Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Tarantino verschleudert sein Talent, 4. Januar 2008
Keine Frage: Quentin Tarantino liebt Kino. In jeder Einstellung spürt man, auch in diesem neuesten Werk "Death Proof", dass hier ein Regisseur mit absolutem Enthusiasmus zur Sache geht. Man hat nie das Gefühl, dass er mit seinen Filmen das schnelle Geld machen will. Tarantinos Filme sind witzig, provokant und originell. Sein Gespür für geniale Soundtracks ist allgemein bekannt, und seine technische Vielseitigkeit ist atemberaubend. Allein der Willen und die Fähigkeit, einen derartigen Film ohne CGI-Effekte zu drehen, zeugen ebenso von handwerklicher Perfektion wie von künstlerischer Hingabe. Was mir stets die Sprache verschlägt: Auf fast magische Art gelingt es Tarantino immer wieder, sein schier unerschütterliches Selbstbewusstsein auf jeden zu übertragen, der irgendwie an der Herstellung des Films beteiligt ist. Das fällt bei "Death Proof" besonders auf, weil das Ensemble hier hauptsächlich aus relativ unerfahrenen, jungen Schauspielerinnen besteht.
So weit, so gut. Warum gebe ich aber trotzdem nur drei von fünf Sternen?
Die große Schwäche des Films bezieht sich auf das, was man eigentlich seit je her als eine der größten Stärken und wesentlichen Merkmale dieses talentierten Filmemachers erkannt hat, nämlich auf die Dialoge. Es gibt vieles, was Tarantino sehr gut beherrscht, manches davon besser als alle seine Kollegen. Es gibt aber auch Dinge, die er absolut nicht kann. Eins dieser Dinge ist Frauenrollen zu schreiben.
Man kann es kaum glauben, aber es gibt ja wirklich Leute (selbst in renommierten Filmredaktionen), die allen Ernstes von "Frauenpower" und "Emanzipation" reden, wenn Girlies in Hot Pants kickboxend durchs Bild hüpfen und sich in jedem zweiten Satz mit "Bitch" und "Motherf**ker" anreden, oder sich zuckersüß im Schulmädchenkostüm räkeln. Ich will niemandem zu nahe treten, aber das ist eher das, was sich Männer in Regenmänteln nachts im Park und Zahnspangen tragende Computerfuzzis unter weiblichem Selbstbewusstsein vorstellen. Wenn man "Death Proof" sieht, sollte man glauben, dass sich Tarantino noch nie im Leben mit einer richtigen Frau unterhalten hat. Und das ist mir unerklärlich bei einem Regisseur, der offensichtlich so hervorragend mit seinen Schauspielerinnen zu kommunzieren versteht.
Jetzt soll "Death Proof" natürlich ein schräger, lustiger Trash-Film sein, und da kann man kein tiefschürfendes Ingmar-Bergman-Problemkino erwarten, schon klar. Mag auch sein, dass man allerlei tiefenpsychologische Metaphern hineininterpretieren könnte (Autocrash als sexuelle Penetration usw.), wenn man's denn machen wollte.
Aber es muss ja auch einen Grund geben, weshalb der Mann, der mit "Pulp Fiction" einst für eine Weltsensation sorgte, mit seinen Filmen außer einigen Hardcore-Fans kaum noch jemanden ins Kino locken kann. Es liegt eben nicht nur daran, dass all die Leute mit einem Mal zu doof seien, um die Filme zu kapieren. Es ist ganz einfach so: Bei "Reservoir Dogs" und "Pulp Fiction" war das aggressive Macho-Gehabe wirklich genial witzig, aber seitdem sind zwölf Jahre vergangen und Tarantino hat sich in dieser Hinsicht um exakt Null Prozent weiterentwickelt. Man muss befürchten, dass er seine (wenngleich gut gemachten) Trash-Filme dreht, weil er schlichtweg nichts anderes kann. Mag ja sein, dass er sich damit zufrieden gibt, aber dann steht zu befürchten, dass seine Karriere irgendwann dort endet, wo sie einst begann: zwischen den verstaubten Regalen drittklassiger Videotheken. Und das wäre irgendwie schade.
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43 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der furiose neue Streich von Quentin Tarantino, 23. November 2007
Quentin Tarantino ist zurück - und zwar in alter bewährter Form. Doch wie alle großen Filmemacher wiederholt er sich nicht (bis auf gewisse Ausnahmen), sondern bietet seinem Publikum wieder etwas ganz neues, stilistisch komplett Einzigartiges.
Wie immer zitiert Tarantino aus etlichen Filmen, diesmal aus Schmuddelklassikern wie "Fluchtpunkt San Francisco", "Dirty Mary, Crazy Larry" oder anderen Streifen, beispielsweise auch aus italienischen Giallos. Doch diesmal fällt zudem auf, dass Tarantino sich nun auch gerne selbst zitiert, beispielsweise übernimmt er Zeilen aus Dialogen eigener Filme oder spielt einmal sogar "Twisted Nerve" von Bernard Herrman aus "Kill Bill" als Klingelton ein. Und überhaupt erinnern einige Szenen in ihrem Aufbau und ihren Einstellungen an seine vorigen Filme. Das kann man leicht als Selbstverliebtheit abtun, doch findet man so sehr leicht in die herrliche Kunstwelt Tarantinos ein.
