Ungeachtet der vielen Blackouts von Britney Spears ist ihr mit "Blackout" ein passables Album gelungen, dessen rauer Elektrosound sich hemmungslos beim Wavepop der 80er bedient. Wann hat zuletzt das Album eines Superstars geklungen, als wäre es im Hobbykeller entstanden? Wahrscheinlich noch nie. Mit großem Aufwand schaffen die Produzenten eine Lo-Fi-Ästhetik; es muss immens teuer gewesen sein, so billig zu klingen. Zwar hat das Album keine richtigen Hits außer der pumpenden Single "Gimme more", es ist auch klanglich und rhythmisch zu homogen, und im Grunde ist es egal, wer da diesen Quatsch von "touch me" oder "ooh ooh baby" singt, denn die Stimme ist eh bis zur Unkenntlichkeit durch die Rechner gejagt worden - doch der Mut zum Klangschmutz und der konsequente Verzicht auf nichtelektronische Instrumente, auf genreübliche Spektrumsdemonstrationen: Das nötigt Respekt ab. Obwohl Britney selbst mit all dem wahrscheinlich nicht das Geringste zu tun hat. (mw)
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