Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Falscher Fuffziger im Dunstkreis aussichtsloser Schicksalsnot, 1. September 2009
Am Anfang war die Lüge...könnte man meinen, wenn man sich diesen in gewisser Weise katastrophalen und doch ungemein prägenden Film anschaut. Eine kleine Göre, die in selbstgerechter Empörung, fehlender Reife und schier überquellender Phanatasie einen Unschuldigen zum Schuldigen macht und damit nicht nur dessen Leben vernichtet, sondern auch das ihrer Schwester, deren große Liebe...und ihr eigenes Lebensglück...Abbitte eben.
Am Anfang war das Bild...könnte man allerdings auch meinen, wenn man die schöpferischen Inszenierungen des Regisseurs Jo(e) Wright betrachtet, die so erlesen daherkommen, dann man sich unwillkürlich zu fragen beginnt, wer sich denn bei so einem Maß an Perfektion bitte schön noch um die Geschichte kümmern soll. Maßgeblich in der ersten Hälfte geht die Geschichte in perfekten Kompositionen auf, und doch hätte ich mir auch nur eine Szene gewünscht, die nicht so begnadet arrangiert worden wäre. Nichtsdestotrotz sind die Bilder schlichtweg wunderschön gelungen und so fähige Darsteller wie James MacEvoy, Saoirse Ronan (so gruselig kann wirklich nur ein Kind sein) und Keira Knightley hauchtem dem Kunstwerk Leben und Gefühl ein.
Am Anfang war die Tat... und daran hat unsere kleine Verräterin ihres Leben lang zu knabbern. Und die Botschaft ist so simpel wie sie Hollywood nur allzu gern beschönigt: Geschehen ist geschehen, lerne damit zu leben. Erstaunlich simpel, und doch so unendlich bitter, gnadenlos und realistisch.
Am Anfang war der Rezensent... und dessen Anschauerfahrungen erschaffen auch die vorliegende Würdigung. Und die sagt: Daumen hoch. Keine Frage, die erste Hälfte fand ich so perfekt und ergreifend inszeniert, dass sie mich nevertheless nur rein optisch zu erreichen vermochte. Die zweite Hälfe, angefüllt mit überbordenden Pathos, sinnfreier Gemäldelandschaften und erstaunlich unglaubwürdigen Darstellern, schaffte es tatsächlich trotz oder gerade wegen der an Substanz verlierenden Inszenierung mich rettungslos zu bannen. In gewisser Weise hatte sich der Grundtenor des Films verselbständigt, indem er die tragische Unausweichlichkeit einer Sekundenentscheidung in einer mich mit mächtiger Hand packenden tragischen Schicksalsnot verkörperte - wobei sich die ebenso in Pathos wie an Qualität verlierende Inszenierung nahezu perfekt einfügte.
Zerstörte Leben, vernichtete Schicksale, traumatische Entscheidungen. Ergreifend, intensiv, menschlich. 3,5 Sterne.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Komm zurück zu mir...", 31. Mai 2009
Das Anwesen der Familie Tallis im England des Jahres 1935: Die 13-jährige Briony (Saoirse Ronan) bekommt durch Zufall mit, wie ihre ältere Schwester Cecilia (Keira Knightley) mit Robbie (James McAvoy), dem Sohn der Haushälterin, in der Bibliothek einen Moment der Leidenschaft auslebt. Robbie war für die beiden Mädchen immer eine Art Bruder, hatte aber schon lange Zeit ein Auge auf Cecilia geworfen. Als Briony, die selbst in Robbie verliebt ist, nun sieht, dass Cecilia seine Gefühle erwidert, ist sie tief gekränkt - und beschuldigt Robbie wenig später eines grausamen Verbrechens, das er nicht begangen hat. Brionys Falschaussage setzt eine fatale Kette von Ereignissen in Gang, die das Leben aller Beteiligten für immer verändert...
"Abbitte" ist ein meisterhaft inszeniertes Liebesdrama über Schuld, Sühne und die zerstörerische Macht der Lüge. Der Film ist nicht nur zutiefst bewegend, sondern vermittelt auch sehr eindringlich, welche grausamen Konsequenzen ein in der Jugend begangener Fehler haben kann. Angesiedelt in mehreren Zeitebenen und mit verschachtelten Rückblenden erzählt, offenbart sich dem Zuschauer nach und nach das ganze Ausmaß der Tragödie - mit einem Finale, das überraschender nicht sein kann.
Siebenmal war "Abbitte" für den Oscar nominiert, darunter in der Königsklasse "Bester Film". Erhalten hat er aber lediglich die Auszeichnung in der Kategorie "Beste Filmmusik" - viel zu wenig, wie ich finde, für ein Meisterwerk dieser Klasse.
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81 von 106 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hervorragende Umsetzung!, 7. Februar 2008
Literaturverfilmungen, die sich einerseits nah an der Vorlage bewegen, andererseits ein Eigenleben haben, findet man nicht allzu oft.
Bei "Abbitte" ist genau dieser Spagat aber aufs Reizvollste gelungen!
Ian MacEwan beschränkt zwei Drittel seines Romans, immerhin knappe 400 Seiten, auf die Geschehnisse eines einzigen Tages im Leben einer großbürgerlichen Familie im Sommer 1935. Dabei zieht er alle erzählerischen Register, so dass der Leser mit jeder Seite mehr in die Ereignisse der Familie Tallis und die Gedanken- und Gefühlswelt der agierenden dreizehnjährigen Briony, die mit ihren Entdeckungen schließlich eine Lawine mit unvorhersehbaren Folgen ins Rollen bringt, hineingezogen wird.
Was sich also für den Leser sehr langsam entwickelt, bringt der Film in einer ruhigen und dennoch eindrücklichen Bilderfolge herüber:
Eine im wahrsten Sinne des Wortes schwüle Atmosphäre, Sinnestäuschungen, das Verwischen von Wahrheit und Fantasie.
Dabei lenkt der Film mehr als das Buch die Geschehnisse auf die ältere Schwester Brionys, die von der wunderbar agierenden Keira Knightley verkörpert wird.
Die tragischen Folgen von Brionys nicht mehr zurück zu nehmenden Beschuldigungen, die Kriegsjahre und schließlich der Rückblick der alten Briony bilden den perfekten Gegensatz zu der anfänglich behüteten und verspielten Gartenszenerie.
Die Bilder aus den Kriegstagen in Nordfrankreich und die Darstellung einer allen Hindernissen trotzenden großen Liebe brennen sich dem Betrachter ein.
"Abbitte" ist ein sehr bleibendes Filmereignis! Wie das Buch auch verlangt es dem Schauenden einiges ab. Manche Szenen sind kaum auszuhalten! Dennoch, oder vielleicht gerade darum, lohnt sich dieser Film, einmal, ein weiteres Mal, viele Male!
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