Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Angriff der Killerhaare, 26. November 2007
Hmm, was genau war das denn jetzt? Gruselfilm trifft Groteske trifft albernes Rumgehampel samt Schockeffekten und definitivem Hang zum Trash? Für letzteren sorgt schon mal die, gelinde gesagt, bizarre Ausgangsidee: ein verrückter Leichenbeschauer und Freelance-Hairstylist stiehlt eine mysteriöse Leiche, die nicht nur Haare auf den Zähnen hat... nein, ihr wachsen einfach überall unermessliche Mengen an Haaren, und die hören mit dem Wachsen auch gar nicht mehr auf. Er spürt sofort, daß diese Haare bösartig veranlagt sind und verkauft sie darum in Massen als "Hair Extensions" an Friseursalons - denn er will alle "Schlampen mit hässlichen Haaren" auf dieser Welt "bestrafen". Diese Extensions entwickeln dann auch ein lustiges Eigenleben, treiben ihre Trägerinnen in den Wahnsinn und schließlich auch in einen grausamen Tod.
Soviel zum einen Erzählstrang der Geschichte. Der zweite ist eine sehr ausführliche Beobachtung der jungen Friseur-Azubine Yuki (oder war das Yuko? Die beiden wohnen jedenfalls zusammen), ihres Fahrradweges zur Friseursalon, ihrer Arbeit dort und ihres Verhältnisses zur bösen Halbschwester, die ihre kleine Tochter Mami nicht nur mißhandelt, sondern sie eines Abends auch noch einfach so bei Yuki und Yuko abstellt und wieder ins Nachtleben verschwindet. Natürlich werden die beiden Handlungsstränge irgendwann miteinander verbunden, was nicht nur deshalb klar ist, da Mami und Yuki (Yuko?) wunderschöne lange Haare haben... aber bis dahin vergeht einige Zeit. Die leider nicht nur von Szenen mit fröhlich mordenden Haarsträhnen gefüllt wird, sondern auch von ganz viel "Mr. Leichenbeschauer goes Bananas". Er singt ein gar lustiges Haar-Lied, wälzt sich gackernd in den Haarmassen in seiner Wohnung und läuft häufiger mal samt Langhaarperücke in einem Outfit rum, das ihn wirken läßt wie eine Kreuzung aus den Village People on Acid und Peter Lustig aus "Löwenzahn".
Diese Szenen - und auch sonst noch so einige, immer wieder im Film - erreichen ein so penetrantes Albernheitsniveau, wie ich es bislang eigentlich nur aus 80er Jahre-(Grusel-)Komödien aus Hong Kong kannte. Es muß nicht extra betont werden, daß jeder Ansatz von anhaltendem Horrorgefühl so schon im Keim erstickt wird. Dabei haben die entsprechenden Szenen, die übrigens eben ganz und gar ernsthaft inszeniert sind, durchaus einiges an Atmosphäre und auch Effekten zu bieten. Im Gesamtbild kommen sie aber deutlich zu kurz. Auch der "Familien"-Erzählstrang ist für einen Gruselfilm arg überdimensioniert, nervt aber wenigstens nur selten. Zudem werden einem hier endlich mal die Charaktere ein wenig detaillierter nahe gebracht, weshalb sie und ihr Schicksal einen auch prompt ein ganzes Stück mehr interessieren, als das sonst in Genrefilmen so üblich ist.
Die Story also teils bizarr bis zum Geht-nicht-mehr, teils sehr zurückhaltend erzählt und mit Sozialdrama-Anklängen versehen, zwischen diesen beiden Polen wild changierend und auch noch ein ermittelndes Polizisten-Duo einbauend; manchmal hektisch, manchmal langatmig, manchmal einfach nur blöde... was soll man aus diesem Film machen und wer soll ihn sich eigentlich ansehen?
