Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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54 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Scorseses Meisterwerk - Special Edition Steelbook, 29. Juni 2008
Über den Film selbst muss man nicht mehr viel sagen - Martin Scorseses TAXI DRIVER gehört zu den wichtigsten amerikanischen Filmen der 70er Jahre und den besten Filmen aller Zeiten. In düsteren, hypnotischen Bildern erzählt er vom jungen Travis Bickle, gespielt von einem sensationellen Robert De Niro, der als Taxifahrer im Moloch New York arbeitet, und den Ablehnung, Verachtung, Einsamkeit und Paranoia zu einer blutigen Verzweiflungstat führen. TAXI DRIVER hat das Kino der 70er neu definiert. Die Kompromisslosigkeit, mit der Scorsese seine verstörende Geschichte vollständig aus der Sicht seiner Hauptfigur erzählt und den Zuschauer somit an dessen Psychose teilhaben lässt, ist heute noch bewundernswert. Robert De Niro spielt diesen gestörten Einzelgänger derart intensiv, dass man als Zuschauer Angst vor ihm bekommt und ihn gleichzeitig bemitleidet. In weiteren Rollen brillieren die erst 13-jährige Jodie Foster als Hure vom Babystrich, Cybill Shepherd als Verkörperung von allem, was De Niro nicht haben kann, sowie Scorsese-Stammschauspieler Harvey Keitel als Zuhälter. Bernard Herrmanns Filmmusik ist fantastisch, das Ende des Films so enigmatisch, dass heute noch Filmfans darüber diskutieren. Ein einzigartiger Film, den man nicht vergisst.
Aber jetzt zur DVD: diese Special Edition im Steelbook ist glücklicherweise viel mehr als eine simple Umverpackung. Sie bietet - was das Wichtigste ist - den Klassiker in deutlich verbesserter Qualität. Die Farben sind klarer und satter, Details sind schärfer (in De Niros Apartment sieht man jetzt förmlich die Farbe von der Wand bröckeln), der Ton (Deutsch, Englisch, Spanisch) in einer neuen 5.1-Abmischung wesentlich dynamischer - auch wenn Puristen bemängeln würden, dass der Film seinerzeit lediglich in Mono (bzw. Stereo in den USA) aufgeführt wurde. Für die neue Mischung wurde der Film glücklicherweise nicht neu synchronisiert.
Folgende Extras befinden sich mit dem Film auf der ersten Disc:
- Audiokommentar von Filmhistoriker Robert Kolker
- Audiokommentar von Drehbuchautor Paul Schrader (beide optional deutsch untertitelt)
- Trailer (zu weiteren Filmen)
- Das Originaldrehbuch mit Zugang zum Film.
Auf der 2. Disc befindet sich eine wahre Fülle von Extras:
- "Making Of Taxi Driver" in Spielfilmlänge (befand sich schon auf der Collector's Edition)
- Doku "Martin Scorsese über Taxi Driver"
- Doku "Die Produktion"
- Doku "Gottes einsamster Mann"
- Doku "Tribut an Martin Scorsese"
- Taxifahrer-Geschichten
- "Travis' Plätze in New York" - anhand von ausgewählten Filmszenen werden die Filmschauplätze damals und heute (2006) verglichen.
- Vergleich von Storyboard und Film mit Einleitung von Martin Scorsese
- Video-Galerie (Fotos, Werbematerial, etc.).
Alles in allem belaufen sich die Dokus auf ca. 200 Minuten Laufzeit.
Das Steelbook ist außerdem in Gold und Schwarz ansprechend aufgemacht. Alles in allem ist dies eine ausgezeichnete Veröffentlichung eines der bedeutendsten Filme aller Zeiten. Sehr empfohlen!
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Beklemmend, subtil, verstörend - Ein Klassiker , 7. Februar 2008
"Taxi Driver" ist zweifellos einer der Höhepunkte der überaus fruchtbaren Zusammenarbeit des Kult-Regisseurs Martin Scorsese mit dem hier noch relativ jungen und doch schon als Genie wahrgenommenen Robert de Niro.
Hier zeigt sich das Genie des jungen De Niros, wie sonst vielleicht nur noch in "Wie ein wilder Stier" oder später in "Es war einmal in Amerika". Auch ich als Fan von den großen Altmeistern wie Al Pacino, Jack Nicholson oder Dustin Hoffmann und von einigen "Jüngeren" wie z.B. Denzel Washington halte De Niros Darbietung in "Taxi Driver" in ihrer Intensität, Präzision und Authentizität für eine der besten Leistugen des mordernen Kinos.
