Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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132 von 149 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Tod, Verlust und Schmerz, 4. August 2007
Darren Aronofskys "The Fountain" hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Ursprünglich für Brad Pitt und Cate Blanchett geplant, stiegen beide Darsteller nach Uneinigkeit mit dem Regisseur aus, das Projekt wurde auf Eis gelegt, später bekam Aronofsky erneut grünes Licht, allerdings sehr viel weniger Geld und musste seine Meditation um Tod und Verlust in drei verschiedenen Zeitepochen mit äußerster Kreativität umsetzen.
Dies ist ihm außerordentlich gelungen. Zwar mag der Film viele Zuschauer verwirren (hier gut nachzulesen), aber wer "The Fountain" wirr findet, der hat einfach verlernt, Augen, Ohren und Gehirn beim Ansehen eines Films mitlaufen zu lassen. Tatsächlich ist der dreifachen Parallelhandlung sehr leicht zu folgen (die Gegenwarts-Ebene nimmt dabei ohnehin den größten Raum ein, insofern ist der Film weit weniger abstrus als man befürchten muss), und sogar die verschiedenen Metaphern sind relativ einfach zu entschlüsseln. Aronofsky hilft dem Zuschauer an jeder Stelle durch Details und sich wiederholende Gegenstände/Dialoge (der Ring, der Baum), die Übersicht zu behalten, denn ihm geht es um etwas ganz anderes - die Erfahrung des Verlustes. Und hier sei gesagt, dass kaum ein anderer Film mir so sehr den Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen nahegebracht hat wie "The Fountain". Und es tut sehr gut, neben all den Leichen, die Hollywoods Filme in unendlichen Zahlen pflastern, einmal einen ganzen Film lang über das Sterben eines einzelnen Menschen (hier die wundervolle Rachel Weisz, Ehefrau des Regisseurs) nachzudenken. Darren Aronofsky wollte mit "The Fountain" selbst den Krebstod seines Vaters verarbeiten. Und wer selbst ein wenig persönliche Erfahrung mit dem Thema hat, der wird "The Fountain" nicht nur verstehen, sondern auch dafür respektieren, dass er dies zu seinem zentralen Thema macht, und das auf so künstlerische, anmutige und bewegende Weise. Unterstützt wird er dabei übrigens schon wie in "Requiem for a Dream" von der melancholischen Musik Clint Mansells, die das Mitfühlen der Trauer großartig verstärkt.
Aronofsky ist so kompromisslos, dass er manchmal in Gefahr gerät, unfreiwillig komisch zu wirken, und vielleicht ist seine letztliche Botschaft (das Akzeptieren des Todes ist die einzige Waffe gegen ihn) ein wenig zu schlicht, doch "The Fountain" wagt den Weg der Kunst, um ein zutiefst menschliches und uns alle betreffendes Thema zu erforschen. Dafür, und dass er dabei alle Regeln der klassischen Erzählkunst bricht, hat er meinen uneingeschränkten Respekt.
"The Fountain" ist ein Film, der tief unter die Haut geht. Das kann ich wirklich nur von wenigen Filmen behaupten.
Zur DVD: die Special Edition von Arthaus präsentiert den Film in Deutsch DTS und 5.1, Englisch 5.1 und mit vielen Extras: Making of, Behind the Story: Interview mit Hugh Jackman und Rachel Weisz, Storyboard-Film-Vergleich, Die Special Effects, Life in Space, Interview-Featurettes, Die Filmmusik, Bildschirmschoner, Fotogalerie, TV Spots und Trailer.
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52 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gefühlvolles Drama, fantasievolle Inszenierung, 29. August 2007
"The Fountain" ist ein sehenswertes Drama, über den Arzt Tommy, der seine totkranke Freundin Izzi mit allen Mitteln von ihrem Krebsleiden befreien will. Hierzu stellt er mit seinem Team intensive Forschungen und Versuche an Affen an. Als es gelingt den Tumor eines seiner Versuchstiere mit Hilfe einer Substanz, die aus einem Baum aus Guatemala gewonnen wird, zu bezwingen,keim neue Hoffnung in Tommy auf.