Normalerweise denke ich, dass echte Fans des Regisseurs auch "Death Proof" eigentlich lieben sollten. Denn dieser meiner Meinung nach geniale Film besitzt alle Zutaten (und noch mehr), die Tarantinos Werke so auszeichnen.
Die Atmosphäre von "Death Proof" packt den Zuschauer sofort, die Musik röhrt wie die Hölle aus den Lautsprechern und ist wie immer überragend gewählt, wodurch es fortan Tarantino Fans nicht schwer fallen müsste, von diesem Film in seinen Bann gezogen zu werden.
Tarantinos Huldigung vor dem Grindhouse Kino ist im Grunde perfekt. Viele Zuschauer sind mit Sicherheit von den teils sehr langen Dialogpassagen abgeschreckt, doch diese sind nicht nur wie üblich unglaublich geschickt und voller Wortwitz geschrieben (wenn auch nicht immer ganz so großartig wie in seinen anderen Filmen), sondern auch notwendig um die wie immer die fantastischen Charaktere zu zeichnen. So gewinnt man die Figuren lieb und ist somit umso mehr in der Handlung und der Action involviert.
Es ist völlig unabstreitbar, dass dieser nostalgische Trip, dieses leidenschaftliche Stück Kino, etwas absolut Besonderes darstellt. Ein Film, der im Zeitalter von völlig abgedrehten, aufgeblasenen und vor allem seelenlosen CGI-Spektakeln eine frische Brise durch die Kinosäle weht, die an bessere Zeiten des Kinos erinnert. Tarantino huldigt den Trashfilmen und dem Kino allgemein auf seine einmalige Weise und zeigt, wie man echte handgemachte Action macht, die einem einfach nur den Atem raubt. "Death Proof" ist darum ein Film, den man richtig im Bauch spürt und nicht nur durch die konsequent andere Inszenierung im Gedächtnis bleibt.
Tarantino bleibt sich selbst treu, dreht Filme, die von Herzen kommen und in jeder Sekunde seine Passion für Filme spürbar machen. Das ist etwas, das es heutzutage leider viel zu selten gibt.
Zudem reiht Kurt Russell mit seiner wirklich brillanten Darstellung von Stuntman Mike eine weitere großartige, kultige Rolle in seine Filmographie ein. Seine Darstellung ist echt der Hammer. Die Darstellung der vielen Frauenfiguren sucht in der Filmgeschichte wohl ihresgleichen. Sie sind einzigartig geschrieben, kraftvoll, faszinierend und verletzlich zugleich.
Der Streifen selbst ändert sich ab der Hälfte zudem schlagartig. Während zunächst die Slasher-Elemente, die Bildkratzer und Tonaussetzer und das damit allgemein trashige Gefühl dominiert, ist die zweite Hälfte weit action-orientierter.
Die Verfolgungsjagd am Ende gehört vermutlich zum Furiosesten, was man jemals in dieser Kategorie erleben durfte. Das Finale ist emotional erstaunlich intensiv und endet so knallhart und abrupt, dass man als Zuschauer völlig sprachlos zurückbleibt aber gleichzeitig ein breites Grinsen auf dem Gesicht hat.
Der Film ist vulgär ohne Ende, schreckt vor sinnloser Gewalt nicht zurück und ist nicht nur deswegen nicht für alle Geschmäcker geeignet, doch Leute, die Kino und vielleicht besonders Tarantino lieben, werden an diesem pulsierenden Knaller ihre wahre Frede haben.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein echter Tarantino!!, 16. März 2008
Als ich damals den Trailer für "Death Proof" gesehen habe war ich schon schwer beeindruckt und extrem gespannt auf das neueste Werk des "Meisters".Und der Trailer hat nicht zu viel versprochen.Der Zuschauer bekommt all die Dinge , die das Herz eines Filmfans schon seit "Reservoir Dogs" höher schlagen lassen:
>fabelhaft pointierten Dialoge (mit jeder Menge Filmzitaten)
>verdammt cooler Soundtrack
>excellente Auswahl an Schauspielern (hier einfach perfekt:Sydney Tamiia Poitier, und wer hätte K.Russel nochmal etwas zugetraut?))
>beeindruckender Schnitt & Kamera
>überzogene Gewaltdarstellung
>originelles Drehbuch mit kultiger Story und Charakteren
Den Grindhouse-Stil fand ich herrlich unkonventionell und absolut passend.Zu erwähnen ist auch noch der Gastauftritt Tarantinos, in dem er sich mit Sprachfehler wunderbar selbst auf die Schippe nimmt.
Mein Fazit:Für Filmkenner ein echter Leckerbissen.Allen, die Nonstop-Action und möglichst wenig Gequatsche von einem Film erwarten, muss ich von "Death Proof abraten.
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