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20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Etwas unterschätzt!!, 17. Juni 2007
Ein kurzweiliger und fieser Film über gutbehütete junge Junkies in den USA, deren Leben so dahinplätschert, bis es eines Tages zur Katastrophe kommt. Dabei wird der junge Bruder eines Dealers (zu der Zeit der jüngste vom FBI gesuchte Verbrecher!!!) entführt.
Und diese Entführung endet schließlich mit einem Toten und sehr vielen schuldigen Zeugen.
Dabei rekonstruiert der Regisseur die Geschichte äußerst genau.
Der Film beruht auf wahren Begebenheiten. Leider mussten die Namen der Beteiligten und die Tatorte geändert werden, da der Prozess gegen die Angeklagten zur Zeit des Drehs noch lief.
Im Abspann wird darauf eingegangen.
So beginnt die Geschichte recht fröhlich, wird dann immer dramatischer und gegen Ende recht spannend.
Ein großer Pluspunkt ist dabei die gelungene Darstellerriege.
So haben Bruce Willis und Sharon Stone kleine fiese Nebenrollen.
Und Justin Timberlake überzeugt als Junkie zu hundert Prozent!!! Wirklich begabt.
Eher negativ ist, dass viel zu glatt erzählt und das Umfeld der Protagonisten zu perfekt in Szene gesetzt wird.
Aber sonst 1a inszeniert! Nicht zu brutal, zu trocken oder zu tragisch sondern nüchtern-realistisch.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Jesse James Hollywood meets Hollywood, 6. Juni 2008
Menschen tun die unfassbarsten Dinge aus den denkbar unglaublichsten Motiven; so auch der hier als "Alpha Dog" betitelte Johnny Truelove und seine Gang. Zwei Dinge machen diesen Film so bedauerlich. Erstens, dass er auf wahren Ereignissen beruht und zweitens, dass es dem Regisseur Nick Cassavetes nicht gelungen ist, uns das ganze Grauen und die Sinnlosigkeit des in der Geschichte vorkommenden Mordes nachvollziehbar zu machen.
Es geht um eine Gruppe junger Leute, angeführt von ihrem "Alpha Dog", Johnny Truelove, die sich ihre Zeit mit Partys, Bier und Joints vertreibt, keiner geregelten Arbeit nachgeht, sondern nur mit Drogen dealt und der Image und Lifestyle das Wichtigste im Leben sind. Als einer von Trueloves Kunden ihm Geld schuldet und dieses nicht zurückzahlen kann und will, kidnappt dieser - allerdings eher zufällig - dessen 15jährigen Halbbruder Zack. Truelove und seine Gang behandeln ihn allerdings nicht wie eine typische Geisel, im Gegenteil, sie schleppen ihn überall mit hin, lassen ihn an Partys teilnehmen, geben ihm Alkohol und Drogen. Worüber das vermeintliche Opfer nicht wirklich unglücklich zu sein scheint, entkommt es doch so - wenigstens zeitweise - dem behüteten Elternhaus und der überfürsorglichen Mutter.
Nach knapp drei Tagen, in denen fast 40 Leute den "gestohlenen Jungen" (so wird er anderen sogar vorgestellt) gesehen haben und von denen etliche wussten, dass er von Truelove entführt worden war, entschließt sich Truelove, Zack umzubringen, um nicht wegen Entführung im Gefängnis zu landen. Er schafft es, einen seiner Handlanger, der seine Position innerhalb der Gruppe verbessern will und dessen Schulden bei Truelove nach dieser "Gefälligkeit" getilgt sind, zu überreden, den Jungen in der Wüste zu erschießen und anschließend dort zu verscharren. Da das Grab aber nicht tief genug ist und des weiteren an einem beliebten Wanderweg liegt, wird die Leiche bereits nach vier Tagen entdeckt. Trueloves Mittäter werden alle fast sofort gefasst, Truelove jedoch gelingt die Flucht. Er bleibt fünf Jahre einer der meistgesuchten Verbrecher des FBI und wird letztendlich 2005 in Brasilien gefasst. An dieser Stelle endet der Film.