Der Film behandelt den Individualsmus der Großstadt gepaart mit der Desillusionisierung als Folge des Krieges und der Perspektivlosigkeit eines Menschen ohne soziale Kontakte. Die Folge all dessen ist: Einsamkeit. Sie ist das eigentliche Thema des Films. "Taxi Driver" ist eine Charakterstudie eines Einsamen, der unfähig ist sich in die Gesellschaft zu integrieren, der zudem mit den Folgen des Vienamkriegs zu kämpfen hat und der sich letztlich zur moralischen Instanz erhebt und gegen all den Schmutz und Dreck, den er zu sehen meint, ankämpfen will. Der Film zeigt den psychisch belastenden Zustand der Einsamkeit und dessen Folgen. In "Taxi Driver" sind diese: Brutalität und Gewalt. Es ist also eine Entwicklung aus der Einsamkeit und Perspektivlosigkeit in die Gewalt, die Travis Bickle durchläuft und die ihn zum Stereotyp macht. Zwar muss Einsamkeit natürlich nicht immer in Gewalt kulminieren, aber sie ist auf jeden Fall ein individualpsychologisches Phänomen, das es immer gab und immer geben wird. Und darin liegt das Zeitlose des Films: Er erzählt die Geschichte eines Einsamen.
Der Film wird natürlich - gerade heutzutage - nicht mehr jeden begeistern können und von vielen, eben von jenen, die ein Action-Spektakel oder zumindest einen packenden Thriller erwarten, als langweilig und veraltet abgetitelt werden. Doch als Cineast sollte man den Film auf jeden Fall gesehen haben, um sich ein eigenes Bild zu machen; als Sammler sollte die DVD in der privaten Sammlung nicht fehlen. Denn die Stärke des Films liegt neben der großartigen schauspielerischen Darbietung Robert de Niros vor allem darin, dass er heute noch so aktuell ist wie vor 30 Jahren. Denn eines ist "Taxi Driver" mit Sicherheit nicht: anachronistisch.
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34 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine umfassende Analyse der Einsamkeit, 28. September 2002
Ein zeitloses Meisterwerk von Schrader, Scorsese und De Niro über den destruktiven Aspekt der Einsamkeit."Die Kraft des Geistes auf dem falschen Weg" sagte Scorsese über die grundlegende Charaktereigenschaft der Hauptfigur Travis Bickle. Nicht zuletzt dieser Ansatz erklärt und rechtfertigt die häufig diskutierte, exzessive Gewaltdarstellung dieses Films. Beachtenswerter sollte die ausgezeichnete Drehbuchvorlage, die autobiografische Züge Schraders ziert und die überragende Darstellung der Akteure sein. Allen voran Robert De Niro, der zur Rollenvorbereitung als realer Taxi Fahrer im New York der 70er unterwegs war und mit Hilfe aller Raffinessen des Method Acting die Figur des Travis Bickle, der von sich selber behauptet 'Gottes einsamer Mann' zu sein, in ihre elementaren Bestandteile zerlegt. Wenn wir De Niro in Paul Schraders Klamotten auf der Leinwand agieren und improvisieren sehen, erschließt sich für den Betrachter, meist ohne es zu wissen, ein wahrhaftiges Moment, wie man es selten zu sehen bekommt. Außerdem sehen wir hier eine Jodie Foster, die trotz ihrer jungen Jahre den älteren Akteuren in allen Punkten ebenbürtig ist. Scorseses, übrigens selber in einer Szene als verärgerter Fahrgast zu sehen, verdient für die subtilen Einstellungen und Kamerafahrten, sowie das breite Spektrum an filmischen Stilmitteln, die sich stets der Story unterordnen ebenfalls großes Lob. Die traurige Qualität dieses Films spiegelt sich auch in der Tat des geistesgestörten John Hinckley Jr. wider, ein besessener Jodie Foster Fan, der 1981 als Motivation für sein Attentat auf Ronald Reagan Storyelemente dieses Films nannte. Herausragende Szenen sind meines Erachtens, der Dialog zwischen Travis und 'Wizard' vor der Tür des Coffee Shops, sowie eine Szene in der Travis zum wiederholten Male versucht Betsy zu erreichen und die Kamera langsam auf einen langen, menschenleeren Flur fährt.
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