottener Kerl, dennoch ertraegt er den Gedanken an den verdurstenden Mexikaner nicht und kehrt deshalb mitten in der Nacht mit einer Wasserflasche an den Tatort zurueck. Nun ist er jedoch nicht mehr alleine, denn offenbar hat sich die fehlgeschlagene Transaktion in bestimmten Kreisen herumgesprochen. So geraet er in den Fokus eines Suchtrupps von Banditen, auf der Suche nach dem Heroin, dem Geld, oder beidem. Dies ist dann der Startschuss zu einer moerderischen Verfolgungsjagd zwischen Moss, den Heroindealern, einem psychopatischen Killer, einem Privatdetektiv und natuerlich der Polizei. Die Handlung entwickeln sich nun entlang dieses Flucht- bzw. Jagdszenarios; d.h. wir haben es mit einem klassischen "Road Movie" zu tun.
Der gesamte Film ist durchwegs hochgeladen, spannend und knallhart. Wie auch schon in der Romanvorlage wird Wert auf kleine, scheinbar unwichtige Details gelegt (eine stilistische Eigenheit McCarthys); dadurch entsteht atmosphaerische Dichte und Authentizitaet. So wie McCarthy die ganze Maechtigkeit von Sprache nutzt zur Entfaltung seiner Geschichte, so nutzen die Coen Brueder filmische Mittel um die spezielle Stimmung zu transportieren. Der Zuschauer (wie auch der Leser) wird geradezu durch den Film gepeitscht - ohne Atempause, eingetaucht in eine duestere Szenerie an der US-mexikanischen Grenze. (Der in manchen Rezensionen geaeusserte Vorwurf der Langeweile ist mir voellig unerklaerlich.)
Der einzige Aspekt, der bei der filmischen Umsetzung m.E. etwas auf der Strecke bleibt, ist das typisch McCarthy'sche Hauptmotiv - die Unausweichlichkeit des Schicksals und des Todes. Der Killer als Verkoerperung des Untergangs, dem wir alle geweiht sind. Die Unausweichlichkeit des menschlichen Schicksals, manifestiert im Schicksal der Beteiligten: Sie alle haben an einem Punkt ihres Lebens eine Entscheidung getroffen, die sie in die vorliegende Handlung schicksalshaft verwickelt - und alle haben dafuer einen Preis zu bezahlen, unabhaengig von ihrer spezifischen Schuld. Jede Entscheidung ist endgueltig, alles hat seine Konsequenz, nichts kann ungeschehen gemacht werden. Alle Handlungen sind schicksalshaft und alles endet mit dem Tod - ohne Gnade.
Dieses Hauptmotiv von McCarthy findet im Film nur andeutungsweise seine Umsetzung, letztlich nur bruchstueckhaft in den Monolgen des Killers und dem Motiv des Werfens der Muenze: Call it! Dieses Schluesselmotiv des Buchs, insbes. dargestellt in der Szene zwischen dem Killer und Moss' Ehefrau, wird im Film nur in Ansaetzen aufgegriffen, wobei im Buch hier soz. der moralische Show-down stattfindet. Diese philosophisch-moralischen Aspekte kommen im Buch sehr viel staerker zum Tragen, und machen schliesslich auch die besondere Klasse des Buches aus.
Die Coen Brueder aber haben sich offenbar dafuer entschieden, diese moralische Faerbung des Buches nicht in seiner Gaenze umzusetzen. Ihr Fokus war klar die Story an sich, nicht so sehr ihre moralische Dimension. Ich halte das fuer eine akzeptable Entscheidung und sie tut der Qualitaet des Films an sich auch keinen Abbruch. Wenngleich ohne diesen Hintergrund moeglicherweise ein paar Fragen im Film offen bleiben und auch sein Ende fragwuerdig erscheinen mag.
Cormac McCarthy hat mit "No Country For Old Men" einen grossartigen Thriller vorgelegt, der von den Coen Bruedern kongenial in Szene gesetzt wurde. Das Drehbuch, die Regie und insbes. alle schauspielerischen Leistungen sind beeindruckend. Vor allem die Leistung von Javier Bardem, in der Rolle des Killers, ist besonders hervorzuheben. Der Film ist (wie das Buch) zu spannend, zu cool, zu krass, zu unterhaltend - zu gut. Die 4 Oscars sind hochverdient, bei dieser Romanvorlage ist das aber auch kein Wunder! Dennoch die Empfehlung: Unbedingt erst das Buch lesen, der Film danach kommt extrem gut!