Momentan wartet Jesse James Hollywood, so der richtige Name von der von Emile Hirsch dargestellten Figur des Johnny Truelove, in Kalifornien auf seinen Prozess, in deren Verlauf er mit der Todesstrafe zu rechnen hat. Sein "Handlanger", dargestellt von Shawn Hatosy, wurde bereits zum Tode verurteilt und wartet auf seine Hinrichtung per Giftspritze. Die Figuren, die von Justin Timberlake - der hier im Übrigen seinen Einstand als Schauspieler gibt und sich dabei als erstaunlich talentiert erweist - und Chris Marquette dargestellt werden, sitzen mehrjährige Haftstrafen wegen Beihilfe zu Mord und Entführung ab. Somit war der Tod von Nick Markowitz (so der richtige Name Zacks) nicht nur für das Opfer sondern auch für die Täter vollends sinnlos, da keiner der Beteiligten seiner gerechten Strafe entgangen ist.
Was diesen Film leider nicht über das Mittelmaß hinaushebt, ist das Unverständnis, dass nach dem Film zurückbleibt. Unverständnis darüber, wie das alles überhaupt passieren konnte. Eine Gruppe junger, gut situierter Leute, alle nicht dumm, alle in einem alles andere als kriminellen Umfeld aufgewachsen, gute Schulbildung, keine Geldsorgen dank reicher Eltern, scheint aus purer Antriebslosigkeit und Langeweile und ohne jegliches Nachdenken kriminelle Handlungen zu begehen. Im Vordergrund steht einzig und allein ihr eigenes persönliches Wohlergehen. Durch puren Zufall entführen sie einfach so einen Jungen, wissen dann nicht so recht etwas mit ihm anzufangen; da er sich nicht wehrt und seine Kidnapper offensichtlich "cool" findet, nehmen sie ihn überallhin mit, ohne auch nur einmal darüber nachzudenken, von wie vielen Leuten sie gesehen werden und wie viele wissen, dass sie den Jungen entführt haben. Als ihnen dann irgendwann mal dämmert, dass das ja nicht ewig so weitergehen kann und das ihr Handeln zwangsläufig in für sie nachteiligen Konsequenzen münden wird, was machen sie da? Bringen sie den Jungen, von dem sie eigentlich nichts zu befürchten haben, da er ihr Freund sein will, zurück zu den Eltern? Setzen sie ihn irgendwo aus? Bestechen sie ihn, damit er nichts erzählt? Stehen sie grade für ihr Verhalten und stellen sich? Nein, tun sie nicht. Sie sind mit der Situation überfordert, sehen sich mit dem Zorn des älteren Bruders des Opfers konfrontiert und wollen den Kleinen langsam auch wieder loswerden. Sie wollen nicht wegen Entführung ins Gefängnis, also begehen sie einen Mord, in der Hoffnung, dass niemand die Leiche findet und den Jungen vermisst... Hallo? Sie haben fast 40 Zeugen, die wissen, dass sie ihn entführt haben. Sie können doch nicht wirklich so dämlich sein und glauben, dass sie damit durchkommen. Doch, offensichtlich waren sie so dämlich. Oder haben nicht nachgedacht. Oder haben es verdrängt. Oder es war ihnen schlicht und einfach egal. Dieser Gedanke ist furchtbar und erschreckend. Trotzdem bleibt man seltsam unberührt von dem ganzen Geschehen. Wieso? Weil diese Kids keinerlei Identifikationsfläche bieten, man kann nichts von dem, was sie tun, nachvollziehen. Weder ihr langweiliges, von Drogen und Alkohol bestimmtes Leben noch ihr völlig gedankenloses Handeln. Sie sind weder sympathisch noch unsympathisch, auf keinen von ihnen wird wirklich eingegangen, sie bleiben ein Haufen verwöhnter junger Menschen, die mit ihrer Zeit offensichtlich nichts Besseres anzufangen wissen, als sich zuzudröhnen, endlose Partys zu feiern und... nichts zu tun. Die ganze Tragik des Mordes an diesem unschuldigen Kind, das einfach nur zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort war, wird einem nicht wirklich bewusst, weil man gefangen ist in der sinnfreien Welt dieser Teens und Twens.