Eines Abends beauftragt ihn Izzi mit der Fertigstellung ihres Buches. Dieses handelt von dem Conquistador Tomas, der im Dienste der Königin von Spanien um 1500 das Königreich von einer drohenden Usurpation durch die Hl. Inquisition befreien soll. Der Film taucht nun in diese Geschichte ein. Die Rolle des Tomas entspricht der Tommys, die Königin (Isabella von Kastilien?) entspricht Izzi in der Realität; folglich wäre das Wüten der Inquisition mit dem Krebsgeschwür Izzis gleichzusetzen, das es zu beseitigen gilt. Die Königin beauftragt Conquistador mit der Suche nach dem "Heilmittel", das nur in der Neuen Welt - laut den Forschungen eines Franziskanermönchs - an einer alten Mayastätte zu finden ist.
Meiner Meinung nach handelt es sich also weniger um zwei unterschiedliche Zeitebenen, als vielmehr um einerseits die Realität und andererseits die filmische Darstellung der Fiktion Izzis. Einige Rezensenten haben dem Film mangelnde Historizität vorgeworfen. Ich halte diese Kritik für nicht gerechtfertigt: Das Buch Izzis ist kein Geschichtsbuch, das Fakten vermitteln soll, sondern eine reine Fiktion, die in einen historischen Kontext (Conquista, Inquisition, Isabella v. Kastilien) gebettet ist. Der Film will auch zu keinem Zeitpunkt vermitteln, dass dieser fiktive Roman historische Realität zeigt. Er ist und bleibt ein fiktives Produkt Izzis und wird dementsprechend in Szene gesetzt: durch im wahrsten Sinne des Wortes fantastische Bilder und Kameraeinstellungen.
Neben diesen beiden Strängen läuft noch die symbolträchtige Space-Odysse des "Astronauten" Tommy ab, der sich mit einer Art Schneekugel-Raumschiff, in dem sich der Baum des Lebens (Symbol für die leidende Izzi?) befindet. Dieser Teil erinnert tatsächlich stark an Kubricks Odyssee 2001 und arbeitet mit ähnlichen Motiven und Symbolen: Geburt, Schöpfung, Tod, ewiges Leben stehen hier im Vordergrund und werden atemberaubend schön und symbolhaft vor der Kulisse des lichterfüllten Sternenkosmos in Szene gesetzt.
Die Story ist eigentlich nichts besonderes - die Parallelhandlung innerhalb Izzis Buch ist sogar, was Story und Spannung angeht eher schwach. Sie lebt eher von der Symbolträchtigkeit.
Auch in der Realität passiert nicht allzuviel, hier geht es vornehmlich um das Leid der Kranken und die Suche nach dem Heilmittel.
Die Schauspielerliefern eine wirklich erstklassige Leistung ab. Besonders Hugh Jackman glänzt in den unterschiedlichen Rollen und stellt alle Emotionen ebenso wie Rachel Weisz sehr überzeugend dar. Insgesamt also ein gelungenes Werk!
Schauspieler: *****
Story/Spannung: ***
Bilder/Kulisse: *****
Kostüme: ****
Anspruch: ****
Aussage: ****
Logik/Nachvollziehbarkeit der Handlung: ****
(bei 0-5 Sternen für diese Kategorien)
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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Großartig, 20. Oktober 2007
Ich hatte noch nie von diesem Film gehört und bin durch Zufall in der Videothek auf ihn gestoßen. Zu Anfang wusste ich nicht, was ich von ihm halten sollte, weil der Film mittendrin und bereits mit metaphysischen Bildern einer Phantasiewelt einsetzt, die mehr Fragen aufwerfen, als sie beantworten.
Im weiteren Verlauf hat mich der Film wirklich berührt, und das, ganz ohne gezielt auf die Tränendrüse zu drücken, wie etwa "Hinter dem Horizont". So sensibel und behutsam behandelt habe ich das Thema Tod noch in keinem Film zu sehen bekommen. Dabei wird auf eine religiöse Behandlung des Themas verzichtet, vielmehr wird der Tod aus einer mythologisch-naturverbundenen Perspektive betrachtet.
Großartig ist auch die konsequent durchgestaltete Atmosphäre des Films. Alles passt zusammen, die Bilder, die Musik, die Figuren. Es gibt nichts Grelles und keine Misstöne, und doch sind die Bilder, Worte und Musik eindringlich. Auf eine jede einzelne Szene erklärende Interpretation wird verzichtet, es werden mehr Gefühle erzeugt und vermittelt. Der Film ist traurig, aber doch einer der schönsten, die ich je gesehen habe.
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