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63 von 119 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Coenial!, 17. September 2008
Endlich ist es soweit. Der letzte Streifen der Coen-Brothers Joel und Ethan landet in meinem DVD-Player. Da sind die Erwartungen natürlich hoch; dürfen sie nach Vorgängern wie z.B. Fargo, Barton Fink oder The Big Lebowski auch sein. Gleich vorweg: Nach Ende des Films war meinerseits keinerlei Enttäuschung zu verzeichnen. No Country for old men ist ein waschechter Coen-Brothers-Streifen, der für die Mitglieder der Coen Fangemeinde keine Wünsche offen lässt.
Texas, in den 80er Jahren. Der Cowboy und Vietnamveteran Llewellyn Moss(Josh Brolin) stösst während der Jagd auf ein halbes Dutzend Leichen samt einer Ladung Drogen und einem Koffer, der zwei Millionen Dollar enthält. Moss schnappt sich das Geld und verschwindet. Er kehrt jedoch noch einmal zum Tatort zurück, was sich als schwerer Fehler herausstellt. Kurze Zeit später hat er eine Schusswunde und ein paar mexikanische Killer plus Kampfhund trachten ihm nach dem Leben. Moss schafft die Flucht, ahnt aber schon, dass das Drama jetzt erst beginnt.
Nicht weit entfernt befreit sich der psychopathische Killer Anton Chigurh(Javier Bardem) aus dem Polizeigewahrsam. Chigurh wird von dunklen Gestalten auf Moss Fährte gehetzt. Nachdem er den Auftrag angenommen hat, tötet Chigurh die Auftraggeber und macht sich auf die Suche. Dabei säumen ziemlich schnell Leichen seinen Weg. Chigurh scheint es weniger um die zwei Millionen Dollar als um den puren Spaß am Töten zu gehen. In Llewellyn Mosh findet er jedoch einen Gegner, der nicht zu unterschätzen ist.
Sheriff Bell(Tommy Lee Jones) steht kurz vor der Rente. Zusammen mit seinem Deputy, der etwas schwer von Begriff ist, wird er auf den Fall des geplatzten Drogengeschäftes angesetzt. Bell ist ein Sherrif vom alten Schlag. Er braucht keinen Technikschnickschnack, um festzustellen, was passiert ist. Nachdem er eins und eins zusammen gezählt hat, weiß er, in welcher Gefahr Llewellyn Moss schwebt. Mit aufreizender Gelassenheit versucht Bell den Killer Chigurh zu schnappen.
Während dies Hatz im Gang ist, wird von einem Drahtzieher des Drogendeals auch noch der Killer Carson Wells(Woody Harrelson) ins Rennen gebracht. Wells kennt Chigurh und soll ihn aufhalten, vor allem aber das Geld zurückbringen. So kommt es letztendlich zum unvermeidbaren Showdown der versammelten Killergarde. Der Ausgang ist ungewiss...
Die Coen Brothers haben sich nie um Trends geschert. Klar sind sie mit No Country for old men in den eigenen Fußstapfen ihrer Fargo-Verfilmung unterwegs, zu erkennbar sind die Parallelen in Bezug auf die Killer und den Cop, aber das macht rein gar nichts. Der Film bordet teilweise von Gewalt über, die Coens verherrlichen sie jedoch nicht. Die Gewalt in diesem Film steht für die konsequenzlose Durchsetzung der Ziele aller handelnden Personen. Hier wird, für die Erfüllung der eigenen Ideale, im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gegangen.
Cormac McCarthys Romanvorlage war ein Glücksgriff für diese Verfilmung. Dazu eine Schauspielgarde, die sich auserwählt fühlen darf, für die Coens vor der Kamera zu stehen. Tommy Lee Jones spielt so cool und schräg, es ist ein Genuss, das sehen zu dürfen. Woody Harrelson darf natürlich nicht fehlen und das überaus blutige Duell zwischen Moss und Chigurh wird von Javier Bardem und Josh Brolin wie ein heiliger Kreuzzug zelebriert. Dazu fließen ein paar Dialoge ein, die auf jeder Psychiatersitzung direkt von der Couch stammen könnten. Es ist skuril, komisch, makaber, halt ein echter Coen-Film. Wer mit den filmischen Vorgängern der beiden Brüder keine Freundschaft schließen konnte, der sollte sich auch an No Country for old men nicht versuchen. Wer allerdings Fargo zu einem seiner auserwählten Lieblingsfilme aller Zeiten gemacht hat, der darf jetzt schon mal Platz im DVD Regal schaffen. No Country for old men wird eine Ehrenplatz erhalten. Mit tödlicher Sicherheit.
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