An den schauspielerischen Leistungen liegt es nicht, die Darsteller sind gut gewählt und spielen authentisch. Bruce Willis und Sharon Stone als Eltern sind nur Randfiguren, aber auch sie agieren glaubwürdig. An der Geschichte an sich liegt es auch nicht, sie ist fast identisch mit den wahren Ereignissen. Vielleicht liegt es aber doch genau daran, denn letztendlich wird das alles so banal und unbeteiligt erzählt, dass man einfach nicht glauben mag, dass so etwas wirklich passiert ist, so unbeabsichtigt und doch so grausam. Ein bisschen mehr Dramatik und Mitleid für das Opfer und etwas weniger Lethargie hätten diesem Film gut getan. Man kann diesen Film gucken, oder aber sich gleich im Internet mit den realen Geschehnissen und den Beteiligten auseinandersetzen. Dies ist ungleich spannender, obwohl jemand mit dem Namen Jesse James Hollywood geradezu prädestiniert für die Filmwelt Amerikas scheint. Aber eben nur scheinbar...
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Packende Mischung aus Thriller und Tatsachenbericht, 16. Oktober 2007
Nick Cassavetes erzählt die wahre Geschichte des bisher jüngsten, vom FBI gesuchten Drogendealers sachlich und ohne jede Wertung. Das führt wahrscheinlich auch dazu, dass die Wirkung beim Publikum so unterschiedlich ist - wie man auch hier bei den Rezensionen sieht ...
Im Grunde geht es um eine Gruppe Jugendlicher im reichen San Fernando Valley, die ein Leben wie im Musikvideo führen: Parties am Pool, Drogen, Sex, Bandenkämpfe.
Einer von ihnen, der coole Johnny Truelove (Emile Hirsch), ist der Boss der Gruppe und will als Drogendealer in die Fußstapfen seines Vaters (Bruce Willis) treten. Als er Schulden von einem der Handlanger eintreiben soll, kommt Johnny zufällig auf die Idee, dessen 15-jährigen Bruder Zack zu kidnappen. Der ist erst geschockt und genießt dann aber das wilde Party-Leben, das ihm seine Mutter (Sharon Stone) nie erlaubt hätte. Er steht im Mittelpunkt - besonders bei den Mädels, die es spannend finden, mit einem Entführungsopfer anzubandeln. Und auch Jacks bester Freund Frankie (Justin Timberlake) freundet sich mit ihm an.
Warum sollte er also fliehen?
Weil über der ganzen Party-Stimmung etwas Bedrohliches liegt und man ihm die ganze Zeit zurufen möchte: "Mach, dass du da raus kommst!"
Denn Johnny ist unberechenbar, fürchtet nach einem Gespräch mit einem Anwalt, dass er ins Gefängnis muss, weil man einen entführten Jungen, mit dem Drogengelder erpresst werden, eben nicht einfach wieder zu Hause abgeben kann ...
Das schockierende, deprimierende Ende kann dann auch Frankie nicht verhindern.
Bestimmt kein Gute-Laune-Film, aber doch einer, der einen beschäftigt, spannend ist und mit passendem Hip Hop-Soundtrack unterlegt ist.
Ach ja, und das 10 Minuten lange Video - geschrieben von Nick Cassavetes - mit Justin Timberlake, Scarlett Johannson und Shawn Hatosy (der in "Alpha Dog" einer von Frankies Freunden ist) ist das I-Tüpfelchen der DVD (und bringt die Stimmung wieder nach oben).
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