Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bildgewaltige Dokumentation, 9. April 2009
Workingmans Death ist einer der besten Dokumentarfilme, die ich jemals gesehen habe.
Eine sehr beklemmende Observierung der fünf körperlich schwersten und zugleich schlechtbezahltesten Arbeiten, die man als Mensch verrichten kann.
Ob Bergarbeiter in einer vergammelten Kohlengrube in der Ukraine, wo man den Staub beim Ansehen regelrecht riechen und die Enge beinahe körperlich spüren kann - Schwefelträger in Indonesien, die für ein paar Cent teilweise barfuß in einem brodelnden Vulkankrater hinabsteigen und anschließend per pedes 70 Kilogramm Schwefel bei brütender Hitze in mit Körben auf dem Rücken den Berg hinunter tragen - Schlachter in Nigeria, die unter freiem Himmel korankonform Rinder schächten, ihnen lebendig den Hals abschneiden und hektoliterweise Blut im Boden versickern, während man die Tiere danach mit Haut und Haaren ins Feuer schmeißt, weil es billiger ist, als sie zu häuten, oder Stahlarbeiter, die in Pakistan mit bloßen Händen ganze Schiffe zerlegen und verschrotten oder Stahlkocher in einer Eisenhütte in China...
Die Qualen und Unannehmlichkeiten der Protagonisten sind physisch spürbar. Hitze, Dreck, Gestank, Enge, Schmerzen... Alles glaubt man selbst wahrzunehmen. Kommentare gibt es keine, nur Originalsprache mit Untertiteln, wo sich Nigerianer gemütlich unterhalten, währen im Hintergrund eine Kuh nach der anderen abgeschlachtet wird und danach im offenen Feuer dahinkokelt. Nichts für zarte Nerven, aber sehr nachdenklich stimmend und überwältigend realistisch gefilmt.
Dadurch wird einem doch erst bewusst, wie gut wir Mitteleuropäer es doch eigentlich haben und für wenig Arbeit viel Geld verdienen. Niemand von uns muss 16 Stunden am Tag sein Leben riskieren, um dafür dann maximal zwei bis drei Euro im Monat zu bekommen. Dass diese Menschen lieber diese menschenunwürdige Arbeit tätigen und dies auch mit Stolz zur Schau stellen, weil sie meinen, dass es immer noch besser und ehrlicher ist, als zu stehlen, nötigt mir sehr viel Respekt ab.
Kameratechnisch exzellent gefilmt, nah an den Protagonisten, als sei man als Beobachter selbst mit dabei oder stecke gar selbst in der Haut einer der Arbeiter.
Unbedingt anschauen. Danach denkt man ganz anders über das luxoriöse Leben nach, das wir führen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Beklemmend und faszinierend zugleich, 10. Februar 2009
Workingman´s Death ist ein beklemmender Dokumentarfilm, der puristisch und bildgewaltig daherkommt. Puristisch weil der Zuschauer ohne Kommentierung aus dem "Off" auskommen muss - alles bleibt der Interpretation des Zuschauers überlassen.
Bildgewaltig weil man stets das Gefühl hat mittendrin zu sein (Kameraführung ist ganz vorzüglich!!) und sich stets ertappt sieht, dass das Leben in der Wohlstandwelt des reichen, industrialisierten Westeuropas das wahre Paradies ist ... und das dieser Wohlstand auf der mörderischen Arbeit gründet, der im Film gezeigt wird.
Zum Inhalt: Gezeigt werden fünf Arbeitsbilder von verschiedenen Kontinenten. Gemein ist allen, dass es sich um mörderische, d.h. gefährliche, schwere Arbeit handelt. Kohlenhauer in der Ukraine arbeiten im Liegen in vielleicht 50cm hohen Stollen, Schwefelträger schleppen in Indonesien auf dem Rücken 100 Kilo Schwefelgestein aus einem Vulkankrater ins Tal. Sehr archaisch ist die Dokumentation aus dem Schlachterviertel in der Hauptstadt Liberias - spätestens hier bedarf es m.E. für jüngere Zuschauer einer erwachsenen Begleitung. Als viertes Thema wird das Abwracken von Ozeanriesen an einem Strand in Pakistan gezeigt, während das letzte Arbeitsbild von chinesischen Stahlkocher erzählt.
Der Film versucht durch einen Prolog und einen Epilog einen didaktischen Bogen zu spannen. Das gelingt m.E. in größerem Maße.
Unser Fazit: Sehr sehenswert! Leben im 21.Jahrhundert hat viele Gesichter - und das lernt man hier auf eindringliche Weise.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Inhalt, 8. April 2008
Ein Film von Michael Glawogger
"In veralteten Minen, riesigen Fabriken, vorsintflutlichen Werften und bei größenwahnsinnigen Bauprojekten verdingt sich der Mensch noch als Arbeiter im klassischen Sinn. Workingman's Death erzählt von diesen letzten Bastionen der körperlichen Arbeit, über die Gewalt, die diese Form der Arbeit dem Menschen antut, und über das, was er verliert, wenn es diese Arbeit nicht mehr gibt. Workingman's Death - ein Film über schwere körperliche Arbeit, Automatisierung und eine sich verändernde Welt. Ein Arbeiterepos des 21. Jahrhunderts" (Österreichisches Filminstitut).
Michael Glawoggers verstörendes und bewegendes Dokumentarfilm-Epos widersetzt sich allen Ideologien, Vourrteilen und Klischees, die sich an Begriffe wie Schwerarbeit oder Dritte Welt knüpfen. In großartigen Bildern zeigt er exotisch anmutende Tätigkeiten und porträtiert Menschen, die den Härten ihres Geschicks mit Lebensmut und Selbstbewußtsein trotzen.
»Arbeit kann viel sein. Oft ist sie kaum sichtbar, manchmal schwer erklärbar, und in vielen Fällen nicht darstellbar. Schwere körperliche Arbeit ist sichtbar, erklärbar, darstellbar. Daher denke ich oft: sie ist die einzig wirkliche Arbeit.« Michael Glawogger
Dieser Film löst eine Art Staunen aus, die selten geworden ist in unseren Kinos, in unserem Leben." SPIEGEL
Buch + Regie: MICHAEL GLAWOGGER Kamera und Licht: WOLFGANG THALER 2nd Unit & Kameraassistenz: ATTILA BOA Originalton: PAUL OBERLE, EKKEHART BAUMUNG Bildschnitt: MONA WILLI, ILSE BUCHELT Schnittkoordinationz: ALARICH LENZ Künstlerische Mitarbeit: PEPE DANQUARTProduktionsleitung: PEPO WIRTHENSOHN
Konzept und Realisation: Michael Glawogger Österreich/Deutschland 2005 / 122 Min. / 35mm / 1:1,85 / Farbe / DOLBY SRD-EX
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