Sicher nicht diejenigen, die andere Werke von Sion Sono kennen und ihn vor allem für seine verstörenden Perspektivwechsel schätzen. "Suicide Circle", "Strange Circus" und insbesondere "Noriko's Dinner Table" haben mich allesamt fasziniert, waren unberechenbar und haben die Welt in ein fremdes Universum aus Wahn und Schmerz verzerrt. Ok, unberechenbar ist "Exte" auch, in gewisser Hinsicht betreten wir auch hier ein fremdes Universum. Aber hier fehlt trotz Horrorthematik jeder ernsthafte Tenor, hier ist für eine Groteske aber immer noch viel zu viel typischer Japan-Grusel-Auftritt drin, hier wirkt ein Film wie zwei unentschlossene.
Man kann sich weder richtig gruseln noch richtig lachen noch ein echtes Kaleidoskop an Bizarrheiten genießen. Alles nur halbgar und schlecht miteinander vermischt. Nur 5,5 von 10 Punkten. Und viele Fragezeichen.
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Speziell ... aber sehenswert, 20. März 2008
Hier ist alles drin: ein psychopathischer Leichenbeschauer mit Haarfetisch. Eine Schlampe, die ihre Tochter misshandelt. Die bezaubernde, herzensgute Schwester der Schlampe, die die Tochter dann aufnimmt und rettet. Und die Leiche einer jungen, schönen Frau, die auf bestialische Weise von illegalen Organhändlern geschoren, ausgenommen und getötet wurde. Und die im Tod mit Hilfe ihrer weiterhin wachsenden Haare Rache nimmt und all jenen Unglück bringt, die sich mit ihren Haaren schmücken wollen.
Mitunter sehr lustig und skurril, weniger gruselig, ist "Exte" einfach ein absolutes Erlebnis. Und sei es auch nur, um die in "Kill Bill 1" noch Morgenstern schwingende Chiaki Kuriyama einmal in einer süßen Rolle zu sehen.
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3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Spezialmix, 13. Februar 2008
...der vielleicht nicht einfach aber voll aufgehen kann.
Tonnenweise wird Menschenhaar nach Japan verschifft; dort sind Haarverlängerungen in Friseursalons stark gefragt.
Dass die Sache nicht länger ohne Probleme abläuft, dafür ist ein Wunder (Humbug) verantwortlich, das es zu glauben gilt.
Wie Terror oder Horror kommen die Haare sicher bei den Opfern an, beim Zuschauer vermutlich eher schaurig gruselig.
Die Haar-Effekte sind faszinierend und abwechslungsreich anzusehen, so auch was fürs Auge, wenn die Haare in Aktion sind - und das sind die oft...
Den zwei wichtigsten Figuren ist noch mehr Zeit gewidmet, und der Familiendrama-Teil dabei die Krönung. Wer noch recht tickt, wird bald auf der Seite der beiden Hauptfiguren stehen, vor allem mit dem kleinen Mädchen richtig verbunden sein und kaum sehen wollen, dass den beiden auch nur ein Haar gekrümmt wird...
Ebenfalls sehr positiv fällt der Haarfetischischt/Psycho auf, der dank dem Haar-Wunder seine Leidenschaft richtig ausleben kann... Der Typ ist sogar für gute komische Momente gut, insgesamt eine ziemlich denkwürdige Gestalt.
Der Film hat auch noch Herz, und das hat mit diesen drei Figuren zu tun, und ist eindeutig auch mit ein Verdienst der Darsteller, die passen und voll überzeugen.
Dazu noch Cops, die den mysteriösen Todesfällen auf der Spur sind, ein wirklich gelungener Witz, der irgendwo drin steckt, und als geniale Zugabe die Musik im Film...
Und um keine halbe Sache zu sehen, sondern den Hit, muss man eindeutig auf den haarigen Teil anspringen und auf die menschliche Seite emotional reagieren - beides zusammen macht das Szenario aus.
Mit den Frauen, die man ernst nehmen kann, der haarsträubenden Action und dem Dramateil, scheint mir das der richtige Mix gerade für weibliche Zuschauer zu sein.
Kein Folter- oder Splatterfilm jedenfalls, sondern eine richtig schräge Sache mit vielen guten und einigen kuriosen Momenten auf allen Ebenen. Sofern der Mix bei einem sehr gut aufgeht, kann das auch einer sein, der nicht viel an Reiz verliert, nachdem man ihn schon mal gesehen hat.
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