Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Die Suppe ist das Leben in der Schale", 4. September 2008
"Tampopo" ist -immerhin von 1985- ein zeitlos schöner Film, der mit den
Verflechtungen von Leben, Sterben und Essen auch Europäer unterhält, ohne dass Japan-Vorkenntnisse für das Verständnis nötig sind.
Dieser Episodenfilm hat für jeden etwas, wie eine gute Nudelsuppe. Die
Rahmenhandlung entspricht der Story eines (Spaghetti)Western: Goro, Fremder auf der Durchreise, hilft Tampopo (jap. "Pusteblume"), Witwe in
Bedrängnis, ihr ererbtes Gut (= Nudelsuppenimbiss) zu bewahren; dazu
trägt Goro nicht nur den richtigen Hut, sondern er zieht auch schnell
und trifft gut - mit einer Kamaboko-Scheibe.
Die einzelnen Episoden, deren Übergänge so glatt flutschen wie die besten Suppennudeln, vermitteln dem Zuschauer u.a. wie man Spaghetti ohne das geringste Geräusch isst (oder auch nicht), wie einer eben verstorbenen Hausfrau würdig die letzte Ehre erwiesen wird, wie man schnell und kostenlos an Geheimrezepte kommt und wann das Bestellen von "Quenelles au boudin" das genüssliche Aufbegehren gegen "Perlen vor die Säue" ist.
Zur DVD: Bild und Ton sind von guter Qualität, die fürs deutsche
Fernsehen gekürzte Szene mit der Schildkrötenschlachtung ist hier
vollständig und die deutschen Untertitel wurden offenbar überarbeitet.
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Endlich!! auf DVD, 26. Mai 2008
Ein Wunder, dass es so lange gebraucht hat, dass dieser wunderbare Film seinen Weg auf eine deutsche DVD-Veröffentlichungen findet. Vielleicht ein Beispiel einer merkwürdigen Branche, die einerseits über Raubkopien meckert, aber andererseits nur Mainstream bereitstellt und weniger gerne kleine, besondere Filme oder CDs anbietet.
Dieser Film schildert auf jeden Fall die Geschichte eines kleinen Nudelsuppenladens und streift damit mit der klassischen japanischen Heldengeschichte das Thema Essen von vielen ganz besonderen Seiten. Insbesondere die Herangehensweise an das Projekt "Wir werden besser" war auch den SUSHIYA-Gründern auf den Leib geschrieben. Eine Freude, die Akteure dabei zu beobachten, wie sie verschiedene Nudelsuppen-Läden unter die Lupe nehmen und - typisch japanisch - für sich gutes übernehmen und schlechtes weglassen. Ein Film, der kurzweilig ist, Freude macht - und Lust auf Essen ;-)
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Sieben Samurai kämpfen für die Nudelsuppe, 4. August 2008
In Japan ist man längst weiter als hier. Während hier im Fernsehen erst in den letzten zehn Jahren Köche zu Medienstars werden, hat man im Land der aufgehenden Sonne schon 1985 einen wunderbaren Film über das Thema Essen und Kochen gedreht. Und dabei hat man es geschafft, die dem Film eigentlich fremde, sinnliche Erfahrung des Schmeckens und Riechens so gut darzustellen, wie es sonst vielleicht nur in einigen Szenen des Trickfilms "Ratatouille" gelungen ist.
Tampopo ist Witwe mit Kind. Zum Überleben führt sie ein kleines Restaurant mit Nudelsuppe, Udon, wie es in Japan so schön heißt. Eigentlich ein sehr einfaches Gericht. Brühe, Reisnudeln, Frühlingszwiebeln, Bambus, Schweinefleisch, etwas Seetang und das war es dann auch schon. Aber natürlich kann man Essen mit viel Liebe und Wissen zubereiten, und deshalb kann man auch aus japanischem Fastfood noch ein Wunder herausholen. Aber dazu braucht die Kleinfamilie aus zwei Personen noch fünf Spezialisten, die im Laufe des Films erst zusammen gesucht werden. Ganz wie in bei den Glorreichen Sieben im Western.
Aber wie bei jedem Rezept funktioniert es auch bei diesem Film. Eine Zutat reicht nicht aus. Die gesamte Filmgeschichte mit fast all ihren Genres wird hier geplündert. Ein Gangster wird erschossen wie Belmondo in Außer Atem. Gleich mehrere Liebesgeschichten werden erzählt. Eine Szene in einer Küche gleicht dem Slapstick der Stummfilmzeit. Und auch ein bisschen Erotikfilm bekommen wir hier zu sehen. Und natürlich eine Spur von Western.
Immer geht es hier um das Viereck aus Essen, Liebe, Sex und Tod. Diese Begriffe und deren Zusammenspiel im Leben werden immer wieder in verschiedenen kleinen Szenen und Geschichten thematisiert. Oft hat man viel zu lachen, so über das Schlürfen von Pasta durch eine Gruppe wohlerzogener Japanerinnen. Alle diese Elemente sind miteinander verbunden, haben Ort und Zeit gemeinsam, wodurch ein Effekt entsteht, den man Jahre später in Pulp Fiction und weiteren, amerikanischen Episodenfilmen ebenfalls verwendet hat. Man sollte nur nicht das Tempo, den Erzählrhythmus eines modernen Films erwarten, denn dieser ist natürlich völlig japanisch geblieben.
Und dann gibt es schließlich noch die wunderbare Schlussszene, die den Zuschauer zu den Ursprüngen aller Nahrungsaufnahme führt. Als junger Vater muss ich sagen, dass ich mir hier kein besseres Ende vorstellen kann.
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